Archiviert in der Kategorie "Reingeworfen"

Tamara Jagellovsk

6. August 2008 - 23:09 Uhr

Sie war die Aufpasserin, die darauf achtete, dass Dietmar Schönherr als Cliff Allister McLane bei seinen Raumpatrouillen nicht die Halsadern oder das chauvinistisch aufgeblähte Skrotum platzt.

Eva Pflug ist tot. Schade. Naja, 79 Lenze sind immerhin ein Leben. Farewell, Eva/Tamara!

Alles neu macht der August

4. August 2008 - 23:58 Uhr

Erstens reimt es sich nicht und zweitens ist es auch schon ein angebrochener Monat und es ist auch nicht alles neu. Immer diese Überschriftenbauernfänger. Man kann es nicht genug anprangern. Immerhin ein Update auf WordPress 2.6 und Semmelstats 3.1 hier im Zirkus des Unspektakulären.

Ich muss sagen, sauber das Ganze. Auch wenn sich einiges geändert hat in der Benutzerführung, WordPress 2.6 kommt gegen 2.3 ganz gut. Was ich noch nicht gefunden habe, ist die Option, Seiten auch zip-gepackt auszuliefern. Es ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig, der Seite beim Aufbau zuzusehen. Ich bin noch ein wenig am kämpfen. Es ist wesentlich aufgeräumter, aber wie es beim Aufräumen so ist, man sucht die Dinge zuerst dort, wo man sie hingelegt hat und nicht dort, wo es am vernünftigsten ist – Gewohnheit halt.

Semmelstats 3.1 kommt auch aufgeräumter daher, vor allem neu mit einer History, die Besucher pro Tag als Balkendiagramm darstellt. Auch die Züchtung eines Datenmolochs wird behindert, da die Bereinigung via Semmelchron direkt im Paket mit installiert wird, was im Vorgänger noch zusätzlich zu erledigen war.

File under unspectular changes ;-).

Viel Rauch um nichts

3. August 2008 - 23:54 Uhr

Einraumkneipen unter einer Fläche von 75 Quadratmetern dürfen beräuchert werden, andere nicht. Und wie viel der Gesamtfläche werden angerechnet?

Was geschieht, wenn ein Mitglied des Bedienpersonals eines Bewirtungsunternehmens unter 75 m2 im Rahmen der Gesetze anzurechnender Bewirtungsfläche nicht angestellt oder entlassen wird, da es Nichtraucher ist und somit benachteiligt wird? Was, wenn der Wirt Linkshänder ist?

Darf man auf Toiletten rauchen, wenn das Fenster offen steht und dieser Raum nicht anrechnungsfähig nach einschlägigem Berechnungsstandard der Bewirtungsfläche zugerechnet wird?

Wäre ein simples Rauchverbot nicht dienlicher?

Oder könnte sich dann ein Gast unter Bezug auf die Menschenwürde bei miesem Wetter sein Recht zur Inhalation erkämpfen, wenn er wie ein Hund vor die Tür gejagt wird? Ausser, da stehen Heizpilze, die aber nach Umweltverordnung §xyz als abgas- und umweltfeindlich gelten und eine zusätzliche Belastung der Wirte eines Etablissements mit einem Umsatz über 2545€ vor Steuern pro Woche mit 25% Prozent Anrechnung des verhinderten Ausschanks alkoholischer Getränke an unter 16-jährige bedeuten? Darf ein rauchendes Mitglied des Bedienpersonals genügende Pausen einfordern und wenn ja – wie geschieht die Vertretung im Lokal während dieser Zeit, wenn nur eine Person anwesend ist?

Man kann es sich beliebig kompliziert machen. Es könnte ja auch sein, dass einige Menschen der Gastronomie fern bleiben, da dort Preise gefordert werden, die einem die Tränen in die Augen treiben. Hätten sich genügend Wirte gefunden, die ihre Etablissements zu Zeiten als rauchfreie Zone deklariert hätten und den Nichtrauchern genügend Alternativen gegönnt hätten, es hätte keinen Streit gegeben.

Wollen wir wirklich Vorschriften bis ins letzte Detail, oder kann es auch mal sein, das genügend Menschen die Eier haben, schon zu handeln, bevor es kompliziert wird?

Entpolitisierung nicht mehr möglich

31. Juli 2008 - 23:54 Uhr

Man muss den Artikel in der FAZ gar nicht lesen, obwohl er tatsächlich minutiös den Vorgang zum gewünschten Ausschluss Wolfgang Clements aus der SPD beschreibt. Dann doch lesenswert.

Was irgendwie ein wenig stört ist, dass ein politisches Verfahren gegen ein Mitglied einer politischen Partei in meinen Augen per se eine politische Entscheidung ist. Es war politisch, ist politisch und wird politisch sein. Was denn bitteschön sonst? Wer schreibt denn da die Überschriften?

