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Wer schon wieder? Die Süddeutsche!

14. Februar 2008 - 17:44 Uhr

Es gibt Zeitungen, deren Kassandra-Rufe langsam erbärmlich wirken. Unter dem dem Titel „Kulturelle Antimaterie“ ruft die Süddeutsche nun den Untergang der Kultur aus. Wer ist mal wieder schuld? Das Internet, und allen voran mal wieder die bösen Blogger. Dieses Gesindel, dass seinen Daseinsgrund durch Kopieren-Einfügen Beiträge erheischt.

Lassen wir es einmal beiseite, dass bei einem solchen Anwurf einer Zeitung drei Finger zurückzeigen. Ich bin der Diskussion müde, warum Agenturmeldungen eben auf diese Art verbreitet, einen Meinungsbrei in der etablierten Presselandschaft erzeugen, der bestenfalls mit unredlichem Zeitdruck bei der Druckbetankung der jeweiligen Blätter entschuldbar ist.

Wer Kultur und Kulturschöpfung lediglich als Geschäftsmodell betrachtet, hat Kultur nicht verstanden. Natürlich gibt es immer wieder Künstler, die es schaffen, von ihrer Kunst auch zu leben, gerade in heutiger Zeit. Demnach müsste aber ein Vincent van Gogh frühzeitig die Segel gestrichen haben. Kunst und Kultur auf eine reine wirtschaftliche Wertstellung zu reduzieren wird der Sache nicht gerecht.

Ganz konkret dient der längliche Schwanengesang einer einzigen Pointe: Dem Beweinen des gedruckten Brockhaus, der nun in Bälde ausschließlich frei zugänglich im Internet zu finden ist. Natürlich geht die Haptik eingebundener Bücher dadurch verloren, was durchaus bedauernswert ist. Aber schaut man der Realität ins Auge, veralten Teilbereiche dieses Wissens unter der Hand. Die wenigsten wären wohl bereit, in mehrjährigen Zyklen diese Bände zu erneuern. An dieser Stelle weichen eben Enzyklopädien und andere literarische Werke auseinander.

Eines haben die Schreiber Kreye und Graff wohl noch nicht bemerkt, dass eben auch die Tür offen steht, historische Änderungen einer Begriffserklärung darzustellen – sollte Brockhaus dies wollen. Die Möglichkeiten wären ungeahnt. Den Untergang des Brockhaus sehe ich noch lange nicht. Er wird berechtigt seinen Platz neben der Wikipedia behaupten. Verlässlichkeit ist eben auch ein Wert.

Ingwer statt Koriander

13. Februar 2008 - 20:38 Uhr

Netvibes erschien heute in der neuen „Ginger“ Version für alle Nutzer, die das alte „Coriander-Release“ ablöst. Leider habe ich die Beta-Anmeldung zu spät beachtet und konnte mir daher vorher kein Bild von den neuen Funktionen machen.

Netvibes ist ein Dienst ähnlich iGoogle, mit dem sich recht einfach eine persönliche Startseite zusammenstellen lässt. Neben der Möglichkeit RSS-Feeds darzustellen, gibt es eine recht große Anzahl kleiner web-basierter Anwendungen, so genannte Widgets, zum Beispiel ortsbezogene Wettervorhersagen, Spiele, Suchwerkzeuge und so weiter.

Neu in der aktuellen Version ist die Möglichkeit selbst ein so genanntes „Universum“ zu erstellen. Eine Seite, die ebenso gestaltbar ist wie die eigene personalisierte, aber für jeden zugänglich ist. Um es mit Jean Pütz zu sagen: Ich hab da mal was vorbereitet. Das Nette daran ist, dass man mit einem Klick Inhalte „fremder“ Universen auf die eigene persönliche oder öffentliche Seite übertragen kann.

Die beiden weiteren neuen Funktionen, Aktivitäten beziehungsweise Kontakte zu verwalten kann ich momentan noch nicht beurteilen. Zum einen kann ich den höheren Wert der Aktivitätenfunktion für mich momentan nicht sehen und bei den Kontakten kann man nur Dienste durchsuchen, die ich nicht nutze. Aber vielleicht gefällt es dem einen oder anderen ja ;-).

Angriff der Killertomate

11. Februar 2008 - 15:01 Uhr

TomateSpätestens seit der Plusminus Sendung vom 5.2.2008 schlägt das seltsame Abmahnverhalten eines Webseitenbetreibers in der Blogosphäre verhaltene bis hohe Wellen.

Wem soll man nun einen Vorwurf machen? Dem Betreiber, der sich mit überzogenen Forderungen zwar legal aber nicht legitim verhält, oder dem Gesetzgeber, für den die private Nutzung noch nicht so recht angekommen ist? Hierzu habe ich mich ja schon an anderer Stelle ausgelassen.

Ein Vorwurf, den PlusMinus erhebt, ist, dass die Bilder regelrecht als Köder ausgelegt seien. Dem mag man zustimmen oder nicht. Es ist jedenfalls nicht selbstverständlich, dass Bilder im Suchergebnis so nach oben steigen. Purer Zufall ist hier wohl nicht am Werk.

