Archiviert in der Kategorie "Reingeworfen"

Diese kleinen, miesen Taschenspieler

9. Dezember 2008 - 18:54 Uhr

Normalerweise würde ich annehmen, dass jemand, der mir rechtswidrig etwas wegnimmt oder vorenthält mir dies sofort zurück geben muss. Spätestens wenn es gerichtlich so beschieden ist. Ich würde sogar behaupten, dass diese Person belangt werden sollte und – wenn die Tat länger zurückliegt – auch einen gewissen Schadensersatz zu zahlen hat.

Das sehen Politiker mal wieder ein wenig anders. Nachdem die Neuregelung der Pendlerpauschale als verfassungswidrig gekippt wurde, stellen sich Steinbrück, Merkel, Glos und Koch auch noch hin und bezeichnen das als gewollte Konjunkturbelebung.

Die Beibehaltung der alten Pendlerpauschale ist nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel „die richtige Antwort auf die jetzige Wirtschaftssituation“. „Ich halte es für absolut richtig, das wir das Geld angesichts der Wirtschaftslage jetzt den Menschen direkt zurückgeben“, sagte Frau Merkel nach den deutsch-polnischen Regierungskonsultationen in Warschau.

Dabei geht es um schlappe 7,5 Milliarden Euro. Das ist ganz schlicht und einfach rechtswidrig einbehaltenes Geld, auf das der Staat keinen Anspruch hatte. Für wie blöd halten die den normalen Durchschnittsbürger, dass sie davon ausgehen, mit so einer Nummer durchzukommen?

Der Zeit voraus

8. Dezember 2008 - 14:53 Uhr

Da sag mal noch jemand, die Bundesregierung sei nicht zukunftsorientiert. Immerhin gibt es bei REGIERUNGonline schon die Nachrichten des nächsten Jahres.

Na ja, man könnte es auch als redaktionellen Lapsus bezeichnen ;-).

Wetten, dass…

2. Dezember 2008 - 1:21 Uhr

… Michael Hirte bis zum Jahresende durch BILD vom „Supertalent“ zum „schlechten Menschen“ herunter geschrieben wird? Allerspätestens wenn nach Weihnachten der Markt für „Ave Maria“ für fast ein Jahr in sich zusammenbricht?

Ein Ü-Ei für jeden, der die Wette hält (Und natürlich umgekehrt, wenn ich recht habe ;-)) bis zum 10.12.2008 in den Kommentaren.

Zugegeben perfide, aber da kann man auf die Fiesheit Häuser bauen.

Der Rechtsweg bleibt natürlich ausgeschlossen und nur ein Ei pro real existierende Person ;-).

Adventskalenderempfehlungen

30. November 2008 - 16:52 Uhr

Aus dem banalen Grund, dass mir in diesem Jahr keine eigene Geschichte eingefallen ist und ich nicht nur fremde Federn im Adventskalender haben möchte, gibt es hier in diesem Jahr keinen Online-Adventskalender. Der „alte“ findet sich hier.

Aber es gibt ja auch noch andere.

Bereits von Herrn Markus empfohlen: Für webaffine Menschen, die sich für Best Practices in allen Webbereichen interessieren sei der Adventskalender der Webkrauts ans Herz gelegt.

Wer sich für Rainer Maria Rilke erwärmen kann, findet morgen bei rilke.de einen Adventskalender, der diesmal mit den Weihnachtsbriefen an seine Mutter gefüllt ist.

Für Natufreunde der Kalender des NABU.

Auch für Menschen, die fairen Handel unterstützen, gibt es bei Transfair.org einen Adventskalender.

Modenschau Advent 2008

30. November 2008 - 16:16 Uhr

War die letztjährige Mode durch eine gewisse Verspieltheit in Farbe und Material geprägt, geht der Trend in diesem Jahr zu einer ausgeprägt klassischen Variante. Eine leichte Andeutung auf den bald kommenden Nikolaus wurde im Schmuck mit eingearbeitet. Die nahezu überbordende Größe und Üppigkeit setzt ein Fanal gegen die Trostlosigkeit der derzeitigen Wirtschaftslage.

