Archiviert in der Kategorie "Internet"

Seltsame Schönheitsideale …

20. Mai 2007 - 23:51 Uhr

Hierzulande magern sich hübsche junge Frauen zu scheintoten Kleiderständern ab, in Thailand verwenden wahrscheinlich ebenso hübsche Damen dubiose Mittelchen, um weißer zu erscheinen. Warum das alles? Bei Lichte betrachtet, ist das, was das jeweils andere Geschlecht als „schön“ betrachtet absolut durchschnittlich. Ja, wirklich. Synthetisch generierte Gesichter, die vollkommen durchschnittlich sind, werden als schön empfunden. Und gerade der männliche Teil der Bevölkerung fällt eben auf ein gerüttelt Maß an Kindchenschema herein. Nun ja …

Was macht uns denn die Werbung vor? „Ich will so bleiben wie ich bin“ – vorausgesetzt ich bin rank und schlank, sportlich und ziehe mein Grinsen von einem Ohr bis zum anderen. Ach nein, zumindest Frauen dürfen mehr Rundung zeigen zeigt „Dove“ – aber bitteschön mit makelloser Haut. Ach ja, dafür gibt es ja auch Mittelchen, die man sich aufschmieren kann.

Was mich am meisten erschüttert hat, war eine „Aufklärungsbroschüre“ für Menschen mit Neurodermitis, die mir eine Freundin zeigte. Lauter schöne Menschen mit samtweicher Haut. Hat da irgend jemand den Kopf auf Notstrom geschaltet?

Welch ein schwachsinniger Druck wird denn da aufgebaut? Es ist der Druck des ersten Eindrucks. Was aber einen Menschen zum bleiben anregt, ist mehr als der äußere Schein, die Seele des anderen. Dieter Bohlen und Heerschar von dieser Regel ausgenommen.

Trend verpennt?

17. Mai 2007 - 23:28 Uhr

heise online meldet heute:

Google findet Text, Bilder, Videos und Nachrichten gleichzeitig

Nur, leider gibt es keinen Filter, der nur nach Textseiten sucht. Eine Filterung nach Video, Bildern und Nachrichten ist ja auch weiterhin möglich.

Mayer [Marketing-Managerin bei google] sagte, Google hätte über rund zwei Jahre etwa 100 Ingenieure damit beschäftigt und beträchtliche Ressourcen in eine neue Infrastruktur investiert, um die neuen Ergebnisseiten zu liefern.

Ich frage mich, ob dies nicht besser in eine Verbesserung des Suchergebnisses geflossen wäre. Gerade in dem Gebiet, das überhaupt den Ruhm von google begründet hat, mutet die Bewegung wie das schwerfällige Stampfen eines Dinosauriers an, während sich die Nachfolger behänd durch das Geäst von Web 2.0 schwingen und den nächsten Sprung wagen.

Zweimal Schweden

17. Mai 2007 - 22:11 Uhr

Heute sind mir gleich zwei Berichte über das sympathische Land in Skandinavien vor die Füße gelaufen.

Transparenz als Grundpfeiler der Demokratie

In dem Artikel des Deutschlandsfunks wird die Einstellung der Schweden zum Thema „Gläserner Bürger“ dargestellt, die wohl weit offener ist, als hier in Deutschland. Dort gibt es zwar ebenfalls kritische Stimmen, aber die Diskussion scheint wesentlich unaufgeregter. Dies mag auch auch an einer traditionellen Offenheit des Staates gegenüber dem Bürger liegen.

Seit 1766 gilt im Königreich das in der Verfassung verankerte Öffentlichkeitsprinzip, das den Bürgern bis heute Zugang und Einsicht in sämtliche Verwaltungsdokumente ermöglicht.

Das scheint mir ein vollkommen anderer Zugang zu der Materie zu sein. Zum einen wird ein hoher Nutzen für den Einzelnen definiert und auch gelebt, zum anderen ist „die andere Seite“ in gleicher Form transparent. Auch in Schweden möchte man gerne den Datenverkehr unter die Lupe nehmen. Aber auch hier wird ganz klar und deutlich das Ziel und der Rahmen der Nachforschung genannt.