Was auf jeden Fall stimmt, ist, dass hier jemand in hohem Maße Suchmaschinenoptimierung betreibt. Es geht eben nicht darum, aus Menschenliebe Rezepte zu veröffentlichen sondern um eine werbefinanzierte Seite, die vor Google-Anzeigen und Firmenwerbung nur so strotzt. Hierzu werden auch „Nebenprojekte“ des gleichen Anbieters genutzt, um eine möglichst starke Verlinkung zu erzielen. Übrigens tragen ironischerweise gerade Blogs eben auch zu der hohen Linkdichte bei.

Lustig sind einige Änderungen, die in den letzten Tagen dort zu beobachten sind. Es ist nicht mehr von „kostenlosen Rezepten mit Foto“ die Rede, wie in dem Plusminus-Beitrag, sondern nur noch von „Rezepten“. Was noch zu beobachten ist, ist das der Betreiber eine deutlichere Kennzeichnung derzeit mit Hochdruck vornimmt. Sei es nun um „Vergessenes“ nachzuholen oder aus Gutmenschlichkeit – wie auch immer. Ich habe mal einige Screenshots angefertigt und für die Nachwelt gesichert. Ich wäre ja schön blöd, diese zu veröffentlichen ;-).

Zumindest in einem Punkt sagt der Betreiber in Sachen Urheberrecht der Fotos nicht die Wahrheit: Angeblich sind alle Fotos selbst fotografiert. Auf den Werbeseiten für den Pfannenhersteller Harecker werden jedoch augenscheinlich dessen Bilder in bearbeiteter Form wiedergegeben. Allerdings zeichnet laut Impressum hier ein anderer Fotograf verantwortlich. Diese sind auch nicht als aus anderer Quelle genommen gekennzeichnet. Nur mal so erwähnt ;-).

Saar-Nostalgie

5. Februar 2008 - 14:22 Uhr

saarnostalgie.jpgDen meisten dürften die Geschehnisse um die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 noch gut in Erinnerung sein. Etwas mehr Mühe dürften wohl viele mit der Zeit um dem Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik am 1. Januar 1957 als sechst jüngstes Bundesland haben.

Rainer Freyer hat sich der jüngeren saarländischen Geschichte angenommen und betrachtet unter „Saar-Nostalgie“ (zunächst) die Zeit zwischen 1945 und 1959. Eine liebevolle Mischung aus Geschichtsschreibung, Zeitdokumenten und persönlichen Erinnerungen. Sowohl von der Informationstiefe betrachtet wie auch dem angenehmen Schreibstil eine lesenswerte Seite.

Aha, so funktioniert also Google Maps Street View

4. Februar 2008 - 15:46 Uhr

Humpf! Tata!

28. Januar 2008 - 11:27 Uhr

Wieder daha!

Es ist schon lustig, wenn beim Einspielen einer neuen Version von WordPress fiese kleine Dinge passieren.

Zum Beispiel, dass die .htaccess schon überschrieben wird, wenn man sich nur die Seite zur Einstellung der Permalinks anschaut.

Oder dass die Datenbank zu groß ist, um schmerzfrei wieder auf die alte Version zurückzukommen.

Oder sich die Startseite in einer Endlosschleife fängt.

Herzig so was.

Kostet etwa 10 neue graue Haare.

Es trotzdem zu schaffen, unbezahlbar … ;-).

Darauf hätte ich ja auch mal früher kommen können

27. Januar 2008 - 17:42 Uhr

Was bei Webseiten-Statistiken immer stört, ist der Traffic, den man selbst produziert. Je nach Besucherzahl und eigener Aktivität wird das Ergebnis verfälscht. Hier war es gar nicht so trivial. Über meinen Internet-Provider habe ich eine ständig wechselnde IP, was eine eindeutige Filterregel schwierig macht.

Also muss ein Filter her, der die „exotischsten“ Merkmale miteinander verknüpft, damit es genügend unwahrscheinlich ist, dass sonst noch jemand genau diese Merkmale aufweist. Das ist aber nicht das gelbe vom Ei.

Auf das Einfachste muss man erst mal kommen. Wahrscheinlich ist das auch irgendwo schon längst dokumentiert.

Meist wird bei externen Statistik-Werkzeugen ein kleines Skript, eine versteckte Grafik oder ein sonstiger Code-Schnipsel eingebunden, der zur Zählung der Seitenzugriffe herangezogen wird. Fehlt dies, wird auch nicht gezählt.

WordPress zumindest unterscheidet, ob ein Benutzer eingeloggt ist oder nicht. Da ich als Hauptbenutzer ständig eingeloggt bin, liegt es also nahe den Code über PHP fallweise einzubinden.

if ( ! is_user_logged_in() )

{ echo „Hier den Code für die Statistik einfügen“; }

Fertig ist die „saubere Statistik“. Hübscherweise funktioniert das dann sogar an jedem Fremdrechner.