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Danke Angela!

1. Januar 2008 - 16:09 Uhr

Fast zu Tränen gerührt sitze ich da und höre die Ansprache unserer Bundesmerkelerin wohl zum zweiten oder dritten mal. Es fällt mir wie Schuppen aus den Augen, dass wir ein undankbares Völkchen sind, das immer nur jammert und gar kein Gespür für die Wohltaten hat, die unsere Damen und Herren Politiker aus einem Füllhorn gleich über uns ausgießen. Reden wir also nicht drumherum: Wer heute noch unzufrieden ist, ist entweder undankbar oder hat nicht genug getan. So.

Und wie wir alleine außenpolitisch dastehen – her-vor-ragend. Selbst einem Doppel-U-Bush konnte ein „wir werden darüber nachdenken“ in Sachen Umweltschutz abgerungen werden. Ja, es kann mal vorkommen, dass man dabei übersieht, dass dies die politisch korrekte Formulierung für ein klares „NEIN“ ist. Beharrlich setzte sich Frau Kanzler für Kompromisse ein und erreichte sie auch. Schade, dass diese allzu häufig schon wieder angezweifelt wurden bevor noch die Tinte getrocknet war.

Es gibt auch nur noch 3,5 Millionen Arbeitslose. Ein unglaublicher Erfolg. Wer hätte das gedacht? Ich hätte nur einen kleinen, bescheidenen Wunsch: Es wäre schön, wenn sich hier auch die Begrifflichkeit ändert so wie sich auch die Berechnung geändert hat. Also 3,5 Millionen Arbeitssuchende – ausgeschlossen davon sind jene, die zwar keine Arbeit haben, aber per Definition nicht mehr suchen, ebenso wie jene, die Zwangsarbeit leisten einen 1-Euro-Job haben oder in einer Beschäftigungstherapie Weiterbildungsmaßnahme stecken. Alleine die Idee, wie man die Arbeitslosigkeit bekämpfen kann, ist so brillant wie einfach:

„Mein Ziel ist und bleibt deshalb unverändert, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Das heißt, bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und Voraussetzungen zu schaffen, damit neue entstehen können.“

Warum, frage ich, ist bisher noch niemand auf diese Idee gekommen? Mehr Arbeitsplätze = weniger Arbeitslose. Hut ab, so viel Scharfsinn hätte ich nicht erwartet.

Auch das Problem der Staatsverschuldung steht kurz vor der Lösung. Ein ausgeglichener Haushalt ist keine Utopie mehr, sondern tatsächlich möglich. Es ist nur noch ein winziger Schritt: Die Bundesregierung hat es tatsächlich geschafft, mehr Gelder einzunehmen als sie ausgeben wollte. Jetzt muss sie nur noch lernen, nicht mehr auszugeben, als sie geplant hat. Dann dauert es wohl auch kaum noch ein Jahrhundert, bis alle Schulden getilgt sind.

Eine Stelle muss ich mir allerdings noch ein paar mal anhören:

„Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens, nicht des Wegschauens“

Frau Kanzlerin meint hier ganz bestimmt so etwas wie Zivilcourage. Aber mich beschleicht hier immer noch leise das Gefühl, dass sich hier auch eine Unkultur der Bespitzelung und des Denunziantentums entwickeln könnte. Das wird sich legen. Irgendwann glaube ich auch das.

[Satiremodus Ende]

Strafarbeit

10. November 2007 - 0:54 Uhr

An alle Bundestagsangehörigen, die gestern ein ziemlich dummes Gesetz verabschiedet haben.

Bis morgen schreibt ihr mir aus dem Grundgesetz die Stelle:

„Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich“

zweihundertmal ab. Handschriftlich, nicht Copy-Paste.

Ein Din A6 Büchlein mit 100 Seiten inklusive Inhaltsverzeichnis und Nationalhymne in Text und Noten kann doch nicht so schwer zu verstehen sein.

Heute hier …

5. November 2007 - 22:53 Uhr

… morgen dort

Für ein paar Euro mehr

26. Oktober 2007 - 0:27 Uhr

Nein, nein, nein. Pocher gesehen, geschaudert und angewidert. Da steht jemand, der sich und andere klein erscheinen lässt nur um damit das Konto zu füllen. Ich mag es nicht, ich will es nicht.

Ich schalt dann mal ab

21. Oktober 2007 - 20:18 Uhr

Das hat man nun davon. Ich habe für einige Zeit meine Fernseh-Askese aufgegeben und ausprobiert, ob diese frühere Gewohnheit, den Abend vor der Flimmerkiste zuzubringen vielleicht doch ihren Reiz nicht vollkommen verloren hat. Also mal nicht nur ausgewählte Sendungen anschauen, sondern mehrstündige Berieselung. Klappt irgendwie nicht mehr. Entweder ist mein Anspruch gestiegen oder das Niveau gesunken – oder beides.

Gerade habe ich mir noch ein paar schwer verdauliche Häppchen einer anscheinend recht neuen Serie (man möge mir die Unkenntnis verzeihen) „Promi-Pilgern“ angetan. Ist es wirklich eine gute Idee, eine Handvoll B-Prominenz als Hape-Kerkeling-Adepten zusammen mit einem Aufnahmeteam auf den Camino de Santiago zu schicken? Kann sein, muss es aber nicht.

Aber wieso wirken dann Menschen, die ihr Geld als SchauspielerInnen verdienen plötzlich hölzern wie die nachmittägliche Laiendarstellertruppe, wenn es um ihre persönlichen Gedanken geht? Es wirkt jedenfalls so locker wie vom Teleprompter abgelesen. Muss sich denn jeder eine „Erkenntnis des Tages“ abringen, nur weil dies in Hapes Buch ein durchgehendes Element war? Oder ist dann doch alles nur nach Drehbuch gespielt?

Nun ja, Knopf gedrückt, abgeschaltet.

Ich bin dann mal wieder da ;-).

Free Burma!

4. Oktober 2007 - 19:22 Uhr


Free Burma!


Zugegeben, ich bin mir nicht sicher, was ein kleiner Artikel in einem kleinen, für die Welt unbedeutenden Blog bewirken kann außer eine Stimme unter vielen zu sein, die das Unrecht, das derzeit in Burma geschieht, sieht und sich dem Protest anschließt.

Um es mit den Worten Mahatma Gandhis zu sagen, der immerhin einen ganzen Subkontinent befreit hat:

„Ich glaube an die Gewaltlosigkeit als einziges Heilmittel.“

Biedermann als Brandstifter

30. August 2007 - 13:00 Uhr

Ich will mir kein Urteil anmaßen, ob die Vorfälle in Mügeln nun aufgebauscht oder verharmlost wurden, ich war ja nicht dort. Im Kern der Sache bleibt jedoch ein fremdenfeindlicher Übergriff. Dies alleine ist schon bedenklich.

Es ist auch einem Bürgermeister nur bedingt zumutbar, sich elegant auf dem glatten und rutschigen Parkett zu bewegen, auf dem er nun steht. Aber ich muss mich wirklich fragen, wes geistig Kind hier spricht. Die Vorgänge als „normal“ abzutun und sich dann auch noch im Interview mit einer rechten Zeitung zu einem Zitat hinreißen lässt, dass sich die rechte Szene schon vor langer Zeit auf die Fahnen geschrieben hat, grenzt bedenklich an Propaganda der fiesesten Art. Da wird mit überkommenem Gedankengut und Parolen so umgegangen, als sei dies völlig normal und akzeptabel.

Ob nun bewusst oder mit einer Portion Ungeschick, Herr Deuse zündelt gerade ganz erheblich.