Niemand wird mit dem Kopfhörer dasitzen und Gespräche belauschen. Wir wollen mit automatischen Suchbegriffen einen sehr kleinen Teil der Informationen aus dem netz herausfiltern. Da geht es nicht um „Al-Qaida“, „Bin Laden“ und „Dynamit“. Wir suchen vielmehr ganz gezielt nach Decknamen, Codewörtern und anderen Aktivitäten, auf die uns befreundete Dienste hinweisen. Kein unbescholtener Bürger muss Sorge haben, dass der Geheimdienst seine E-Mails liest.

Vielleicht sollte Herr Schäuble einmal Urlaub in Schweden machen …

Der zweite Artikel hat durchaus einen etwas skurrilen Charakter, gefunden bei tagesschau.de:

Umweltfreundlich bis nach dem Tod

Unsere schwedischen Freunde machen sich anscheinend auch über das eigene irdische Leben hinaus Gedanken, wie man die Umwelt schonen kann. Mir ist allerdings die Energiebilanz zur Herstellung flüssigen Stickstoffs gerade nicht zur Hand ;-).

Ansichtssache

15. Mai 2007 - 16:23 Uhr

Innenminister Schäuble hat heute den Verfassungsbericht 2006 vorgestellt. Welche Gefahr die größte sei? Dies wird unterschiedlich fokusiert. Gemeinsam ist den Berichten, dass sehr reduziert Zahlen herausgegriffen werden. Wer sich etwas weiter vertiefen möchte, dem sei der komplette Bericht ans Herz gelegt.

Obwohl – ein kleiner Fokus: Das Saarland liegt in der Statistik zurück – das erste mal, dass ich über so etwas froh bin ;-).

Werbung im Blog

14. Mai 2007 - 13:15 Uhr

Nun ja, mich betrifft dies momentan ohnehin nicht, da der einzige „Kostenfaktor“ derzeit die abgezweigte Zeit ist und für ein kleines Publikum vor mich her blogge, aber vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen, was Spiegel Online unter „Der Blogruf des Geldes“ titelt.

ADTECH-Studie belegt fallende Klickraten

12. Mai 2007 - 13:29 Uhr

Wie ADTECH meldet, liegt die Klickrate mit 0,18% auf dem niedrigsten Wert seit der ersten Studie 2004.

„Die User haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr an Online-Werbung gewöhnt,“ erklärt Dirk Freytag, die rückläufigen Zahlen. „Banner gehören inzwischen zum Internet-Alltag. Da braucht es neuartige Formate wie die Video Ads, um Aufmerksamkeit und Klicks zu erzeugen. Layer und Leaderboards punkten dagegen mit einer hohen Erinnerungswirkung weit über das Web hinaus.“

Den recht ordentlichen Wert für Pop-ups und Layer (0,6%) wage ich allerdings ein wenig zu bezweifeln. Da diese oft über dem Inhalt liegen, sind da wohl auch einige Klicks dabei, die unabsichtlich ausgeführt wurden. Interessant wäre, wie hoch die Konversion nach dem Klick für die einzelnen Formen ist. Ich vermute mal bei Pop-ups eine höhere Abbruchquote.

Journalismus – Blog und zurück

10. Mai 2007 - 18:54 Uhr

Es scheint, dass es entgegen Herrn Staun’s Meinung doch ein paar „traditionelle“ Journalisten gibt, die Blogs nicht als ganz so unbedeutend ansehen und auch fröhlich selber bloggen. Wie zum Beispiel Alan Posener, Kommentarchef der „Welt am Sonntag“, der im hauseigenen Blog der „Welt“ etwas übereilt hämische Kritik am „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann übte.
Leider wurde der Artikel entfernt.

Aber zum Glück wurde der Artikel bei BILDblog für die Nachwelt erhalten. Erst denken, dann posten, Herr Posener ;-).

Und das Schöne ist, von dort spült es ihn geradewegs zur Süddeutschen, die nur zu gerne die Gelegenheit wahrnimmt, auf den hausinternen Zwist bei Springer hinzuweisen.