Grandioses Scheitern

27. April 2009 - 23:32 Uhr

Wer hätte es gedacht? Der feine Herr Sommermärchen-Klinsmann ist in München gescheitert. Ähm – na ja – ich. Nicht, weil ich Klinsi nicht mag. Ich mag Klinsi vor allem deshalb, weil er die Eier hat, der Springer-Presse die Stirn zu bieten. Risiken und Nebenwirkungen mit inbegriffen. „Grinsi-Klinsi“ hatte nie eine echte Chance außer dem Tripple. BILD nicht mögen, langfristig denken und beim FC Bayern anheuern – das sind gleich drei Sachen, die gehen nur bei Kinderüberraschung.

Das eigentliche Problem sind einige Spieler, die sich geschickt hinter einem Trainer verstecken, der vorsätzlich unter Beschuss gebracht wird. Da muss man sich schon ernsthaft fragen: Können die nicht oder wollen die nicht? In den ganz fiesen Spielen hatte ich den Eindruck, dass ein paar wirklich versuchten etwas zu tun (Lahm, Ribéry, van Bommel, Sosa) und andere lieber das Leiden Christi als bajuwarisches Passionsspiel gaben (Podolski, Toni, Klose und auch Schweini). Spieler, die erst bei 3:0 einsteigen braucht kein Verein. Punkt. Nochmal Punkt.

Ich hoffe, Jupp Heynckes holt keine Kartoffeln aus dem Feuer. Das wäre das Beste. Warum? Weil das etwas gibt, was unbezahlbar ist: Bodenhaftung.

Und jetzt meldet sich auch, wie nicht anders zu erwarten, direkt Lodda zu Wort. Eine ernsthafte Warnung eines Alteingesessenen: Wenn DER kommt, bin ICH weg.

3 Kommentare zu “Grandioses Scheitern”

  1. Markus meint:

    Das ist genau der Grund, warum ich die Bayern nicht mag: Wegen ihrer – mit Verlaub – Großkotzigkeit. Entlassen ihren Trainer bei 3 Punkten Rückstand auf Platz eins. Gegen Klinsmann hatte ich nichts. Käme Matthäus als Trainer, hätte ich weider einen Grund mehr, die Bayern noch weniger auszustehen. Aber DER wird nicht kommen, da können Sie ganz beruhigt sein, Herr Quintus.


  2. Quintus meint:

    Es ist schon ein schwieriges Verhältnis mit dem FCB. Die können ja auch so ganz anders. In ganz schwierigen Zeiten sind sie ja auch dem FC St. Pauli beigesprungen. Sie helfen auch immer noch den Opfern des Tsunamis in SO Asien. Da mag ich sie richtig gern. Aber wenn Beckenbauer und Konsorten den Mund aufmachen, dann wünsche ich auch mal eine richtig verkorkste Saison, um mal wieder auf den Boden zu kommen. Fan sein ist ein harter Job ;-).


  3. Inishmore meint:

    Klinsmann und sein Widerstand gegen die Springermeute hat mich auch beeindruckt, keine Frage. Vielleicht hätte er ab und zu mal eine andere Emotion als Lächeln zeigen sollen, das hätte ihn für mich sympathischer gemacht.

    Bodenhaftung täte den Bayern wirklich mal gut, dann würde ich in der Champions League nicht automatisch für den Gegner halten, sondern mich freuen, wenn eine deutsche Mannschaft zu den internationalen Topmannschaften zählt. Dass du dir als Fan selbst diese Bodenhaftung wünschst, zeugt von Größe. Wobei ich allerdings befürchte, dass am Ende doch die Bayern die Schale holen, weil die anderen mit der Situation nicht zurechtkommen und einknicken.

    Lothar Matthäus wäre auch bei mir der Garant zum Vereinswechsel. Den müsste man eigentlich den Engländern unterschieben, um deren Dominanz in der Champions League zu brechen ;)