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Barack Obamas Rede in Kairo

4. Juni 2009 - 20:24 Uhr

Ich habe mich ja lange zur Obamania bedeckt gehalten. Ich will jetzt doch in den Obama Fanclub.

Blog-Karneval-Beitrag Malaria

25. April 2009 - 0:01 Uhr

Herr Fischer hat zum Blogkarneval gerufen, um am Welt-Malaria-Tag (heute!) für Roll Back Malaria Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dem möchte ich doch gerne folgen.

Malaria scheint für wohl die meisten sehr weit weg, wenn nicht eine Reise in ein fernes Land ansteht, in dem diese Krankheit noch fröhliche Urstände feiert. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass auch hier in Europa diese Krankheit heimisch war. Auch hier in Deutschland, wo es 1783 Friedrich Schiller als vielleicht Prominentesten traf. Aber auch noch bis 1946 im Emsland, und Italien wurde erst 1970 als malariafrei eingestuft. Ich möchte mich nicht so sehr mit dem Lebenszyklus der Plasmodien mit ihrem Generationswechsel aufhalten, da dies an anderer Stelle schon gut beschrieben ist. Wer dem Link nicht folgen mag – ich frage das später ab ;-). Insgesamt ist das Thema so weit zu fassen, dass es bei Weitem nicht in einem einzelnen Blogpost abzuhandeln ist. Ich kann daher nur Facetten beleuchten. Die einfachste Lösung des Problems wäre eine Schutzimpfung, aber die gibt es bisher nicht. Also müssen bis auf Weiteres alternative Wege beschritten werden.

Eindämmung

Da der Hauptüberträger die Anopheles Mücke ist, bietet es sich an, hier den Hebel anzusetzen. Es wäre vergeblich sich zum Ziel zu setzen diese vollständig auszurotten, sondern es geht in erster Linie darum Anopheles plasmodienfrei zu bekommen. Nichtsdestotrotz wurde versucht, das Massenvorkommen einzudämmen; in Europa erfolgreich, in den tropischen Gebieten kam nach anfänglichen Erfolgen (so hatte man gute Hoffnung, in Indien und Sri Lanka die Malaria fast besiegt zu haben, als die Zahl in Sri Lanka nur noch bei 20 Fällen lag und in Indien die Zahl von 75 Millionen in den 1950ern auf 50.000 1961 zurückging) die Malaria wieder zurück. Bereits 1971 lag die Zahl für Indien wieder bei 1,3 Millionen und Sri Lanka hatte eine Epedimie mit 500.000 Fällen Ende der 1960er zu verzeichnen.

Tötet die Brut!

Der Hauptansatzpunkt bei der Bekämpfung der Anopheles in Europa richtete sich gegen ihre Larven. Diese wachsen im Wasser auf. Auch wenn sich Anopheles in der Auswahl des „Gewässers“ ausgesprochen genügsam zeigt – es genügt eine Pfütze oder Wasseransammlung in einer Astgabel, vorausgesetzt sie fällt über die Entwicklungszeit nicht trocken – so mag sie es jedoch ganz gerne rundum feucht um sich massenhaft zu vermehren. So hat die Trockenlegung ehemaliger Sumpfgebiete Anopheles einigen Lebensraum gekostet, und da wo die Trockenlegung nicht hinkommt wurden Öle versprüht, die der Anopheleslarve die Luft zum atmen nahm und damit die Population dezimierte. Ein weiterer Verbündeter im Kampf gegen die Larven – wenn auch erst in neuerer Zeit – ist der Bacillus thuringiensis israelensis, der durch seine Endotoxine die Larven mächtig dezimiert.

Kollateralschaden in der Camargue

Nun kann man nicht alle Sumpfgebiete trocken legen oder mit Öl besprühen, vor allem, wenn es sich um ein Naturschutzgebiet wie die Camargue in Südfrankreich handelt. Dort und an anderen Orten wurde Anopheles mit einem an sich liebenswerten kleinen Fischlein namens Koboldkärpfling oder vornehm Gambusia affinis zu Leibe gerückt. Diese kleinen Burschen haben zwei große Hobbies: Mückenlarven fressen und sich vermehren. Wo das erste Hobby durchaus erwünscht ist, hat das zweite jedoch Auswirkung auf einen unbeteiligten Verwandten, nämlich Aphanius fasciatus. Diese heimische Art legt Eier, während Gambusia lebendgebärend ist und somit einen klaren Vorteil bei der Vermehrung hat. Uwe Römer untersuchte dort 1990 den besorgniserregenden Rückgang von Aphanius fasciatus [1]. Nur zwei Jahre später konnten wir während einer Exkursion auch in einem von Römer als gambusenfrei beschriebenen Gewässer bei Cacharel massenhaft Gambusia finden, aber keine Spur mehr von Aphanius [2]. Auch wenn dies den Gesamtbestand dieser Art nicht in Gefahr bringt, liegt doch der Verdacht nahe, dass sie sich aus der Camargue verabschiedet hat, genau wie die Malaria.

