Archiviert in der Kategorie "Reingeworfen"

Neulich in der Kaffeeküche

17. April 2009 - 15:51 Uhr

Wolfgang Schäuble sitzt mies gelaunt in der Küche und starrt düstere Löcher in Luft. Ursula von der Leyen kommt herein. „Hallo Wolfgang, wie … ach nee seh schon. Was ist dir denn über die Leber gelaufen?“ – „Da hat schon wieder jemand die Kaffeebecher ganz oben in den Schrank geräumt. Das war bestimmt dieser Neue … dieser von und zu auf und davon, dieser, dieser Dings.“ – „Das ist doch kein Grund so sauer zu sein. Soll ich dir einen runterholen?“ – „Das wär schön. Danke!“

In diesem Moment fliegt die Tür auf und Angela Merkel steht vor ihnen. „Schweine!“ Ohne weitere Worte drängt sie sich zwischen den beiden durch, angelt sich einen Kaffeebecher und gießt sich wutschnaubend einen Kaffee ein. „Das ist anders als du denkst, der Wolfgang kommt nicht an die Kaffeebecher, da hab ich …“ – „Was? Wie? Nein! Diese Internetfuzzis – alles Schweine. Immer diese Sticheleien. Ich krieg die einfach nicht unter Kontrolle.“ – „Na toll, danke Ursula! Muss es ausgerechnet so ein WM ’06 Becher sein?“ – „Was denn Wolfgang? ICH hatte da riesig Spaß auf der Tribüne. Das war doch ganz toll. Das lass ich mir nicht kaputtreden.“ – „Ja, ja, und immer dieses Gesinge ’steh auf wenn du Deutscher bist‘ – Terrorischtenpack.“

„Jetzt mal gaaanz ruhig! Man, habt ihr beiden eine Stimmung! Erst mal ’nen Kaffee, Wolfgang?“ – „Ja.“ – „Wie?“ – „SCHWARZ NATÜRLICH!!

Nach Minuten eisigen Schweigens taut die Situation langsam wieder auf. „Die Chinese habbeds gut, die sperret einfach was ihne net passt in diesem Dings, in diesem Internet. Am beschde wärets wenn mir das auch mache täte, wege der Terrorischte.“ Angela Merkel blickt mit ihrem zuckersüßesten gütigen Blick auf Schäuble. „Ach Wolfgang, das ist ja lieb gemeint, aber das glaubt uns mittlerweile kein Mensch mehr.“ – „Himmel nochmal, da muss es doch was zu mache gäbe!“ – „Himmel! Ich hab es! Ich hab es!“ Ursula von der Leyen hüpft klatschend auf und ab. „Was hast du?“ Angela Merkel schaut ratlos. „Na Operation Himmel! Das war zwar eine Nullnummer, aber gegen Kinderpornographie ist jeder. Da traut sich niemand was zu sagen.“ – „Und du meinst, das geht?“ – „Klar, ich hab da auch noch ein paar Fälle in der Schublade, die ich pünktlich in die Presse bringen kann. Und ich als Mutti der Nation …“ – „Mooooment, die Mutti bin immer noch ich, du hast nur viele Kinder. Aber mach mal. Heute Kinderpornographie und morgen das ganze Internet.“ – „Ja, Mutti … äh … jawoll, meine …“

Buschwindröschen

13. April 2009 - 18:40 Uhr

Buschwindröschen

Das Buschwindröschen ist ein typischer Frühjahrsgeophyt, der die Krautschicht in Wäldern bildet, während die Bäume im Frühling noch kein Laub tragen. Da das Buschwindröschen hohe Lichtansprüche hat, findet der gesamte Lebenszyklus der Pflanze im Frühjahr statt. Oft werden große Flächen von der gesellig wachsenden Art eingenommen und mit einem weißen Blütenteppich bedeckt.

[Wikipedia]

Unter anderem auch hier zu finden.

Kleiner Insider ;-)

Frohe Ostern!

