Archiviert in der Kategorie "IMHO"

Jeder …

11. Juli 2007 - 19:58 Uhr

Jeder Wahnsinn findet einen Komiker, der ihn ausspricht.

Buchhaltung ist …

10. Juli 2007 - 14:51 Uhr
  • … Software installieren, bei der man ohne RTFM nicht weiterkommt.
  • … eine Sprache lernen, die der deutschen ähnlich aber frustrierend anders ist.
  • … Stunden verbringen, um Zahlen zu addieren, deren Summe man im Kopf ausrechnen kann.
  • … leider unausweichlich.
  • … irgendwie ungeheuer lästig.

Nachtrag:

  • … der Blogfrequenz abträglich GRRRRR!

Überleben im Sommerloch in drei einfachen Lektionen

7. Juli 2007 - 14:51 Uhr

Eine der schwersten Zeiten für Journalisten ist wohl der Sommer, wenn die gute Schlagzeile einfach keine Lust hat und lieber faul am Strand rumhängt. Aber irgendwie muss halt die Zeitung, Website oder die Sendezeit gefüllt werden. Dabei gibt es doch ein paar Möglichkeiten, auch diese harte Zeit zu meistern.

Lektion 1:Abschreiben
Man nehme eine Agenturmeldung, schreibe noch ein paar eigene Sätze hinzu und verkaufe sie als eigene Meldung. Blöd nur, wenn man Fehler mit abschreibt oder sich das Ganze wie beim Möllemann-Video als Karteileiche entpuppt.

Lektion 2: Recycling
Ist das einfache Abschreiben ja noch sehr schnell vom Leser nachvollziehbar, braucht man hier schon ein wenig länger um dahinter zu kommen. Geht natürlich nicht mit Nachrichten, die im Aufmerksamkeitsfokus liegen. Aber was so am Rande geschieht, kann man ja auch mal ein paar Wochen später wiederkäuen. Zum Beispiel hier und da oder da und dort. Man beachte die Zeitunterschiede.

Lektion 3: Cross-Selling
Ihr Thema schafft es nicht auf Seite 1? Zu wenig Sensation? Dann fehlt ihnen wohl ein kleiner Querbezug zur Klatschspalte. Man nehme den Verkauf einer Hotelkette. Nicht sonderlich aufregend. Oh, es ist die Hilton-Kette. Dann titeln wir doch mit „Wo schläft jetzt Paris?“ Ist ja auch eine berechtigte Frage, wenn Frau H. gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde.

So gewappnet kommt man dann leidlich gut durch den Sommer. Oder machen Sie einfach Urlaub.

Nachtrag: Kleiner Tipp für Blogger: Oder einfach einen Kommentar in einem Alpha-Blog hinterlassen, dann kommt sogar die dpa – sorry, muss mich gerade von einem Lachanfall erholen …

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Wort des Tages: „Bruttoinlandsglück“

6. Juli 2007 - 12:38 Uhr

In einem klugen Interview mit Jared Diamond über Klimawandel, Umweltschutz und was wir von Stammesgesellschaften lernen können, hat mich der Satz

Zu meinen Lieblingsländern gehört das materiell nicht gerade reiche Bhutan. Die Regierung will nicht primär das Bruttoinlandsprodukt erhöhen, sondern das, was sie Bruttoinlandsglück nennt.

angesprungen. Glück als Staatsziel, gute Idee. Ist dann Jammern verfassungswidrig?

Koinzidenz, Korrelation und Kausalität

27. Juni 2007 - 23:49 Uhr

Ja, das ist ein wenig Theorie, aber in Hinblick auf die „Klimafrage“ scheint es mir doch auch einmal relevant.

Einfaches Beispiel für eine Koinzidenz: Tony Blair tritt zurück, in Ägypten wird eine Mumie identifiziert, in China fällt ein Sack Reis um. Vollkommen zusammenhanglos, einfach nur am gleichen Tag passiert.

In Schweden gibt es eine Korrelation der Storchpopulation und der Zahl der Neugeborenen. Gibt es mehr Störche, gibt es auch mehr Kinder. Gibt es weniger, gibt es auch weniger Kinder. Na, wer will einen kausalen Zusammenhang auf die Schnelle wagen? Aber irgend etwas verbindet die beiden Entwicklungen, ich kann es einfach nur nicht sofort benennen.

Wenn mir etwas Schweres auf den Fuß fällt, nehmen wir an ein Sack Reis, tut das weh. Also ist da wohl ein kausaler Zusammenhang.

Bis hierhin dürfte es noch einigermaßen einfach sein.

Nähern wir uns nun dem Thema Klimawandel durch Treibhausgase. Wie sieht es da aus?

In den letzten Jahren waren weltweit höhere Temperaturen zu verzeichnen und es wurden mehr Treibhausgase freigesetzt. Koinzidenz? Häkchen dran, ja.