Dead on First Sting

Auch den adulten Mücken wird nachgestellt. Nun ist es müssig, allen Mücken mit der Klatsche hinterher zu laufen. Wesentlich bei der Bekämpfung von Malaria ist es, den Übertragungsweg zu blockieren. Ein Stich an sich ist harmlos, so lange keine Plasmodien in der Mücke vorkommen [3]. So macht man sich eine Angewohnheit von Anopheles zu Nutze, sich nach einer Blutmahlzeit zuerst einmal einer ausgiebigen Siesta hinzugeben. Dazu nimmt sie gerne an Wänden oder sonstigen Gegenständen Platz und verdaut erst einmal. Da liegt es nahe, diese Wände mit DDT zu besprühen und somit den Kreislauf zu brechen. Jetzt mögen diese Mücken blöd sein, gemessen an menschlichen Maßstäben, aber auch sehr fertil. Das heißt, mit der Zeit züchtet man resistente Stämme und das Ganze wird in vielen Regionen unwirksam.

Prophylaxe und Behandlung – kurz gefasst

Wie Eingangs bereits erwähnt, können in einem einzigen Artikel nicht alle Dinge abgehandelt werden. Dieser Teil daher nur angerissen; schließlich bin ich auch kein Mediziner ;-). Am besten ist es wohl, man lässt sich erst gar nicht stechen. Dabei kann es hilfreich sein, die Haut bedeckt zu halten, mückenabschreckende Mittel zu verwenden und unter Insektizid-behandelten Moskitonetzen zu nächtigen. Wenn es schon nicht komplett vermeidbar ist, von Anopheles gestochen zu werden und sich damit die Erreger einzufangen, sollte man wenigstens verhindern, dass die Krankheit ausbricht. In vielen Gebieten wird eine Chemoprophylaxe empfohlen, die allerdings auf gebietsspezifische Resistenzen abgestimmt sein sollte. Trifft einen die Krankheit doch, war lange Zeit Chloroquin das Mittel erster Wahl. Nach anfänglich guten Erfolgen mit Chloroquin traten bereits in den 1960ern Resistenzen gegen dieses Mittel auf. Aus heutiger Sicht werden vor allem Artemisinin-haltige Präparate empfohlen.

Armut, Politik und Malaria

Es gibt schon zu denken, warum Malaria gerade in den ärmeren Gebieten wieder auf dem Vormarsch ist. Bei der Versorgung mit Medikamenten und prophylaktischen Maßnahmen wie die Insektizid-behandelte Moskitonetze stößt man schnell auf zwei einschränkende Faktoren: Das eine ist die Kostenfrage, denn das Ganze kostet ja auch Geld und genau das ist in diesen Ländern Mangelware. Auf der anderen Seite wiederum drückt eine hohe Zahl an Malaria Erkrankten ganz erheblich auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Spätestens da beißt sich die Katze in den Schwanz. Hinzu kommt, das gerade inden am stärksten betroffenen Gebieten human gefestigte politische Systeme auch Mangelware sind, die eine ausreichende und nachhaltige Versorgung gewährleisten könnten.

Bodycount

Ich persönlich finde die Zahlenfuchserei, wie viele Menschen einer Krankheit, einer Naturkatastrophe oder Krieg zum Opfer fallen schon ein wenig morbide. Unterm Strich sind es dann doch letztendlich „zu viele“. Und hier macht es Malaria dem Statistiker eben auch nicht leicht. Da Malaria nicht per se tödlich ist, aber den Gesamtorganismus erheblich schwächt, ist es gerade dann schwierig, wenn Begleiterkrankungen hinzukommen, die ihrerseits eben auch nicht zwangsweise mit dem Tode enden. Was soll man dann auf den Zettel an der großen Zehe schreiben? Roll Back Malaria beziffert die Sterbefälle pro Jahr auf 881.000.

Return on Investment

Zugegeben, diese Überschrift entbehrt nicht eines gewissen Sarkasmus. Aber wem die humanitäre Herausforderung nicht ausreicht und lieber in Kosten und Nutzen denkt, dem sollte dieses Thema auch von dieser Seite lohnenswert erscheinen. Alleine in Afrika schmälert Malaria das ökonomische Einkommen pro Jahr um 12 Milliarden US-Dollar. Dem stehen allerdings – nach Zahlen von Roll Back Malaria – lediglich Kosten von 4,2 Milliarden US-Dollar jährlich für eine effektive Malariabekämpfung weltweit gegenüber.

