Seltsame Schönheitsideale …

20. Mai 2007 - 23:51 Uhr

Hierzulande magern sich hübsche junge Frauen zu scheintoten Kleiderständern ab, in Thailand verwenden wahrscheinlich ebenso hübsche Damen dubiose Mittelchen, um weißer zu erscheinen. Warum das alles? Bei Lichte betrachtet, ist das, was das jeweils andere Geschlecht als „schön“ betrachtet absolut durchschnittlich. Ja, wirklich. Synthetisch generierte Gesichter, die vollkommen durchschnittlich sind, werden als schön empfunden. Und gerade der männliche Teil der Bevölkerung fällt eben auf ein gerüttelt Maß an Kindchenschema herein. Nun ja …

Was macht uns denn die Werbung vor? „Ich will so bleiben wie ich bin“ – vorausgesetzt ich bin rank und schlank, sportlich und ziehe mein Grinsen von einem Ohr bis zum anderen. Ach nein, zumindest Frauen dürfen mehr Rundung zeigen zeigt „Dove“ – aber bitteschön mit makelloser Haut. Ach ja, dafür gibt es ja auch Mittelchen, die man sich aufschmieren kann.

Was mich am meisten erschüttert hat, war eine „Aufklärungsbroschüre“ für Menschen mit Neurodermitis, die mir eine Freundin zeigte. Lauter schöne Menschen mit samtweicher Haut. Hat da irgend jemand den Kopf auf Notstrom geschaltet?

Welch ein schwachsinniger Druck wird denn da aufgebaut? Es ist der Druck des ersten Eindrucks. Was aber einen Menschen zum bleiben anregt, ist mehr als der äußere Schein, die Seele des anderen. Dieter Bohlen und Heerschar von dieser Regel ausgenommen.

Ein trauriges Bild

19. Mai 2007 - 9:28 Uhr

Nein, wenn ich auf Nachrichten aus Israel/Gaza Streifen stoße, will ich keine Partei annehmen. Es überkommt mich nur ein sehr, sehr trauriges Gefühl. Wie kann es sein, dass in einem Landstrich, der drei der großen Weltreligionen heilig ist, so viel Hass entsteht? Ich könnte es noch irgendwo nachvollziehen, wenn Uneinigkeit herrschen würde, welcher Gott dies nun sei. Aber dies ist hier nicht gegeben. Ich wertschätze, dies sei vermerkt, auch alle andere Religionen, die eben nicht auf dieses Fundament bauen. Hier geht es aber um den „einen“ Gott, der diese drei Religionen verbindet. Ich gebe ihm aus gutem Grund keinen Namen.

Wo steht dieser Hass geschrieben? Wo ist das Gebot „Du sollst hassen wer nicht so glaubt wie Du“?

Wann überwinden die Menschen ihren Hass?

Tschüss, Scholli!

18. Mai 2007 - 20:36 Uhr

fcb1.jpgIch habe es ja morgen richtig gut. Ganz entspannt kann ich mir das Bundesligafinale anhören und später auch ansehen. Einfach nur die Spannung genießen und warten wer denn nun Meister wird. Nur in der der 50. Minute, da hoffe ich, dass dann live aus München berichtet wird. Da geht es zwar um nichts mehr (es sei denn Mainz führt dann mit 13:0 bei Rückstand der Wolfsburger), aber dann ist die Auswechslung von Mehmet Scholl angekündigt.

War der eigentlich schon bei der Vereinsgründung dabei? Nein, es waren „nur“ 15 Jahre. Schon beachtlich in einer Branche, bei der es auch einige gibt, die den Verein schon wechseln wenn das Trikot schmutzig ist. Vor allem wenn man sich seinen Wandel anschaut. Am Anfang noch auf Mediennähe bedacht und gern mal zu einem Spruch bereit, bei dem man nicht sicher war, ob da der Mund schneller ist als der Kopf oder beim Zuhörer der Kopf langsamer als das Ohr, klingen die Aussagen heute beinahe nach Altersweisheiten.

„Jetzt ist es einfach so weit. Jetzt ist der Punkt gekommen um zu sagen: Ich gehe – und ich gehe vor allen Dingen gerne“

„Vielleicht war es in vielen Situationen doch richtig, sich zurückzuhalten und auf Fußball zu konzentrieren“

Bin mal gespannt, was man morgen davon neben der Meisterfeier mitbekommt.

Trend verpennt?

17. Mai 2007 - 23:28 Uhr

heise online meldet heute:

Google findet Text, Bilder, Videos und Nachrichten gleichzeitig

Nur, leider gibt es keinen Filter, der nur nach Textseiten sucht. Eine Filterung nach Video, Bildern und Nachrichten ist ja auch weiterhin möglich.

