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Das drollige Verhalten von Politikern im Sommerloch

15. Juli 2008 - 0:27 Uhr

Ist das nicht süß? Da erklärt das Bundesverfassungsgericht die Regelung der ALG-II-Verwaltung für verfassungswidrig und die Damen und Herren Politkasper haben die geniale Lösung: Wir ändern die Verfassung. Wenn sich dann noch jemand hervorwagt wie Herr Olaf Scholz und behauptet, dies sei ein „großer Durchbruch“ hat er recht. Es bricht das Vertrauen in die Leute, die als Bundesangestellte ihren Job tun sollten.

Kann mir bitte jemand sagen, ab wie vielen Verfassungsverstößen eine Regierung als verfassungsfeindliche Organisation eingestuft wird? Wann darf ich einem Politiker das Grundgesetz straffrei um die Ohren hauen?

Obama und das Tor

9. Juli 2008 - 23:41 Uhr

Da machen sich mal wieder Merkel und Steinmeier ins Höschen und Hemdchen, wo denn nun Barack Obama eine Rede halten darf. Das ist doch irgendwo ein wenig surreal. Für den durchschnittlichen Amerikaner beschränkt sich die geographische Feinjustierung in Bezug auf „The Land of Brezels and Oktoberfest“ doch eher auf Heidelbörg oder Börlin. Brandenbörger Tor klingt doch eh wie angebrannter Hambörger.

Was soll die Aufregung? Lasst den Mann doch reden wo er will.

Umgekehrt klingt doch McCain für uns doch auch wie tiefgefrorene, vorfrittierte Fettfritte. Und das sind dann Französische Fettfritten in den US of A. Da blickt doch sowieso niemand durch.

Was soll der Blödsinn?

8. Juli 2008 - 22:28 Uhr

Hurra hurra, die Großkopferten Acht treffen sich in Japan und beschließen ähm – nichts. Trotzdem Jubelchöre: Bis 2050 sollen die Treibhausgase halbiert werden.

Moment: Kann ich nochmal die Zeitlupe haben?

Sie bekannten sich gemeinsam mit den anderen G8-Staaten zu dem Ziel, ihre Emissionen bis 2050 mindestens zu halbieren.

Also: Ich nehme einen Eimer und gieße Wasser hinein. Wenn er fast voll ist, gieße ich langsamer Wasser hinzu. Wird dadurch der Eimer leerer? Eher nicht.

Menschen mit biologischem Grundwissen mögen nun einwänden: Moment, das CO2 wird doch von Pflanzen zu Zucker assimiliert und gebunden. Das stimmt auch. Aber eben spätestens nach dem Absterben wieder freigesetzt. Es ist immer noch im Umlauf, wenn auch verzögert. Aus dem Kreislauf entzogen wird lediglich der Teil, der langsam unter der Erde verschwindet und irgendwann neue fossile Lager bildet. Eine Erhöhung des pflanzlichen Anteils an der Biomasse könnte auch hilfreich sein. Aber die grünen Lungen dieser blauen Murmel sind eher gefährdet als begünstigt.

2050 ist ein gutes Ziel für rezente Politknallchargen: Bis dahin ist die eine Hälfte weggestorben, die andere in Rente. Kein Mensch wird sich an ihre Inkompetenz und verbale Inkontinenz erinnern.

Es ist schon ärgerlich, wenn so viel heiße Luft produziert wird. Aber ich kann dem ganzen Treiben auch etwas Positives abgewinnen: In der Zeit, in der sich die G8 gegenseitig den Rücken grault, können die zuhause keinen Schaden anrichten.

PS: Die G8-Schlümpfe repräsentieren lediglich 873 Millionen Menschen, die diesen Planeten beleben. Wohlwollend betrachtet haben 60% diese Käuze tatsächlich auch ins Amt gewählt. Das sind 523 Millionen. Noch nicht mal 9% der Weltbevölkerung wollen da die Geschicke lenken. Was hat das mit Demokratie zu tun?

Großer Jogi steh uns bei

8. Juni 2008 - 14:59 Uhr

Ach, es ist schon ein Jammertal. Der ARD-DeutschlandTrend Juni 2008 zeigt einen desolaten Gemütszustand. Das Vertrauen, in die, „die es richten können“ fällt ins Bodenlose. Nur ein schwaches Drittel vertraut der Bundesregierung und den Gewerkschaften, Großunternehmen vertrauen nur 18 Prozent und den Parteien 17 Prozent. Wer soll es denn dann richten?

Lieber Jogi, wir brauchen wieder ein Sommermärchen. Du und deine Jungs müssen es wieder reißen. Vergiss das Gerede über die „schönste Nebensache der Welt“, das ist bitterer Ernst. Schon seit Wochen haben wir uns doch Fähnchen, Trikots, Bälle und Krimskrams vom Munde abgespart um euch zu huldigen. In tiefer Verzückung wollen wir unser DFB-Abendmahl einnehmen (eine Kiste Bier und eine Rostwurst) und kostbares Benzin in Triumphzügen opfern. Deine Jungs geben uns das Vertrauen in die Wirtschaft zurück. Allen voran der heilige Michael von Chelsea. Alleine bei der Biermarke bin ich mir uneins: Soll ich mit euch am Tresen abhängen oder mir mit Rudi Völler den Regenwald schön saufen?