Vor einem Jahr hätte man vielleicht bei einer Summe von 4,2 Milliarden Dollar noch weiche Knie bekommen und sich gefragt wer denn das bezahlen soll, aber bei den Summen, die momentan durch alle Winde geschossen werden scheint mir das ein guter Deal zu sein.

[1] Römer, U. (1991k): Zur Situation von Aphanius fasciatus in der Camargue. DATZ Aquarien Terrarien 44 (12): 802 – 804

[2] Bericht über die Meersbiologische Exkursion der Fachrichtung Zoologie der Universität des Saarlandes zur Côte d’Azur und in die Camargue 1992

[3] Ich habs gesagt: Ich frage ab! ;-)

Der Tanz von Prinzessin Hiroshibelle

23. April 2009 - 14:01 Uhr

Vorgestern hatte ich das Glück und Vergnügen, den experimentellen Kurzfilm „Der Tanz von Prinzessin Hiroshibelle“ von Volker Schütz zu sehen.

Glück vor allem deshalb, weil in meinem Verständnis dem Begriff „Experimentalfilm“ eine überbordende Kopflastigkeit anhaftet, die nur selten mit dem Begriff „Genuss“ auch nur annähernd in Verbindung zu bringen ist. Ich möchte keinem Stein in Echtzeit beim bemoosen zusehen. Ich mag diese scheinbar selbstlos auferlegte Askese nicht, die mit geringem Aufwand ein Machwerk hervorbringt, das selbst ernannte Connaisseure zum schwelgen bringt. Oft ist es nur eine kleine Idee mit kleinem Aufwand, die je unverständlicher um so mehr goutiert wird. Dem war zum Glück nicht so.

Vergnügen deshalb, weil sich der Film wohltuend von diesem Vorurteil abhebt. Auch hier ist eine gewisse Askese fest zu machen. Zum einen in der Wahl einer Lochkamera, um den Film zu belichten und zum anderen für den „Soundtrack“ ein Theremin zu verwenden. Beides ist hervorragend geeignet um einen ausgesprochen stimmungsvollen und poetischen Eindruck zu vermitteln.

Eine Sprechstimme setzt lediglich den Rahmen für die Handlung, die in einer fernen , kriegerischen Zukunft spielt, in der die längst Verstorbenen als Geister die Zeit bis zur Ankunft Prinzessin Hiroshibelles mit Tanz zu den Klängen des Theremins füllen. Das Theremin ist, so lernt man, das einzige Instrument, das berührungsfrei und somit auch von Geistern zu spielen ist. Abseits dieses Rahmens liegt ein weiter Raum, die Geschichte in der eigenen Vorstellung entstehen zu lassen.

Man spürt, welche Arbeit in diesem Film steckt, der aus (hoffentlich erinnere ich mich richtig) 70000 Einzelbildern montiert wurde und viele Unwägbarkeiten durch die verwendeten Instrumente Lochkamera und Theremin, die sich einer vollständigen Kontrolle entziehen, in der Produktion mit sich brachte. Darum sei auch der einzige Kritikpunkt verziehen, dass die achteinhalb Minuten viel zu schnell vorbei gingen. Aber für den Herbst hat Volker Schütz eine Langversion versprochen, auf die ich mich jetzt schon freue.

Einen Eindruck des Films vermittelt der Beitrag im Kulturspiegel des SR-Fernsehens:

Von Verhüterlis und Tünche

18. März 2009 - 16:06 Uhr

Ich mag mich nicht an der Diskussion über Sinn und Unsinn von Kondomen und der Haltung der katholischen Kirche zu diesem Thema beteiligen. Weniger aus dem Umstand, dass ich dazu keine Meinung hätte, aber mir scheint, als sei dazu schon lange fast alles gesagt. Die Diskussion ermüdet nur noch und wird wohl auf längere Sicht fruchtlos bleiben.

Immerhin auf tagesschau.de gibt es einen kleinen Hinweis, dass der Papstbesuch in Kamerun auch einen anderen Aspekt hat, über den man in der deutschen Presse recht wenig berichtet. In Yaoundé wurde pünktlich zum Papstbesuch ein „Frühjahrsputz“ durchgeführt, bei dem kleine Läden, Barracken und Häuser eingerissen und beseitigt wurden, die dem ästhetischen Empfinden abträglich waren. Da wird sich die Hoffnung des Händlers Francis kaum erfüllen:

„Wenn der Papst sehen würde, in welchen Bedingungen wir leben, würde er viel verstehen“, sagt der Händler Francis. „Er wird viel mehr verstehen, als wenn er sich nur das Theater anschaut, dass die Politiker für ihn veranstalten werden.“

Warum darüber nicht mehr berichtet wird, weiß ich nicht. Schließlich meldete Reuters dies schon ausführlich am 10. März. Plötzlich einsetzende Copy-Paste-Hemmung?