12. April 2009 - 11:06 Uhr

Ostern

Denn sie wissen nicht, was sie tun

20. März 2009 - 14:21 Uhr

Eigentlich wollte ich mich nicht mehr zur Finanzkrise weiter äußern und mich auf verständnisloses Kopfschütteln beschränken. Allerdings bin ich heute bei einem Artikel im Manager-Magazin auf einen Satz gestoßen, der mich noch mehr am Sachverstand der Regierung zweifeln lässt.

Überlegungen des Wirtschaftsministeriums, mit dem neuen Instrument einer „eingeschränkten Insolvenz“ eine weitere Hürde vor der Enteignung einer Bank aufzubauen, kamen in dem Gesetz nicht mehr zum Tragen. Dieses Modell hätte die Möglichkeit beinhaltet, die Rechte von Gläubigern und Aktionären zeitweise auszusetzen, um die Sanierung der Gesellschaft schnell bewerkstelligen zu können.

Da gab es doch mal was … grübel … irgendwie klingt das bekannt. Ach ja, da gibt es doch so ein Gesetz:

Gesetz über das Kreditwesen

§ 47 Moratorium, Einstellung des Bank- und Börsenverkehrs

(1) Sind wirtschaftliche Schwierigkeiten bei Kreditinstituten zu befürchten, die schwerwiegende Gefahren für die Gesamtwirtschaft, insbesondere den geordneten Ablauf des allgemeinen Zahlungsverkehrs erwarten lassen, so kann die Bundesregierung durch Rechtsverordnung

  1. einem Kreditinstitut einen Aufschub für die Erfüllung seiner Verbindlichkeiten gewähren und anordnen, daß während der Dauer des Aufschubs Zwangsvollstreckungen, Arreste und einstweilige Verfügungen gegen das Kreditinstitut sowie das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Kreditinstituts nicht zulässig sind;
  2. anordnen, daß die Kreditinstitute für den Verkehr mit ihrer Kundschaft vorübergehend geschlossen bleiben und im Kundenverkehr Zahlungen und Überweisungen weder leisten noch entgegennehmen dürfen; sie kann diese Anordnung auf Arten oder Gruppen von Kreditinstituten sowie auf bestimmte Bankgeschäfte beschränken;
  3. anordnen, daß die Börsen im Sinne des Börsengesetzes vorübergehend geschlossen bleiben.

(2) Vor den Maßnahmen nach Absatz 1 hat die Bundesregierung die Deutsche Bundesbank zu hören.
(3) Trifft die Bundesregierung Maßnahmen nach Absatz 1, so hat sie durch Rechtsverordnung die Rechtsfolgen zu bestimmen, die sich hierdurch für Fristen und Termine auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts, des Handels-, Gesellschafts-, Wechsel-, Scheck- und Verfahrensrechts ergeben.

Na ja, immerhin wird damit klar, warum von Anfang an von einem „Plan B“ gesprochen wurde. Zur Erinnerung: Herr Guttenberg ist von Hause aus Jurist.

Fasse den Tag

19. März 2009 - 17:47 Uhr

Irgendwie hat es sich in diesem Jahr noch nicht so recht ergeben, dass freie Zeit und Sonnenschein auf den selben Tag fallen. Heute schon :-)

Tristesse 2.0

19. März 2009 - 0:12 Uhr

Die schönsten Momente in Björns Leben waren die, in denen seine Frau die Klappe hielt. Diesen Augenblick der Ruhe und der Gewissheit, dass dies nun sein Moment war. Konzentriert aber dennoch gelassen versuchte er, genau das herüberzubringen, was ihm wichtig war und am Herzen lag. Manchmal gelang ihm das nicht so recht. Dann musste Roswita erneut die Klappe halten und die Einstellung wurde wiederholt.

