Google Analytics in neuem Gewand

10. Mai 2007 - 10:51 Uhr

Google Analytics Alt vs. Neu

Seit heute ist für Google Analytics eine neue (Beta)Version verfügbar. Das Beta steht auch zu Recht, denn ab und zu hakt und zwickt das Ganze noch ein wenig.

Mein erster Eindruck war „Aha, Google goes Web 2.0“. Die bisher statische Übersicht ist nun durch ein konfigurierbares Daschboard ersetzt, in dem man die Statistiken zusammenziehen kann, die man am häufigsten verwendet. Wenn man sich erst einmal ein wenig an die neue Struktur gewöhnt hat, lernt man die neue Version zu schätzen. Grafisch weniger verspielt wurde die Funktionalität erheblich verbessert.

Website Overlay

Das Website Overlay, ein nützliches Feature, das in der alten Version nur unzureichend funktionierte, wird nun in einem normalen Browserfenster ausgeführt und läuft auch recht stabil (soweit in der Kürze der Zeit eine Beurteilung möglich ist). Diese Funktion legt eine kleine Balkengrafik über jeden Link in der Seite und zeigt an, wie oft dieser Link gewählt wurde und – soweit Konversionsziele definiert sind – den Beitrag dieses Links zu den definierten Konversionszielen.

Dies ist eine sinnvolle Ergänzung zur „klassischen“ Klickpfad-Analyse, gerade wenn mehrere Links zur gleichen Folgeseite führen. Diese sind dort nicht mehr unterscheidbar, während hier auch zu sehen ist wo geklickt worden ist.

Schade, dass die Unterscheidung der einzelnen Links im Gegensatz zur Vorgängerversion anscheinend nicht mehr funktioniert.

Sicher, auch in der neuen Version darf man sich auch weiterhin über die Genauigkeit der Auswertung streiten und für den professionellen Gebrauch gibt es auch bessere Lösungen, aber gerade für die Kleinanwendung ist dieser Service durchaus ein paar Gedanken wert.

>> Google Analytics

Free Hugs

9. Mai 2007 - 20:10 Uhr


Eine wirklich schöne Aktion. Auf der Seite des Initiators Juan Mann findet man seine Begründung:

I’d been living in London when my world turned upside down and I’d had to come home. By the time my plane landed back in Sydney, all I had left was a carry on bag full of clothes and a world of troubles. No one to welcome me back, no place to call home. I was a tourist in my hometown.

Standing there in the arrivals terminal, watching other passengers meeting their waiting friends and family, with open arms and smiling faces, hugging and laughing together, I wanted someone out there to be waiting for me. To be happy to see me. To smile at me. To hug me.

So I got some cardboard and a marker and made a sign. I found the busiest pedestrian intersection in the city and held that sign aloft, with the words „Free Hugs“ on both sides.

And for 15 minutes, people just stared right through me. The first person who stopped, tapped me on the shoulder and told me how her dog had just died that morning. How that morning had been the one year anniversary of her only daughter dying in a car accident. How what she needed now, when she felt most alone in the world, was a hug. I got down on one knee, we put our arms around each other and when we parted, she was smiling.

Everyone has problems and for sure mine haven’t compared. But to see someone who was once frowning, smile even for a moment, is worth it every time.

Es ist erstaunlich, wie viele Nachahmer es mittlerweile gibt. Die Videos auf der Originalseite sind nur ein kleiner Teil dessen, was man bei YouTube mittlerweile finden kann.

Alle Achtung, Herr Sarkozy

9. Mai 2007 - 16:29 Uhr

Es ist schon beachtlich, mit welcher Präzision Sarkozy schon wenige Tage nach der Wahl für Unruhe sorgt. Die französische Presse zeigt sich irritiert. Nun, es ist dem Mann zu gönnen, dass er sich nach dem harten Wahlkampf einige Tage Ruhe gönnt. Aber gleich auf die Yacht eines befreundeten Großindustriellen? Nach eigenen Angaben wurde ihm das schon zwanzig Jahre lang angeboten und er habe dies zwanzig Jahre lang abgelehnt. Schlechter hätte er den Zeitpunkt nicht wählen können nun doch anzunehmen.

Und zuhause in Frankreich? Da gibt es schon seit drei Nächten wieder Ausschreitungen. Da gibt es noch viel zu tun …


>> tagesschau.de

>> SPIEGEL ONLINE
>> Le Monde

Wo seid ihr?

8. Mai 2007 - 15:08 Uhr

Gestern Abend hat mir eine liebe Freundin einen Link zu einem Artikel bei FAZ.NET mit dem Titel „Wo seid ihr?“ geschickt. Der Artikel wird mit

Wo seid ihr?