Geht man über Global Voices ein wenig mehr in die Tiefe, ergibt sich ein wesentlich differenzierteres Bild.

Griet, Thorsten, Jara and Lisa in Cameroon entlarven die Aussage von Tonye Bakot, Erzbischof von Jaunde, dass diese Maßnahmen in keinem Zusammenhang mit dem Papstbesuch stehen, sehr schnell und geben einen Einblick, welche negativen Folgen für die Leute in der Stadt entstehen.

As a consequence – or should I say precursor – of this visit, some dramatic measures have been taken.
1 All small shops, houses, vendor’s stalls that don’t look nice enough are being destroyed with a large caterpillar. The truck comes by, looks at your stall/house/whatever and if the driver doesn’t like, he just destroys it with all its content. It all started about a week ago in the city centre. Suddenly the streets did not house streetvendors anymore, all the local shops at the post office disappeared etc. Now it’s been extended all the way to the airport.
2 The road to the airport has brand new streetlights. But then ONLY the way from the airport to the town centre.
3 Tuesday (for sure, other days to be confirmed) the road between airport and town centre will be blocked. Note: the pope arrives in the evening, but the road needs to be blocked from EARLY MORNING. Hence nobody can get to/from work, school etc.
4 It has been announced on the radio that all shops and houses on the road to the airport etc need to keep all windows and doors closed on Tuesday – police will patrol to make sure orders are followed.
5 As a result of all this, tension has risen in town centre among street vendors and shop owners and riots cannot be ruled out… Keep indoors I would say.
6 As said before, the Pope will do a mass on Thursday in the Stadium. It’s open for the public but tickets are 1000 FCFA (almost 2 Euro) and people will have to walk kilometers to get there as the roads will be blocked, obviously.

Eine sehr heftige Diskussion wird auch bei „Our Man in Cameroon geführt“. Ein Spannungspunkt dabei ist, dass die Gebäude rein rechtlich betrachtet illegal errichtet wurden, auf der anderen Seite aber die einzige Lebensgrundlage für die betroffenen Menschen waren. Daran entzündet sich eine Diskussion, ob Hilfsorganisationen religöser oder weltlicher Prägung „besser“ sind.

Mir scheint, dieses Vorgehen und die Situation vor Ort böten genügend Grundlagen für eine fruchtbare Diskussion, wenn man sie denn führen wollte.

In dem Diskurs bei Our Man in Cameroon wird auch auf eine Studie der OECD zum Stand der Entwicklungshilfe verwiesen. Die referenzierte Studie ist von 2004 und liegt mittlerweile auf dem Stand 2007 vor. Im Überblick wird bereits die Brisanz durch die derzeitige Wirtschaftslage deutlich:

Aid continued to increase in 2007, once exceptional debt relief is excluded from the figures. But the increase was only 2% on 2006. This is much too slow if donors are to meet their commitments to increase aid by 2010. In particular, most G8 countries will need to rapidly expand their aid if they are to meet the commitments they undertook at the Gleneagles summit in 2005.
The current financial crisis will increase pressure on donor aid budgets. But to avoid further harming the countries that have already suffered most from soaring food and oil prices, the OECD is urging governments to take an Aid Pledge to stick by their existing aid commitments.

Ein Chart daraus verdeutlicht dies recht gut:

Die Graphen zeigen den Verlauf der geleisteten Entwicklungshilfe bis 2007 zum einen in prozentualem Bezug zum Bruttonationaleinkommen (blau, linke Achse) wie auch in der Gesamthöhe (magenta, rechte Achse in Milliarden Dollar) und den Anteil für Afrika (grün, rechte Achse). Der zunächst optimistisch anmutende Knick nach oben in 2005 und 2006 ist der Entschuldung des Iraks und Nigerias zu verdanken. Darüber hinaus wird bis zum Jahr 2010 extrapoliert auf den Wert, zu dem sich die DAC Mitgliedsstaaten verpflichtet haben. Da muss sich noch einiges bewegen und das in einer ausgesprochen ungünstigen Zeit.

