Wertloses Plastik – oder neulich im Getränkemarkt

13. April 2010 - 23:24 Uhr

Vor Kurzem stand ich bei meinem Reorganisationsprogramm zur Auffrischung des Getränkebestands in der Kassenschlange. Es hatte im Getränkemarkt meines Vertrauens nur eine Kasse geöffnet, was bei einem geringen Ansturm auch durchaus verständlich ist. Trotzdem kam es zu einem erheblichen Rückstau.

Naturgemäß kam es zu einigem murrigem Gemurmel, weil es eben nicht weiterging. Dieses erstarb allerdings, als es immer offensichtlicher war, dass der Kunde an der Kasse ein Stück Plastik nach dem anderen der Kassiererin zuschob und immer nur ein betretenes Kopfschütteln erntende.

Beim letzten Stück Plastik und dem letzten Kopfschütteln angekommen, blickte die Partnerin des Kunden entsetzt, fassungslos, ungläubig den armen Mann an und zog ihn aus der Schlange um den anderen Konsumsklaven Platz zu geben. Sie verließ in schnellem Schritt, den Blick gesenkt, den Laden. Er, mit einem hochroten Kopf, der auf keinen gesunden Blutdruckzustand schließen lässt, schiebt seinen Wagen mit gesenktem Blick zurück in den Markt und stellt das, was er kaufen wollte, zurück an den Platz für andere Kunden.

Sein Weg nach draußen, mit seinem leeren Wagen, ist geprägt von einem „Danke“ und „Bitte“, als er sich an der wartenden Schlange vorbei schob, gesäumt von Blicken, die in der Ansicht der eigenen Schuhspitzen eine Lösung suchen. Kein arroganter Blick „mir kann das nicht passieren“.

Als es dann an meiner Reihe war, das Gewünschte auch zu bezahlen, blickt mich die Kassiererin gequält lächelnd an und fragt, ob ich Treuepunkte sammle. Heute, ja.

Willkommen in der Krise.

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