Seit Jahren revolutionieren Blogs jetzt schon die Medien. Warum nur merken wir davon nichts? Es wäre an der Zeit, dass sich ein paar Blogger finden, die sich nicht nur an Kochrezepten und Youtube abarbeiten, sondern an Themen wie dem Klimawandel, dem Theater oder der deutschen Außenpolitik.

angerissen.

Ich fand den Artikel ganz amüsant. Herr Staun hat durchaus Talent zum Bloggen. Ich war nur ein wenig erstaunt, dass dies unter Nachrichten und nicht wie vermutet unter Kommentar zu finden war.

Ich finde es lustig, wie sich Herr Staun ein ganz klein wenig pauschalisierend äussert. Wäre der Umkehrschluss denn auch willkommen, vergliche man alle journalistischen Produkte mit der auflagenstärksten Tageszeitung Deutschlands, deren Namen ich so ungern nenne?

Update: Leonce und Lena

8. Mai 2007 - 10:39 Uhr

Nachdem mir Markus Kumpf heute Morgen die Pressemitteilung zukommen ließ, hier also der offizielle Pressetext:

„Wenn einer keine Werte hat“
Die Kulisse spielt Georg Büchners„Leonce und Lena“ als absurde Komödie mit Biss

Nach der viel beachteten Inszenierung von „Woyzeck“ setzt der Theater- und Spielverein „die kulisse“ seine Georg Büchner-Reihe mit der Aufführung der vermeintlichen Komödie „Leonce und Lena“ fort. Premiere wird am Samstag, dem 12. Mai um 20 Uhr im Bürgerhaus Neunkirchen sein. Eine weitere Aufführung findet am Sonntag, dem 13. Mai um 20 Uhr statt.
„Leonce und Lena“ ist Komödie, bitterböse Satire, Gesellschaftskritik und Märchen in einem und zählt ohne Frage zu den Meisterwerken deutscher Lustspiele.

Leonce und LenaDie Story: Der Kronprinz Leonce (gespielt von Daniel Schillo) des Königsreiches Popo und die Prinzessin Lena (Eva Eiter) werden zur Heirat aus Machtgründen gezwungen. Beide fliehen vor dieser Zwangsheirat, zumal sie sich nicht kennen. Leonce mit seinem arbeitsscheuen, lustbetonten Narr Valerio (Christoph Felix Neumann) und Lena mit ihrer Gouvernante (Barbara Georg). Auf der Flucht verlieben sich Leonce und Lena ineinander oder sich zu kennen. Mit einem Trick gelingt es schließlich Valerio die beiden als Automaten getarnt vor König Peter (Michael Holzapfel) vermählen zu lassen.

Das Stück zeigt zudem einen lachhaften absolutistischen Hofstaat, voller Absurdität und Marionettenhaftigkeit. Dieses System gebärt Menschen ohne Werte und ohne wahrhaftigen Antrieb, bis auf Rosetta, die Geliebte Leoncens (Constanze Baus), die dieser jedoch mehr als kalt abstößt. Ein System also ohne Werte wie Glaube, Hoffnung und Liebe.

Die Kulisse wird versuchen die aberwitzigen grotesken Situationen des Stücks herauszuarbeiten und dabei Büchners ausgefeilten Wortwitz zum Tragen kommen lassen.

In der modernen Inszenierung von Markus Müller wird das Stück auch der Frage nachgehen, welche Umstände Menschen in den völligen Bedeutungsverlust ihrer Werte führen und welche Gefahren ein solcher Werteverlust in sich birgt, dabei reicht die Palette von persönlicher Apathie bis zu sexueller Gewalt und politischer Willkür.
Die Zuschauer erwartet somit ein „lustiger“ Abend und mehr, ja, viel mehr…

Die Bearbeitung des Stücks ist nah am Originaltext, der voller literarischer Zitate steckt. Dies macht sich die Bearbeitung zu Nutze, zitiert Büchner in Büchner und führt unter anderem einen griechischen Chor ein, der das Stück kommentiert.
Für die fast krankhafte, narrenhafte Situation und Atmosphäre wurde ein Bühnenbild entworfen, dass sich durchaus an ein Narrenhaus/Gummizelle anlegt (Bühne und Technik: Markus Kumpf, Klaus Müller und Martin Schmitz)