Zu den Vorzügen von Open Source unter der besonderen Berücksichtigung von Linux

17. März 2009 - 12:33 Uhr

Um Herrn Reich-Ranicki zu widersprechen, gibt es doch noch gute Sendungen im Fernsehen. Sogar bei den öffentlich-rechtlichen Sendern abseits von arte. Allerdings sind manche Sendungen auf Sendeplätzen versteckt, die kaum wahrgenommen werden. Zum Beispiel die Sendung „neues spezial: Die Reise des Pinguins„.

Gut getarnt im Sonntagnachmittagprogramm und gestern spätnächtens im ZDF wiederholt, berichtet die Sendung über die Idee von Linux und anderer Open Source Software.

Glücklicherweise kann die Sendung in der ZDF-Mediathek via Internet angeschaut werden.

„Kein Tag vergeht, an dem man im Internet keine neue Meldung von Behörden, Institutionen lesen kann, die sich für das Betriebs-System Linux entscheiden. Angesichts von leeren Kassen und Online-Überwachung, ist die Transparenz und Offenheit dieses Betriebs-Systems mehr als Willkommen. Wir versuchen mit dieser Dokumentation das Betriebs-System Linux vorzustellen, seine Macher, seine Nutzer und seine außergewöhnliche Community – den Linux-Pinguin Tux nicht zu vergessen“

Neben dem rein pekuniären Aspekt äußert sich zum Beispiel  Simon Phipps, Chief Open Source Officer bei Sun Microsystems über den eigentlichen Wert freier Software.

„Ich glaube wirklich nicht, das Menschen den wahren Wert von freier Software erkennen. Das Wort ‚frei‘ lässt besonders englischsprachige Menschen auf das Preisschild schauen. Der wahre Wert freier Software ist aber die Freiheit, jederzeit die Kontrolle darüber zu haben, was sie mit Software machen. Gerade, wo wir auf ein Europa der Überwachung zusteuern, mit Kameras an jeder Straßenecke und der Unterstellung, dass sie Krimineller sind, wenn sie Musik herunterladen, wo versucht wird, zu kontrollieren, was sie anschauen und wohin sie sich bewegen. Gerade hier müssen wir über das Preisschild hinausschauen auf den Wert der Freiheit, denn das bezieht sich auf Software wie auch auf alle anderen Bereiche unserer Kultur.“

Die Bedeutung gerade für Länder der so genannten dritten Welt wird gegen Ende beleuchtet, wo die Mittel für lizenzpflichtige Software eben nicht vorhanden sind und Open Source Software diese Länder in die Lage versetzt, an der digitalen Welt Teil zu haben.

Same Procedure as Last Amoklauf

12. März 2009 - 14:43 Uhr

Es mag bitter klingen, aber nun hat der „Amokläufer von Winnenden“ sein Ziel erreicht. Alle Zeitungen überschlagen sich über seine Tat zu berichten und einen Wikipediaeintrag hat er auch. Er hat die ungeteilte Aufmerksamkeit, wenn auch nur in handelsüblichem Betroffenheitsjournalismus.

Die üblichen Verdächtigen sind auch schon gestellt: Internet, Killerspiele, zu laxe Waffengesetze. Das reicht für wochenlange Diskussionen, aber es bleiben doch Fragen offen.

Vielleicht darf man die Frage nach der Mitschuld des Schulwesens einfach nicht stellen. Tatsächlich hat sich doch synchron zu der Entwicklung des Internets und der Perfektionierung so genannter Killerspiele auch in den Schulen einiges getan.

Die politisch vorgegebene Zielsetzung richtet sich doch mittlerweile an drei Eckpfeilern aus:

1) Ein möglichst gutes Ranking in der PISA-Studie

2) Wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Schulabgänger

3) Kosteneinsparung auch auf Kosten viel zu großer Klassen

Ob dies auch im Interesse der Schüler und Schulen ist, bleibt weitgehend unberücksichtigt. In der Motivliste dieses und vorangegangener Ereignisse liest man immer wieder über Ausgrenzung, gemindertes Selbstwertgefühl, verbaute Berufsaussichten. Meines Erachtens sollte man eher da hin schauen und die Ursachen suchen.

Wenn ein durch Killerspiele angeheizter Gewalttrieb verantwortlich wäre, der sich in die Realität Bahn bricht, kämen auch andere Orte mit großer Publikumsdichte in Frage. Warum immer wieder Schulen?

Aschermittwochszug

25. Februar 2009 - 18:36 Uhr

Ich habe es ja nicht so mit Fasching. Darum bleibe ich Faschingsumzügen auch so gerne fern. Heute gab es hier in Schafbrücke einen Zug durch die Gemeinde, dem ich mich gerne angeschlossen habe. Warum? Darum!