Die armen Parteien

29. Juli 2008 - 2:15 Uhr

Die Parteien in Deutschland – jedenfalls die, die sich Stühle im Bundestag ergattert haben – leiden an schwindenden Mitgliederzahlen. In dem Artikel werden allerdings zu Unrecht die „kleinen Parteien“ als Gewinner dargestellt. Nimmt man die langfristigen Zahlen der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) als Maßstab, erkennt man, das im Vergleich zu 2005 lediglich die „Linke“ deutlich ihren Abwärtstrend gebrochen hat und ein klein wenig gegen 2005 zugelegt hat. Ich wage zu bezweifeln, dass diese Zahl „Neuankömmlinge“ sind, sondern eher Migrationsbewegungen aus der SPD. Die FDP hat nicht hinzugewonnen sondern Verluste ausgeglichen.

Summiert man die Mitgliederzahl aller vertretener Parteien auf, und setzt sie ins Verhältnis zur Gesamtbevölkerung, wird deutlich, dass sich der Schwund schon seit spätestens 1981 andeutet. Damals waren es immerhin 3,24 % der Bevölkerung, die ein „Parteibuch“ besaßen, danach ging es nach einer langsamen Stagnation bergab auf nunmehr 1,76 %. Wohlgemerkt zu Anfang auf drei Parteien (CSU ist für mich persönlich mit CDU gleichzusetzen, wer mag, kann auch vier Parteien rechnen) jetzt auf fünf Parteien (sechs, siehe vorn).

Geht man davon aus, dass eine Partei umso erfolgreicher ist, als sie den Durchschnittsbürger repräsentiert, ist dies kaum verwunderlich. Der Durchschnittspolitiker ist eher ein alter Sack. Gemessen an der Bevölkerung, gibt es 44 % Parteimitglieder über 60 Lenze gegen 31 % in der Bevölkerung über 20 (Jaaaa -eigentlich müsste hier 18 stehen, da man ab diesem Punkt wählen darf. Aber in der Statistik scheint dezimal über legal zu gehen ;-) ). Und 73 % davon sind Männer, gegen ca. 51 % in der Bevölkerung, weil Y-Chromosom tragende Spermien eben im Schnitt einen kleinen Tick schneller schwimmen ;-).

Ein wenig schwierig wird es bei der Aufschlüsselung nach sozialen Schichten. Sorry, ich habe es nicht nachrecherchiert, wie denn da die Bestandsaufnahme in der Republik ist und welches Gehalt pro Person denn nun Mittelschicht, untere Mittelschicht, obere und Unterschicht ist. Deutlich ist jedoch, dass die beiden „Volksparteien“ in der Mittleren bis oberen Mittelschicht verankert sind. Geht das Niveau nach unten, dann … .

Es scheint, als sei das Konstrukt Partei demographisch in der Bevölkerung schwindend verankert.

Mit Ursache-Wirkung habe ich da ein Problem. Entsteht die Drift durch Abwanderung oder erfolgt keine Zuwanderung wegen zu geringer Identifikation?

Was sollte sich ändern, um diesen Trend umzukehren? Ganz naiv betrachtet, müsste sich das schwächste Glied in der Kette, das gerade 1,76 % der Bevölkerung ausmacht, bewegen. Hurtig.

…Sch…pania!

29. Juni 2008 - 22:47 Uhr

Ich muss es einfach anerkennen, der Bessere hat gewonnen. Trostreich ist bestenfalls, dass der Sieg denkbar knapp ausgefallen ist. Die Kombinationen waren stimmiger, Torres immer einen Tick schneller. Spanien ist verdient Europameister! Die Mannschaft, die die konstanteste Leistung gebracht hat, hat auch den Titel. Zweiter ist ja auch eine anerkennenswerte Leistung.

Damit ist, glaube ich, ist der Chronistenpficht getan.

Ich geh jetzt weinen.

Wadenzwicker

29. Juni 2008 - 15:01 Uhr

Es bleibt einem auch wirklich nichts erspart: „Die Wade der Nation“ hängt wie ein Damoklesschwert über dem Endspiel. Michael Ballacks Achillesferse scheint ein wenig höher angesiedelt zu sein als bei antiken Helden üblich, aber sie zwickt mit unbestechlicher Genauigkeit im tragischen Moment. Ironie des Schicksals passt diese Schwachstelle fürs Völkchen auch wie der Ball unter die Querlatte – immer etwas zu steif und verkrampft.

Wie muss ich mir das eigentlich vorstellen, wenn Michael Ballack dann doch heute Abend noch auflaufen kann? Fällt er dann direkt in Tiefschlaf, da er ja „rund um die Uhr“ medizinisch betreut wurde? Ich hoffe doch nicht. Auf jeden Fall können sich alle selbsternannten Nationaltrainer mal wieder tüchtig Gedanken machen, wie der Plan B auszusehen hat. Bin mal gespannt wie es wird.