Archiviert in der Kategorie "IMHO"

Warum so aufgeregt?

26. August 2007 - 1:16 Uhr

Liebe Bundesregierung, bleib doch locker. So ein kleiner Trojaner kann doch nichts schaden. Ihr würdet doch keine Daten horten, die nicht rechtschaffen sind. Was soll es dann, dass die jemand mitliest. Ihr habt doch nichts zu verbergen – oder? Und wenn da ein paar private Dinge dabei sind – die werden doch vollkommen ignoriert. Wenn schon, dann werden nur wenige Daten, die Schlüsselworte enthalten ausgewertet. Niemand hat Interesse, den ganzen anfallenden Datenwust zu durchsuchen. Seit doch ganz entspannt, das tut doch niemandem weh.

Fragt doch den Kollegen Schäuble, der ist doch da der Experte. Was uns nicht weh tut, kann doch Euch auch nicht weh tun, oder?

Wie tief ist das Sommerloch?

21. August 2007 - 21:27 Uhr

Also ein klein, klein wenig muss ich mich schon am Kopf kratzen. Ich mag es, wenn Nessie mal wieder im Loch Ness nach Luft schnappt oder irgendwelche Marginalien den Sommer leicht machen. Aber was treibt eine Redaktion so in die Enge, einen Songtext von 1958 mit einer Larifari-Einleitung wie

Mit allerlei Latatatatatatahuwaah und Oehwoewoe: Soulsänger Sam Cooke erzählte wunderbar einfach alles, was man über das Verhältnis zwischen Wissenschaft und dem Rest des Lebens wissen muss – 1958 in „Wonderful World“.

als redaktionellen Beitrag zu veröffentlichen?

Gut, es ist ein schönes Lied. Ich habe es auch 5000 mal oder so gehört und auch den Text verstanden. Ist das aber eine Meldung wert?

Die alten Männer kommen :-)

20. August 2007 - 23:33 Uhr

mmeb.jpgAch ja, es gibt einfach Bands, die kann man sich immer und immer wieder anschauen. Wo es einfach vollkommen egal ist, ob die einmal die großen Hallen gefüllt haben und jetzt durch kleinere Räumlichkeiten tingeln. So wie für mich persönlich Manfred Mann’s Earth Band, die am 12. Oktober nach St. Ingbert kommen.

Ich kann gar nicht genau sagen, wie oft ich die schon live gesehen habe. Immerhin spielt Herr Lubowitz (aka Manfred Mann) schon seit mehr als vierzig Jahren mehr oder minder erfolgreich Musik. Das Schöne daran ist ein gewisser Wandel. Mein erstes Konzert war begleitet von einer für diese Zeit ausgefeilten, teuren Bühnenshow, die einfach nur Staunen produziert hat. Mittlerweile laufen die Konzerte allerdings eher „familiär“ ab. Wenn sich die Jungs (sorry für ein kurzes Prusten – Herr Lubowitz ist so alt wie meine Mutter ;-)) hier im Südwesten blicken lassen, kennt sich die erste Reihe schon seit Jahren. Und die Musiker kennen auch diejenigen, die vorne stehen. Da gibt es kein plattitüdenhaftes „ihr seit das beste Publikum“ – nö – man nickt sich kurz zu „ach du bist wieder da“.

Was mich neben der Musik besonders fasziniert, ist allerdings etwas anderes. Manfred Mann (aka Herr Lubowitz) hat sich nie vollkommen „verkauft“. Ja, da waren überaus erfolgreiche Jahre, aber wenn es an der Zeit war einen Wandel zu vollziehen, hat er dies einfach gemacht. Da geht mit „Chapter III“ ein harter Bruch vom kommerziell erfolgreichen 60’s Beat zum experimentalen Jazz über in erdigen Rock mit Achtungserfolgen und der wiederum in 70’s Pop-Rock, der die Earth Band wieder ganz nach oben bringt. Dann werden wieder afrikanische Rhythmen aufgegriffen, bevor der Begriff „Earth Music“ überhaupt geboren wird um sich dann der Musik nordamerikanischer Stämme zu widmen und so weiter. Alles irgendwie vor der Zeit, in der man dies kommerziell „ausschlachten“ könnte.

Mag ich, geh ich hin, freu mich ;-).

Tolle Begründung

19. August 2007 - 19:17 Uhr

Mit geringem Verständnis habe ich zur Kenntnis genommen, dass die große Koalition plant, die Finanzierung der Parteien aus Steuergeldern weit über das übliche Maß zu erhöhen. Als Ursache werden Rückgänge in der Mitgliederzahl genannt.

„Wenn die Bürger sich entscheiden, sich nicht mehr als Mitglieder in Parteien zu engagieren, wird dies zum Teil durch öffentliche Mittel ausgeglichen werden müssen“, hatte die designierte SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks in der „Rheinischen Post“ gefordert.

Dies ist eine Argumentation, der ich mich beim besten Willen nicht anschließen kann. Wenn sich immer weniger Bürger in Parteien engagieren, könnte dies durchaus ein Signal sein, dass ein gewisser Unmut herrscht. Es ist natürlich wesentlich bequemer einfach in eine andere Kasse zu greifen als nach Ursachen zu suchen. Aber Irrtümer zugeben ist nun mal nicht die große Stärke der Politik ;-).

