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Wenn sich Saubermänner schmutzig machen

24. Mai 2007 - 21:13 Uhr

Immer mehr Radprofis und Ärzte gestehen derzeit ein, gedopt zu haben oder Doping unterstützt zu haben. Es ist natürlich leicht sich jetzt in eine „ich hab das doch schon immer gewusst“ Pose zu werfen.

Natürlich hat das jeder gewusst. Es ist schon ein wenig naiv zu glauben, dass die Leistungssteigerung in den letzten Jahren nur auf ausgefeilte Trainingspläne und verbessertes Material zurückzuführen ist. Kommt halt auch darauf an, ob man diese Seite auch sehen will. Viele Zuschauer sind wohl eher durch die Erfolge eines Jan Ullrich zum Radsport gekommen als durch eine grundsätzliche Begeisterung für diesen Sport. Und diese Zuschauer sind halt nur durch Erfolge zu halten, sonst ziehen sie weiter, dahin wo der nächste Erfolg ist. Wie viele Zuschauer hatte Handball in den letzten Jahren?

Es wäre vielleicht auch an der Zeit, dass sich auch mal Menschen wie Herr Prudhomme die Hand vor den Augen wegnehmen. Wenn er davon spricht, das „System“ zu stürzen, kann er sich ja wohl schwerlich davon ausnehmen. Dann bedeutet eine „saubere“ Tour auch eine langsamere Tour oder eine mit wesentlich mehr „Aussteigern“. Aber so lange die Leistungen, die mit chemischer Hilfe erzielt wurden, das Maß aller Dinge sind, bleibt der Wunsch wohl unerfüllt.

Vielleicht ist es ja ganz gut, dass sich Jan Ullrich in Schweigen gehüllt hat. Zumindest der „Betrug an der Mannschaft“ kann so wohl nicht mehr bestehen bleiben. Bestenfalls wenn er heimlich seine Mittelchen abgesetzt hat. Noch ein, zwei Monate, und er wird wohl nur einer von Vielen sein und nicht mehr der große Buhmann. Es war ja schon skurril: Ein paar Tage vor der Tour zerrt jemand einen Blutbeutel mit der Riesenaufschrift „Jan“ hervor. Das sieht sogar mit einigem Abstand noch immer nicht nach einem „Fund“ sondern nach Inszenierung aus.

Ich bezweifele nicht, dass auch Jan Ullrich gedopt hat, wann auch immer. Aber langsam wird wohl klar, dass er nur ein schwarzes Schaf unter vielen war. So langsam wird das scheinheilige Moralgetue zum Bumerang.

Ein trauriges Bild

19. Mai 2007 - 9:28 Uhr

Nein, wenn ich auf Nachrichten aus Israel/Gaza Streifen stoße, will ich keine Partei annehmen. Es überkommt mich nur ein sehr, sehr trauriges Gefühl. Wie kann es sein, dass in einem Landstrich, der drei der großen Weltreligionen heilig ist, so viel Hass entsteht? Ich könnte es noch irgendwo nachvollziehen, wenn Uneinigkeit herrschen würde, welcher Gott dies nun sei. Aber dies ist hier nicht gegeben. Ich wertschätze, dies sei vermerkt, auch alle andere Religionen, die eben nicht auf dieses Fundament bauen. Hier geht es aber um den „einen“ Gott, der diese drei Religionen verbindet. Ich gebe ihm aus gutem Grund keinen Namen.

Wo steht dieser Hass geschrieben? Wo ist das Gebot „Du sollst hassen wer nicht so glaubt wie Du“?

Wann überwinden die Menschen ihren Hass?

Tschüss, Scholli!

18. Mai 2007 - 20:36 Uhr

fcb1.jpgIch habe es ja morgen richtig gut. Ganz entspannt kann ich mir das Bundesligafinale anhören und später auch ansehen. Einfach nur die Spannung genießen und warten wer denn nun Meister wird. Nur in der der 50. Minute, da hoffe ich, dass dann live aus München berichtet wird. Da geht es zwar um nichts mehr (es sei denn Mainz führt dann mit 13:0 bei Rückstand der Wolfsburger), aber dann ist die Auswechslung von Mehmet Scholl angekündigt.