Eine frohe Adventszeit allen da draußen!

Das Märchen vom Untergang der sieben Zwerge

25. November 2008 - 12:57 Uhr

Einst wohnten hinter den sieben Bergen sieben Zwerge. Sie arbeiteten fröhlich und waren vorbildlich in ihrer Solidarität mit anderen kleinen Leuten, darum mochte man sie auch unter Menschen. Eines Tages begab es sich, dass die Zwerge in die große Stadt berufen wurden, um die Geschicke dort zum Besseren zu wenden, da Neid und Missgunst die Menschen in Not gebracht hatten. Freudig machten sie sich auf den Weg und begannen ihre neue Arbeit.

Es dauerte aber nicht lange, da beschlich einige der Zwerge ein unbehagliches Gefühl. Sie sahen, dass sie kleiner waren und andere Ideen verfolgten als die großen Menschen. Sie bauten sich Stelzen und trugen fortan lange Mäntel, damit man sie nicht von den großen Leuten unterscheiden konnte. Sie redeten auch anders und polterten umher, gerade so wie die ehemaligen Herren der großen Stadt.

Viele der Menschen, die die Zwerge gerufen hatten waren bitter enttäuscht. Sie erkannten keinen Unterschied mehr zwischen den Stelzenzwergen und ihren alten Herren. Auf die wenigen Zwerge, die keine Stelzen tragen wollten, blickten die Stelzenzwerge herab, denn sie hatten sich schon zu sehr daran gewöhnt vornehm mit den großen und wichtigen Leuten zu reden. Da wurden die Zwerge, die Zwerge bleiben wollten, immer trauriger.

Einst begab es sich aber, dass Rumpelstilzchen die Stadt betrat. Rumpelstilzchen war vor langer Zeit als achter Zwerg bekannt, wurde aber wegen seiner cholerischen Art von den anderen gemieden. Rumpelstilzchen hatte sich mittlerweile mit den Gnomen angefreundet, einem Völkchen, dass im Lande sehr unbeliebt war. Keck behaupteten sie, die wirklich wahren Zwerge zu sein. Sie brachten sogar zwei Zwerge dazu, gemeinsame Sache mit ihnen zu machen.

Da war die Verwirrung bei den Menschen groß. Hatten sie doch die Zwerge gerufen, damit es ihnen besser geht, waren die einen auf ihren Stelzen nicht mehr wieder zu erkennen und die anderen verdächtig, mit den Gnomen unter einer Decke zu stecken.

Da beschlossen die Menschen, die Zwerge weg zu schicken und setzten wieder ihre alten Herren ein, denn elend leben konnten sie auch ohne Zwerge. Rumpelstilzchen aber blieb in der Stadt und lachte und tanzte fortan und stimmte Hohngesänge auf seine ehemaligen Gefährten an.

Derart verstoßen kehrten die Zwerge zurück hinter die sieben Berge. Aber es war anders als in den schönen alten Zeiten. Den meisten Teil des Tages stritten sie, wer von ihnen an ihrem Schicksal nun schuld gewesen sein möchte. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann streiten sie noch heute.

Neues vom Staatsfeind Nr.1

21. November 2008 - 18:55 Uhr

Man muss es ja schon anerkennen, dass Wolle Schäuble seine paranoide Lust am Überwachen gerade dann durchdrücken will, wenn alle irgendwo anders hinschauen – auf das eigene Konto oder den Arbeitsplatz.

Blöd nur, dass der Bundesrat sein Gesetz dann doch kippen will. Aber Schäuble wäre nicht Schäuble, wenn er nicht auch dafür eine Lösung hätte: Wir kritzeln mal wieder schnell an der Verfassung herum.

Es ist schon traurig, dass der oberste Verfassungsschützer das Grundgesetz als etwas beliebiges betrachtet. Das nennt man glaube ich „den Bock zum Gärtner machen“.