Im Rahmen der Aufführungen bietet die Kulisse einen besonderen Service für Schulklassen an. Neben dem nochmals reduzierten Eintritt ab 10 Schülern, vor allem einen Besuch im Unterricht, um über das Stück, den Autor und die Inszenierung zu diskutieren. Interessenten wenden sich bitte an Markus Müller, 0163 4788284, mamue< at >online< punkt >de

Die Aufführungen am 12. und 13. Mai, jeweils um 20 Uhr im Bürgerhaus Neunkirchen, werden unterstützt durch den Kulturverein in Neunkirchen
Karten zum Preis von 7 und 5 Euro gibt es ab sofort bei Bücher König, Bahnhofstraße 43, Telefonische Reservierung auch unter 0163 4788284

Und plötzlich geht nichts mehr …

8. Mai 2007 - 9:12 Uhr

Aufgelesen bei Frau Echse sagt mal

Odyssee in Saarbrücken

8. Mai 2007 - 0:14 Uhr

Ich war heute ganz mutig. Seit langem habe ich mich mal wieder dem öffentlichen Nahverkehr in Saarbrücken anvertraut. Warum mutig? Seit Beginn des Jahres galt ein neuer Fahrplan, der vollkommen neu ausgearbeitet wurde. Alle Linien bekamen neue Nummern. Die Saartal-Linien stellten von zwei- auf dreistellige Nummern um. Dabei wurde aber peinlich genau darauf geachtet, dass man an der neuen Zuordnung bloß nicht die alte Wegstrecke erkennt.

Das war auch nötig, denn in den letzten 50 Jahren haben sich immerhin fast 50 Linien entwickelt. Mit den neuen Nummern ist man also für das Jahr 2057 wohl gerüstet. Vielleicht ist es aber nur das Vortäuschen von Größe … ;-).

Der neue Fahrplan stellte sich nur all zu schnell als „planlos“ heraus und wurde mit Wirkung zum 1. Mai noch einmal umgestellt. Es wurde besonderen Wert auf besseren Anschluss gelegt – so die Werbung.

Na gut, so habe ich es denn heute gewagt. Als erstes fiel mir beim einsteigen der etwas mitleidige Blick des Fahrers auf, als ich mein Begehr zur Beförderung in die Innenstadt äußerte und ein Zweieurostück hinlegte. „Zweizehn“ schalmeite es mir entgegen und ich war als Tarif-Unkundiger entlarvt. Nun denn, noch einmal nachgekramt und los geht es.

Am Römerkastell (für alle Nicht-Saarbrücker: einer der Drehpunkte im Saarbrücker ÖPNV) überraschte mich der neue Fahrplan. Ja, die Saarbahn war noch nicht längst weg wie früher. Ich durfte sie aus dem Bus heraus beim abfahren bewundern. Der Bus war übrigens sehr pünktlich – es gehört zum Plan.

Also sieben Minuten Wartezeit, Saarbahn, Nauwieser Viertel, drei Bierchen, ab nach Hause.

Welcher Komiker hat sich eigentlich die neuen Automaten an den Saarbahnhaltestellen ausgedacht? Ja, man kann nun Fahrkarten bis Neunkirchen (Nahe !!!!!) an dem Automaten lösen, aber der Tarif „Einzelfahrschein Stadt“, der wahrscheinlich 80% des Geschäfts ausmacht, benötigt ein genau so exaktes Studium des Automaten. Mir ist jedenfalls bei der Erstbenutzung die gerade ankommende Saarbahn vor der Nase weg gefahren.

Aber ich weiß es ja jetzt: eins-eins-eins, Einzelfahrschein Erwachsene (die Beleuchtung ist immer noch schlecht – ich weiß aber zweite Taste von oben), Fahrschein, ärgern über den Preis – warten.

Am Römerkastell freue ich mich auf den besseren Anschluss. Pustekeks! Es ist 22:35 – ich betrachte das nicht als unchristliche Zeit – fährt der nächste Bus in meine Richtung (und das ist die Hauptrichtung) erst um 22:57.

Wenn ich nicht dieses vollkommen überteuerte Ticket in der Tasche hätte, würde ich jetzt gemütlich nach Hause laufen, fünf Minuten warten und von meinem Fenster kopfschüttelnd dem Bus entgegensehen. Nun ja, bezahlt ist bezahlt und so warte ich.

Dabei fällt mein Auge auf den Fahrplan einer der neuen tollen Linien und diesen Witz:

Fahrplan - vorläufig

Leider hatte ich nur mein Mobiltelefon dabei und mit Blitz sieht man es noch schlechter:

Die Linie 152 fährt ausschließlich Sonntag Morgen um 6:39 sonst wirklich nie. Bei so einer Granularität braucht es tatsächlich dreistellige Liniennummern.