War der eigentlich schon bei der Vereinsgründung dabei? Nein, es waren „nur“ 15 Jahre. Schon beachtlich in einer Branche, bei der es auch einige gibt, die den Verein schon wechseln wenn das Trikot schmutzig ist. Vor allem wenn man sich seinen Wandel anschaut. Am Anfang noch auf Mediennähe bedacht und gern mal zu einem Spruch bereit, bei dem man nicht sicher war, ob da der Mund schneller ist als der Kopf oder beim Zuhörer der Kopf langsamer als das Ohr, klingen die Aussagen heute beinahe nach Altersweisheiten.

„Jetzt ist es einfach so weit. Jetzt ist der Punkt gekommen um zu sagen: Ich gehe – und ich gehe vor allen Dingen gerne“

„Vielleicht war es in vielen Situationen doch richtig, sich zurückzuhalten und auf Fußball zu konzentrieren“

Bin mal gespannt, was man morgen davon neben der Meisterfeier mitbekommt.

Free Hugs

9. Mai 2007 - 20:10 Uhr


Eine wirklich schöne Aktion. Auf der Seite des Initiators Juan Mann findet man seine Begründung:

I’d been living in London when my world turned upside down and I’d had to come home. By the time my plane landed back in Sydney, all I had left was a carry on bag full of clothes and a world of troubles. No one to welcome me back, no place to call home. I was a tourist in my hometown.

Standing there in the arrivals terminal, watching other passengers meeting their waiting friends and family, with open arms and smiling faces, hugging and laughing together, I wanted someone out there to be waiting for me. To be happy to see me. To smile at me. To hug me.

So I got some cardboard and a marker and made a sign. I found the busiest pedestrian intersection in the city and held that sign aloft, with the words „Free Hugs“ on both sides.

And for 15 minutes, people just stared right through me. The first person who stopped, tapped me on the shoulder and told me how her dog had just died that morning. How that morning had been the one year anniversary of her only daughter dying in a car accident. How what she needed now, when she felt most alone in the world, was a hug. I got down on one knee, we put our arms around each other and when we parted, she was smiling.

Everyone has problems and for sure mine haven’t compared. But to see someone who was once frowning, smile even for a moment, is worth it every time.

Es ist erstaunlich, wie viele Nachahmer es mittlerweile gibt. Die Videos auf der Originalseite sind nur ein kleiner Teil dessen, was man bei YouTube mittlerweile finden kann.

Armut

6. Mai 2007 - 11:08 Uhr

Ich habe heute Morgen die Seite Poverty.com gefunden, die auf zwei Arten zumindest auf mich verstörend gewirkt hat.

In einer animierten Karte wird veranschaulicht, was die statistischen Daten denn bedeuten, wenn Menschen an Hunger, AIDS, Lungenentzündung, Diarrhoe, Tuberkulose, Malaria und Masern sterben. Sicher, dies sind keine „Echtdaten“ sondern nur eine Simulation – die gewählten Bilder wiederholen sich ständig. Aber es reicht für ein ungutes Gefühl.

Vor allem wenn Deutschland in der Spendenfreudigkeit gerade mal im unteren Mittelfeld landet.

Aber diese Karte verschweigt auch etwas. Es wird nicht gezeigt, wie viele Menschen dann auch in diesen Ländern geboren werden. Und gerade Überbevölkerung ist in diesen Ländern ein sehr ernstes Problem. Der Ansatz ist zwar gut gemeint, aber eben auf der anderen Seite extrem vereinfachend.

Die Situation, in der sich viele Länder heute befinden, ist auch durch kurzsichtige Entwicklungsprogramme gerade während des kalten Krieges entstanden, als Lebensmittel und Landmaschinen in diese Länder „gepumpt“ wurden, ohne darauf zu achten, was dies auf Dauer bedeutet. Letztenendes wurden mehr Lebensgrundlagen zerstört als geschaffen.

Zum Glück hat sich da ja mittlerweile einiges getan, und viele Programme zielen mehr auf eine nachhaltige Hilfe, die aus dieser Abhängigkeit herausführen soll. Ich meine, es geht nicht nur darum fröhlich vor sich hin zu spenden, sondern auch sehr genau darauf zu achten, was in diesen Ländern geschieht.

Sechs Jahre Photos

26. April 2007 - 20:13 Uhr

Ist schon etwas älter, aber erstaunlich.

Da fotografiert sich jemand Tag für Tag, 6 Jahre lang.