Wie dem auch sei, ihr habt eine unglaubliche Verantwortung zu tragen, ich weiß. Aber was sollen wir denn mit einer Kanzlerin, die im Stadion weniger Energie versprüht als ein Trommelhäschen mit herkömmlicher Zink/Kohle-Batterie?

Ich glaube an die DFB-Auswahl,
den Teamgeist,
das Wunder von Bern,
Franz Beckenbauer und Klinsmann.

Ich glaube an die Turniermannschaft,
den Mercedesstern und McDonalds.

Ich glaube Cordoba ist nie geschehen,
dass mit Nutella der Tag gut anfängt
und dass wir auf Jahre unschlagbar sind.

AmenProst.

„Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ oder „Die Mehrheit, die keine sein darf“

2. März 2008 - 18:26 Uhr

Es ist ja kaum vermeidbar, an den scharfen Tönen vorbeizuhören, die den „skandalösen“ Wortbruch begleiten, man könnte ja mal darüber nachdenken, ob die SPD vielleicht doch so ein klein wenig mit der Linken „kann“. Man denkt dabei zuerst mal nur an Hessen. Gerade mal 0,1 Prozent mehr Stimmen für die CDU sollen dort einen Ministerpräsidenten im Amt halten, der keine Mehrheit findet.

Es ist ja auch eine Dreistigkeit sondergleichen, dass die Wähler da eine Partei hineinsetzen, mit der jetzt niemand spielen darf. Um es vorweg zu nehmen: So ganz lieb ist mir die Linke nicht, mein Stimmlein würden sie nicht bekommen. Aber ich kann die Leitlinie der SPD nicht verstehen. Im „Osten“ darf man über eine Zusammenarbeit nachdenken, im „Westen“ nicht. Ist da noch eine Mauer im Kopf? Das widerspricht doch der Unterstellung, die Linke sei die Nachfolgeorganisation der SED. Wenn schon, dann müsste sich die SPD vor allem anderen in den neuen Bundesländern verweigern.

Die Anerkennung der Linken als ernst zu nehmende demokratische Partei durch die SPD hätte vor allem für eine Partei einen gewaltigen Nachteil: die CDU. Kein Wunder, dass von dieser Seite der Wind scharf ins Gesicht bläst.

Derzeit haben wir eine große Koalition im Bundestag und in fünf Bundesländern. Im Bundesrat hat die CDU eine komfortable Mehrheit. Öffnet sich die SPD nach links, könnte sie bei den derzeitigen Verhältnissen auf Bundesebene, in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt neue Koalitionen schließen. Hessen und Hamburg ebenso. Für den Bundesrat fielen dann 31 Mandate auf CDU/FDP, 30 auf SPD/Grüne/Linke und 8 auf CDU/SPD. Relativ ausgewogen, würde man meinen. Vor allem, da im Bundesrat die Ländervertreter eines Bundeslandes geschlossen ihre Stimme abgeben müssen. Nach derzeitigen Umfragen sieht es dann für die CDU im Saarland und Thüringen 2009 aber auch recht bitter aus. Immerhin geht es da ja auch um 7 Sitze im Bundesrat.

Wenn die CDU derzeit in Drohgebärden über die Gefährdung der großen Koalition fällt, dann ist das doch eher ein Pfeifen im Wald. Eine andere Mehrheit trägt die CDU nicht als Regierungspartei.

Nun ja, das sind ja nur theoretische Mehrheiten. Möglichkeiten, die die SPD hätte. Die Angst ist wohl zu groß, man könnte unter Umständen Stimmen verlieren. Da geht man doch lieber auf Nummer sicher und verliert im Schatten der CDU langsam das Gesicht. Ich glaube, die SPD zieht es vor, sich in großen Koalitionen zum Juniorpartner herunter zu wirtschaften. Bis eines Tages die CDU erkennt, dass man auch mit den Linken koalieren kann. Mit den Grünen kann man ja schon. Petra Kelly rotiert derzeit wohl im Grab.

Die bösen Handyhersteller

1. Februar 2008 - 11:56 Uhr

Nach Siemens/Benq und Nokia folgt nun Ericsson und Motorola geht es auch nicht gut.

Ich frage mich gerade, ob das auch ein klitzekleinwenig damit zu tun hat, dass wohl die meisten Mobilfunknutzer ihr neues Telefon eben nur als Zückerchen für einen neuen Vertrag verstehen und nicht als Hi-Tech Gerät, das entwickelt werden muss und eigentlich auch Geld kostet. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Netzbetreiber, die selbst unter Druck stehen, den Herstellern hohe Margen garantieren. Nur mal so.

Mein „Neues“ hat mich auch nur 10 Euro gekostet – willkommen im Glashaus ;-).

Anschauen erlaubt …

1. Februar 2008 - 10:37 Uhr

Gestern im heute-Journal ein Beitrag, der mir aus der Seele spricht …