Archiviert in der Kategorie "Menschen"

Große Geste

15. April 2008 - 12:57 Uhr

Natürlich vollkommen unerwartet kommt das Thema Hunger mit aller Macht zurück. Da ist es doch schön, wenn die Regierungen in USA und Deutschland selbstlos Sofortmaßnahmen einleiten. USA gibt 126 Millionen, Deutschland stockt von 26 auf satte 36 Millionen auf.

Toll? Ist das wirklich, wirklich alles? Nehmen wir einen Bürger mit einem Nettoeinkommen von 25.000 € per Anno, multiplizieren dies mit dem Anteil der „Hungerhilfe“ am Bundeshaushalt (283 Milliarden im Jahr 2008) und stellen fest, dass dieser Bürger eine jährliche Spende von sage und schreibe 3,18 € entrichten müsste, um anteilig genau so viel oder wenig zu tun. Auf der Grundlage des Haushaltsentwurfs 2009 durch George W. fühlt sich ein US-Bürger dann schon (bei gleichem Gehalt wie oben) bereits mit 0,69 € auf der wohltätigen Seite.

Seit dem 19. März 2003 hat der Irakkrieg 497,2 Milliarden US-Dollar gekostet (Stand 24. Februar). Das sind 1854 Tage. Das sind 169,197 Millionen € pro Tag. Das heißt, mit dem, was USA und Deutschland im Jahr zusammen gegen den Hunger tun, kann man gerade leidlich gut einen Tag Krieg im Irak führen bestreiten.

Entschuldigung für den sarkastischen Unterton, aber so etwas regt mich auf.

(Edit: Tageskurs € in $ = 1,5849 nur zur punktuellen Nachvollziehbarkeit ;-) )

Support Your Local Dealer – Versuch 2

26. März 2008 - 21:21 Uhr

Nachdem ich Mitte Februar dem lokalen Einzelhandel die vergnügliche Chance gab, mir bei der Suche nach Bowling-Schuhen behilflich zu sein, hatte sich ja schon eine leise Ahnung ergeben, dass das ja nicht mehr so wie vor ein paar Jahren ist. Natürlich gibt es immer noch Sportfachhändler, wenn auch nur noch die großen Ketten und die Fachabteilung in den Warenhäusern. Lediglich ein einziger eingesessener Händler hat die Zeit überdauert. Und selbst der fährt lediglich noch Linien für Trendsportarten. Bleibt nur Amazonien.

Bei der Durchsicht der Fotoausrüstung fiel mir auf, dass der Kugelkopf meines Stativs irgendwo, irgendwann abhanden gekommen sein muss. Und der Tasche sieht man den ehedem regen Gebrauch doch sehr an, um das Wort schäbig zu meiden. Also prüfte ich auf der Herstellerseite nach, ob es denn noch ein ähnliches Modell des Stativs gibt und ob der Kugelkopf auch separat erhältlich ist – beides ja. Man kann sogar einen „Fachhändler in Ihrer Nähe“ suchen. An dieser Stelle musste ich dann doch ein wenig schmunzeln, als ich dort die Elektrokette mit rot-weiß-blödem Schriftzug und die Kaufhauskette mit dem großen „K“, für die schon Verona Feldbusch und Harald Schmidt die Köpfe in die Kamera gehalten haben, als einzige Händler vor Ort erspähte. Rot-Weiß-Blöd führt diese Marke nicht. Ich weiß es, ich habe dort schon nachgeschaut. Bleibt nur noch eine Fahrt in die Innenstadt.

Es gibt Verkäufer, die halten Kunden für eine Strafe. Nachdem ich die sehr, sehr übersichtliche Nische mit so genannten Stativen gründlich innerhalb von drei Sekunden abgesucht hatte, ohne die Marke des Vertrauens zu erspähen, dauerte es dann doch zehn Minuten, den LadenhüterVerkäufer aus seiner Geschäftigkeit zu reißen. Man soll Menschen nicht dabei stören, wenn sie akribisch Thermometer sortieren. Ich konnte ja die Zeit nutzen, nach einer neuen Tasche zu sehen. Die Einzige, die in die nähere Wahl kam, hatte natürlich keinen sichtbaren Preis.