Mayer [Marketing-Managerin bei google] sagte, Google hätte über rund zwei Jahre etwa 100 Ingenieure damit beschäftigt und beträchtliche Ressourcen in eine neue Infrastruktur investiert, um die neuen Ergebnisseiten zu liefern.

Ich frage mich, ob dies nicht besser in eine Verbesserung des Suchergebnisses geflossen wäre. Gerade in dem Gebiet, das überhaupt den Ruhm von google begründet hat, mutet die Bewegung wie das schwerfällige Stampfen eines Dinosauriers an, während sich die Nachfolger behänd durch das Geäst von Web 2.0 schwingen und den nächsten Sprung wagen.

Zweimal Schweden

17. Mai 2007 - 22:11 Uhr

Heute sind mir gleich zwei Berichte über das sympathische Land in Skandinavien vor die Füße gelaufen.

Transparenz als Grundpfeiler der Demokratie

In dem Artikel des Deutschlandsfunks wird die Einstellung der Schweden zum Thema „Gläserner Bürger“ dargestellt, die wohl weit offener ist, als hier in Deutschland. Dort gibt es zwar ebenfalls kritische Stimmen, aber die Diskussion scheint wesentlich unaufgeregter. Dies mag auch auch an einer traditionellen Offenheit des Staates gegenüber dem Bürger liegen.

Seit 1766 gilt im Königreich das in der Verfassung verankerte Öffentlichkeitsprinzip, das den Bürgern bis heute Zugang und Einsicht in sämtliche Verwaltungsdokumente ermöglicht.

Das scheint mir ein vollkommen anderer Zugang zu der Materie zu sein. Zum einen wird ein hoher Nutzen für den Einzelnen definiert und auch gelebt, zum anderen ist „die andere Seite“ in gleicher Form transparent. Auch in Schweden möchte man gerne den Datenverkehr unter die Lupe nehmen. Aber auch hier wird ganz klar und deutlich das Ziel und der Rahmen der Nachforschung genannt.

Niemand wird mit dem Kopfhörer dasitzen und Gespräche belauschen. Wir wollen mit automatischen Suchbegriffen einen sehr kleinen Teil der Informationen aus dem netz herausfiltern. Da geht es nicht um „Al-Qaida“, „Bin Laden“ und „Dynamit“. Wir suchen vielmehr ganz gezielt nach Decknamen, Codewörtern und anderen Aktivitäten, auf die uns befreundete Dienste hinweisen. Kein unbescholtener Bürger muss Sorge haben, dass der Geheimdienst seine E-Mails liest.

Vielleicht sollte Herr Schäuble einmal Urlaub in Schweden machen …

Der zweite Artikel hat durchaus einen etwas skurrilen Charakter, gefunden bei tagesschau.de:

Umweltfreundlich bis nach dem Tod

Unsere schwedischen Freunde machen sich anscheinend auch über das eigene irdische Leben hinaus Gedanken, wie man die Umwelt schonen kann. Mir ist allerdings die Energiebilanz zur Herstellung flüssigen Stickstoffs gerade nicht zur Hand ;-).

Ist das Glas halbvoll oder halbleer?

16. Mai 2007 - 17:09 Uhr

Häufig wird diese Frage gestellt, um festzustellen, ob der Befragte eher eine optimistische oder pessimistische Sicht der Dinge hat. Ist diese Frage eigentlich richtig gestellt, wenn sie schon die Antworten in sich trägt und eigentlich nur zwei Sichtweisen erlaubt?

Ich denke, die Frage müsste eher lauten „Genügt dir ein halbes Glas Wasser?“ Und da komme ich nicht umhin, aus dem jetzt und hier immer neu zu antworten. Momentan ist es regnerisch, ich sitze gemütlich am Schreibtisch – da genügt mir ein halbes Glas vollkommen. Wenn ich mich im Hochsommer körperlich betätige, reicht das eher nicht.

Dann ist es aber auch von Interesse, ob dies nun eine tatsächliche Beschränkung ist, oder ob ich das nur so wahrnehme. Den momentanen Zustand des Glases kann ich womöglich auch ändern und nachfüllen. Die Grenze liegt also nicht am Füllstand des Glases, sondern an der Menge Wasser, die ich beanspruchen kann oder darf.

Ansichtssache

15. Mai 2007 - 16:23 Uhr

Innenminister Schäuble hat heute den Verfassungsbericht 2006 vorgestellt. Welche Gefahr die größte sei? Dies wird unterschiedlich fokusiert. Gemeinsam ist den Berichten, dass sehr reduziert Zahlen herausgegriffen werden. Wer sich etwas weiter vertiefen möchte, dem sei der komplette Bericht ans Herz gelegt.

Obwohl – ein kleiner Fokus: Das Saarland liegt in der Statistik zurück – das erste mal, dass ich über so etwas froh bin ;-).