Das waren die Augenblicke, in denen Björn ab und an zögerlich wurde. Wurde es denn seinem Anspruch auf Authentizität nicht kompromittieren, wenn die Realität durch mehrere Anläufe, die dem Zuschauer verborgen bleiben, verbogen würde? Die Selbstzweifel waren für ihn der Preis für seine hoch gesteckten Ziele. Er wollte nicht weniger, als den langweiligsten Monumentalfilm aller Zeiten drehen. „Mein Leben auf dem Sofa“ sollte nur ihn auf dem Sofa in den Fernseher starrend zeigen und die vorbeistreichende Zeit als eigentlichen Hauptdarsteller herausarbeiten.

Selbst die Szene, als er sich aus Versehen ein Glas Wein über die Hose goß, fiel der Schere zum Opfer. Obwohl er dabei vollkommen stoisch reagierte, fürchtete er, dass dies eine Einstellung war, die von irgendwem als lustig empfunden werden könnte. So zogen sich die Dreharbeiten wie zäher Brei über die Jahre, aber Björn wusste im Herzen, dass es sich am Ende lohnen würde.

Alle seine Träume zerbarsten in nur einem einzigen Augenblick, als er während der Dreharbeiten im Fernseher sah, dass ein Kollege in Amerika mit einem epochalen Werk auf sich aufmerksam machte. Der fünfstündige Film „Moss on a Stone“ zeigte einen Stein, der langsam von Moos überzogen wurde. Unter Kunstlicht, so dass noch nicht einmal Lichtwechsel das Auge irritieren konnten.

Roswita war leichenblass. „Und jetzt?“ Sie war sichtlich besorgt aufgrund der neuen Situation. „Was jetzt?“ Björn machte ein kurze aber dennoch langsame Handbewegung und schaltete zum nächsten Programm und schwieg. Da wurde es Roswita bewusst, dass Björns Rolle nun sein Leben war. Wenige Tage später verließ sie ihn. Björn vermisste noch nicht einmal die Klappe.

In Nachreiche

13. März 2009 - 16:07 Uhr

Es sieht fast so aus, als hätten die Wetterfrösche mit der Prognose eines Vorfrühlingssamstags recht. Jedenfalls wird hier die Wolkenschicht dünner und dünner während das Thermometer in den zweistelligen Bereich klettert. Vielleicht kommt ja der ein oder andere auf die Idee, dieses Ereignis für das erste Grillen im Jahr zu nutzen (was ich natürlich schon seit Ende Januar hinter mir habe ;-)).

Ein zu Unrecht von der Weltliteratur geschmähtes Ereignis, das noch nicht besungen war. Dann halt so …

Ode an den Schwenker

Durch die kühle, klare Luft
weht heute ein besond’rer Duft
von Buchenholz und leck’rem Braten,
auf den wir schon so lange warten.

Des Feuers heller, warmer Schein
lädt Menschen zum verweilen ein,
im Auge Leuchten, Flackern, Funken
vom kühlen Bier leicht angetrunken.

Die Leute werden aufgeregt,
endlich wird nun aufgelegt.
Und zu dem Zischen auf der Glut
das Bier so seine Wirkung tut.

Nur eines führt zur Herzensenge:
Ob denn der Braten auch gelänge?
Im Zustand zwischen Bang und Hoffen
sind die Ersten schon besoffen.

Doch Freude packt die ganze Schar,
die Schwenker sind nun wirklich gar!
Endlich ist es jetzt soweit!
So mancher ist schon ziemlich breit.

Auf Tellern dampft die Leckerei,
für Mädchen auch Salat dabei.
Glücklich, wem so viel geschenkt,
höret, es ist angeschwenkt!

Epilog

Wer nie im Saarland weilen durfte oder wollte
und diesen Brauch nicht kennen sollte,
dem sei gesagt: Landauf, landab
es immer solche Bräuche gab,
wo auf Feuer oder Glut
man leck’re Dinge grillen tut.

Wer je mit Buche, Kohle, Gas
Dinge grillte oder aß,
für alle diese Menschen gilt:
Heissa, es ist angegrillt!