Nicht ohne meinen Anwalt

18. August 2007 - 13:38 Uhr

Darf ich denn noch bloggen – und wenn ja, was?

Frau Creezys Hinweis auf den niedlichen kleinen Paragrafenwald, der mehr oder minder auch auf Blogs angewendet wird, und einige jüngere Ereignisse beispielsweise hier, da und dort hinterlassen kein gutes Bauchgefühl.

Es ist wohl fast jedem klar, dass man sich nicht in einen rechtsfreien Raum begibt, wenn man im Internet unterwegs ist. Allerdings kommen eine ganze Menge Gesetze und Regeln zur Geltung, mit denen man sich im „realen“ Leben gar nicht auseinander setzen muss. Dabei gilt dann der Grundsatz, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt. Das Dumme dabei ist, dass die Gesetze, die sich im speziellen mit dem Medium Internet beschäftigen, zum Teil aus dem späten letzten Jahrhundert bis in die frühen Jahre dieses Jahrhunderts stammen und sich vornehmlich auf kommerzielle Angebote von Firmen beziehen, teilweise durchaus nachvollziehbar um bis dahin fröhliche Urständ zu beseitigen, die „damals“ herrschten.

Allerdings hat sich die Welt in der Zwischenzeit doch ein paar mal um die eigene Achse gedreht und mittlerweile sind neben mehr oder minder gut kapitalisierten Firmen auch viele Privatpersonen „im Netz“. Dies ist aber noch nicht so recht in den Gesetzen angekommen, vor allem was Strafmaße anbelangt. Da kommen dann schon mal schnell fünfstellige „Kleckerbeträge“ zusammen.

Vergleicht man dies mit dem Bußgeldkatalog für den Straßenverkehr, an dem ja auch fast jeder in irgendeiner Form teilnimmt, stellt sich schon ein Gefühl der Unverhältnismäßigkeit ein. Dort gibt es ja auch Strafen, die bei hoher Gefährdung ausgesprochen schmerzhaft sein können, aber eben nicht diesen ruinösen Charakter tragen. Und, dies ist entscheidend, es gibt hier eine Rechtssicherheit. Es ist vollkommen egal, ob ich in München, Hamburg, Saarbrücken oder Bielefeld-Süd zu schnell fahre, es hat die gleichen Konsequenzen.

Urteile bei „Netzdelikten“ sind zum großen Teil Auslegungssache der Gerichte. Da kann es schon ein Unterschied sein, ob dies in Hamburg oder München verhandelt wird.

Es täte meiner persönlichen bescheidenen Meinung nach Not, dass dieser Paragrafenwald von Gesetzgeberseite einmal gründlich durchforstet wird, um dies auf wenige, klare Regeln und Konsequenzen zu kondensieren, die als Privatanwender zu beachten sind.

Psst … hallo, liebe SAT 1 Verantwortlichen …

17. Juli 2007 - 22:56 Uhr

Falls sich ein Verantwortlicher von SAT 1 hierher verirrt, ich hätte da mal einen Tipp. Ich schreib auch ein bisschen leiser, damit uns keiner hört…

Also ich finde die Idee ja gut, die Nachrichtensendungen ganz zu kippen, wenn sie ohnehin nur für Hirntote produziert sind. Ja, dann geht halt der Ruf als „Vollprogramm“ flöten – na und? Mal Hand aufs Herz: Ohne voll mit Drogen zu sein kann man sich das ja sowieso nicht lange antun. Wenn Sie schon den konsequenten Weg von Qualität über Quote bis zur Rendite gehen wollen – ich hätte da einen Plan:

Nehmen Sie doch gleich das ganze Programm raus. Ja, 24/7 Werbedauerberieselung. Und immer eine Laufschrift:

„+++ Wählen Sie Ihren Lieblingsspot! Rufen Sie JETZT an. Sie können immer eine frei Leitung treffen! Los jetzt! Tolle Preise! +++ Wie heißt der weiße Riese mit Nachnamen? Jetzt! +++ Nur noch 10 Minuten oder Stunden oder so … +++“

Das Beste aus zwei Welten: Werbeeinnahmen und Call-In-TV. Und das Ganze ohne lästige Produktionskosten. Na? Ist das was? Kommen wir ins Geschäft? Hey, 2 Cent pro Anruf und 2% der Werbeeinnahmen als Provision und ich bin ihr Mann als Programmchef …

Ich finde Kultursender wie SAT 1 klasse!

Beck’s Traum

15. Juli 2007 - 19:40 Uhr

Kurt Beck gibt als Ziel für die nächste Bundestagswahl „35 Prozent plus X“ vor. Erinnert mich sehr spontan an die Werbung für „Mixery“ der Karlsberg Brauerei – „Bier plus Cola plus X“.

Na, das wird hoffentlich kein Omen: Weniger Prozente als ein Pils und ein seltsamer Beigeschmack im Abgang …