Undankbares Völkchen

2. Oktober 2008 - 22:39 Uhr

Da gibt sich Umweltengel Gabriel solche Mühe, die deutsche Automobilindustrie zu schützen und vor bösen Klimaauflagen zu bewahren. Eigentlich der Job von Wirtschaftsminister Glos, aber Schwamm drüber.

Und jetzt, ausgerechnet die Deutschen selbst fallen dieser heroischen Tat in den Rücken und kaufen lieber kleine Spritsparer, die die deutschen Hersteller nicht können ignorieren mit Sicherheit irgendwann später entwickeln. Aber einfach unzeitgemäße Vehikel Glanzpunkte deutscher Ingenieurskunst zu Recht zu verschmähen nicht zu würdigen? Böse! Böse!

Das sind doch nur Ausflüchte, schmaler Geldbeutel und Spritpreise und so. Verantwortung ist gefragt. Man muss sich auch mal von so genannten Sachzwängen befreien. Umweltschutz, Wirtschaftskrise, Peak Oil sind doch nichts gegen den nominellen Erhalt von Arbeitsplätzen. Ja, gut – Leiharbeiter ersetzen für weniger Geld Stammpersonal. Was soll die Diskussion? Die Quote muss stimmen. Es geht darum, optimistische Zahlen zu produzieren. Glauben sie mir, es gibt kein Problem, das man sich nicht aus der Welt rechnen kann.

Vertrauen sie endlich in Politiker, die bis zum Hüftansatz im Hintern der Lobby stecken nur ihr Bestes wollen. Vertrauen sie in die deutsche Automobilindustrie, die schlicht und simpel den Trend verpennt hat innovativ am Puls der Zeit ist.

Alles wird gut, fragt sich nur, ob wir das noch erleben.

2 Kommentare zu “Undankbares Völkchen”

  1. Optimum meint:

    Also Umweltschutz hin oder her :

    Das Statussymbol des deutschen ist noch immer sein Auto und daher bin ich der festesten Überzeugung, dass der Trend zum Miniauto nicht aus Umweltgründen erfolgt, sondern aus Liquiditätsgründen.

    Wenn der Autokäufer KÖNNTE, würde fast jeder 3te Wagen ein Porsche sein.

    Von einem „Trend“ würde ich daher nicht sprechen, sondern eher von geänderten Marktbedingungen und ja – DIE haben die Automobilbauer verschlafen.


  2. Pathologe meint:

    Also hier in Qatar, da fahren ungewoehnlich viele dieser Spritfresser rum. Nicht nur aus Deutschland. Selbst Autobauer wie der Hersteller des Hybridfahrzeuges Prius, Toyota etwa, haben hier einen riesigen Anteil an Fahrzeugen: Landcruiser mit 4,5-Liter Maschine, die Nobelmarke Lexus mit ihren Achtzylinder-Gelaendewagen und ebenfalls den dickmotorigen Limousinen, die in Deutschland erst gar nicht angeboten werden. Dazu kommen Range Rover und Land Rover, in deren Verkaufsraeumen man bei der Frage nach dem Benzinverbrauch gerne mal die Aussage bekommt: mit einem Tank kommt man gut 380 km weit. Rechnen muss man dann selber.