Ich weiß, es ist böse und unverschämt, aber nun hatte ich schon zwei Fragen. Zumutung eins wurde mit einem verächtlichen „Hammer schon seit Johre nemmee!“ abgewatscht. Für Frage zwei musste der arme Mensch sich sogar ein Regal weiter bemühen. „Hunnerdneinzehnfinfeneinzisch“ (119,95 €). Mit dem Unterton „die kaafschde sowieso net“. Stimmt. Die gleiche Tasche gibt es via Internet schon ab 79,95 €. Und eigentlich ist sie auch für meine Zwecke etwas überdosiert im Raumangebot.

Aber diese Spitzfindigkeit wollte ich dem armen Menschen dann doch nicht mehr zumuten. Die weitere Suche nach einer Tasche förderte nur billige (ich meine billig, nicht preisgünstig) Ware zu Tage. Also doch auf nach Amazonien und Kugelkopf und Markentasche incl. Versand für 80 € in 10 Minuten bestellt.

27. Februar 2008 - 1:06 Uhr


[via Dr. Blume]

Aquarium-Tsunami und die Ursachen

24. Februar 2008 - 15:18 Uhr

Als gestern um etwa 16:30 plötzlich die Zimmertüren in den Zargen knarrten und sich eine zwei Zentimeter hohe Welle durch das Aquarium schwappte, dachte ich mir schon, dass dies um einiges über das hinausgeht, was die Baustelle vor der Tür oder ein voll beladener Güterzug auf der nahen Bahnstrecke normalerweise an Erschütterungen vollbringen können.

Tatsächlich war es die Wirkung eines Erdbebens, das das 25 Kilometer entfernte Saarwellingen erschütterte.

Die bösen Handyhersteller

1. Februar 2008 - 11:56 Uhr

Nach Siemens/Benq und Nokia folgt nun Ericsson und Motorola geht es auch nicht gut.

Ich frage mich gerade, ob das auch ein klitzekleinwenig damit zu tun hat, dass wohl die meisten Mobilfunknutzer ihr neues Telefon eben nur als Zückerchen für einen neuen Vertrag verstehen und nicht als Hi-Tech Gerät, das entwickelt werden muss und eigentlich auch Geld kostet. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Netzbetreiber, die selbst unter Druck stehen, den Herstellern hohe Margen garantieren. Nur mal so.

Mein „Neues“ hat mich auch nur 10 Euro gekostet – willkommen im Glashaus ;-).

Anschauen erlaubt …

1. Februar 2008 - 10:37 Uhr

Gestern im heute-Journal ein Beitrag, der mir aus der Seele spricht …

Ist das die gleiche Person?

26. Januar 2008 - 17:33 Uhr

Manchmal muss ich schon staunen, was Frau Merkel so alles sagt. Überwachung findet sie gut. Wo käme man denn hin, wenn wir nicht endlich der Falschparker in der dritten Reihe Herr werden.Warnschussarrest? Auch gut!

Wenn aber geschätzte 400 Milliarden verzockt werden, ist das alles nicht so schlimm. Kein Grund zur Beunruhigung, alles wird gut. Wirklich? Wenn tatsächlich erst ein Viertel der Verluste bekannt sind, welche Auswirkungen haben dann die restlichen Dreiviertel? Das ist immerhin die Größenordnung des Staatshaushalts der BRD – nur um mal eine Vergleichsgröße zu haben.

Wenn ich Kleinanleger wäre und mir zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre das Vermögen geschreddert würde, hätte ich schon ein ungutes Gefühl. Oder Bankangestellter, Unternehmer oder oder. Aber mit ein wenig Optimismus bekommen wir das alles wieder hin.