Same Procedure as Last Amoklauf

12. März 2009 - 14:43 Uhr

Es mag bitter klingen, aber nun hat der „Amokläufer von Winnenden“ sein Ziel erreicht. Alle Zeitungen überschlagen sich über seine Tat zu berichten und einen Wikipediaeintrag hat er auch. Er hat die ungeteilte Aufmerksamkeit, wenn auch nur in handelsüblichem Betroffenheitsjournalismus.

Die üblichen Verdächtigen sind auch schon gestellt: Internet, Killerspiele, zu laxe Waffengesetze. Das reicht für wochenlange Diskussionen, aber es bleiben doch Fragen offen.

Vielleicht darf man die Frage nach der Mitschuld des Schulwesens einfach nicht stellen. Tatsächlich hat sich doch synchron zu der Entwicklung des Internets und der Perfektionierung so genannter Killerspiele auch in den Schulen einiges getan.

Die politisch vorgegebene Zielsetzung richtet sich doch mittlerweile an drei Eckpfeilern aus:

1) Ein möglichst gutes Ranking in der PISA-Studie

2) Wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Schulabgänger

3) Kosteneinsparung auch auf Kosten viel zu großer Klassen

Ob dies auch im Interesse der Schüler und Schulen ist, bleibt weitgehend unberücksichtigt. In der Motivliste dieses und vorangegangener Ereignisse liest man immer wieder über Ausgrenzung, gemindertes Selbstwertgefühl, verbaute Berufsaussichten. Meines Erachtens sollte man eher da hin schauen und die Ursachen suchen.

Wenn ein durch Killerspiele angeheizter Gewalttrieb verantwortlich wäre, der sich in die Realität Bahn bricht, kämen auch andere Orte mit großer Publikumsdichte in Frage. Warum immer wieder Schulen?

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