Jetzt gibt es in letzter Zeit immer wieder kritische Stimmen, die einen Zusammenhang für nicht beweisbar halten. Dafür werden Statistiken bemüht, die aussagen, dass eine Korrelation unter Betrachtung der Daten seit Aufzeichnungsbeginn nicht möglich sind, und somit kein kausaler Zusammenhang bewiesen werden kann. Dies ist zum einen korrekt und zum anderen fürchterlich in die Tasche gelogen. Vorneweg: Statistik lügt nie, nur die, die sie anwenden.

Die Behauptung, dass eine Korrelation im Zeitraum anno Domini achtzehnhundertschlachmichtot bis heute statistisch nicht nachweisbar ist, glaube ich sofort, ohne auch nur eine Auswertung zu sehen. Warum? Die Änderung findet in einem im Verhältnis zur Gesamtzeit so kurzen Zeitraum statt, dass die Statistik dadurch nicht zu erschüttern ist. Grund ist, dass immer eine so genannte Nullhypothese aufgestellt wird, die behauptet, dass alles Zufall ist. Erst wenn ich erhebliche Abweichungen vom Zufall habe, darf ich diese Hypothese verwerfen und behaupten: Ja, es besteht eine Korrelation, die nicht zufällig ist. Alles andere ist eine zufällige Koinzidenz. Dies wird umso schwieriger, je mehr Beobachtungsdaten ohne Einfluss den Daten mit Einfluss gegenüberstehen. Kleines Beispiel: ich würfele einhundert mal mit einem normalen Würfel, dann fünf mal mit einem gezinkten, der nur vier, fünf und sechs zulässt, dann mit einen, der nur noch fünf und sechs zulässt. Bis das jemand auffällt, habe ich wohl gewonnen und das Urteil lautet „Glück gehabt“. Auf diese Weise dürfen wir wohl in zehn Jahren im eigenen Saft schmorend auf die Antwort warten „ja, da ist was dran mit CO2 und dem Zeugs“.

Sorry, falsche Methode. Wenn ich behaupte, in den letzten zwanzig Jahren habe ich eine Einflussgröße CO2, die die Temperaturen verschiebt, dann muss ich auf Zeitreihenstatistik zurückgreifen. Das heißt, ich vergleiche die letzten 20 Jahre mit dem Faktor Treibhausgase mit den 20 Jahre Intervallen davor und nicht mit der Gesamtzeit. Die Frage ist dann eine andere: Ist die Entwicklung in den letzten 20 Jahren eine andere als in den anderen 20-Jahre-Zyklen?

Immerhin käme man damit einen kleinen Schritt weiter: Es könnte, statistisch belegt, eine Korrelation nachgewiesen werden.

Damit wären wir auf der Stufe „Störche und Kinder“. Weiter kommt Statistik nicht. Sie kommt immer nur bis zur Korrelation. Kausalitäten sind statistisch nicht nachweisbar.

Und dann kommen wir zur spannenden Frage: Reflektieren nun Treibhausgase die Wärme oder nicht? Das ist eine ganz andere Untersuchung. Sie hat absolut nichts mit jahrhundertealten Messreihen zu tun, sondern mit der kausalen Frage: Tut es oder tut es nicht? Und so was lässt sich wohl auch im Labor darstellen. Oder zurück zu dem Sack Reis: Wenn er auf den Fuß fällt, tut es weh. Da ist es egal, dass jemand nachweist, dass bei Thatcher, Churchill und so weiter kein Reissack umgefallen ist.

G-8-Gipfel 2009 auf „La Maddalena“

15. Juni 2007 - 13:26 Uhr

Ganz schön pfiffig, den Gipfel auf einer kleinen Insel stattfinden zu lassen. Da spart man einige Kilometer Zaun durch einen natürlichen Wassergraben.

Tja, da stehen wohl Triathleten jetzt unter Generalverdacht. Vermeiden Sie nach Möglichkeit fernmündliche oder elektropostalische Verabredungen zum Schwimmen. Big Schäuble is watching you.

Kleiner Grenzverkehr

12. Juni 2007 - 17:56 Uhr

Eine der schönen Seiten an Saarbrücken ist die Nähe zu Frankreich. Auf beiden Seiten findet ein reger Einkaufstourismus statt. Zum einen gibt es trotz der wenigen Kilometer ein unterschiedliches Warenangebot, zum anderen kann man an nationalen Feiertagen mal schnell beim Nachbarn ein paar Dinge kaufen.

Nur: Warum können unsere Nachbarn auf Parkplätzen nicht richtig fahren? Ob mir jemand auf dem Zebrastreifen fast den Einkaufswagen weg senst, plötzlich in falscher Fahrtrichtung in Einbahnstraßen jemand vor mir steht, vier(!) Parkplätze mit einem(!) Smart besetzt sind oder die Vorfahrt durch wegschauen und durchfahren geregelt wird, trägt der Wagen in 90% der Fälle ein französisches Kennzeichen. Da könnt ich mich aber mal aufregen!

Huch, hat sich da gerade bei mir ein Vorurteil eingeschlichen? Vielleicht mal kurz ein prüfender Griff an die eigene Nase ;-).