Vielleicht auch mal nachdenken

4. August 2008 - 15:05 Uhr

Herr Gabriel aus B. möchte anscheinend auch seinen Beitrag zur Befüllung des Sommerlochs leisten. Durch innovative Möglichkeiten der Neuregelung der Pendlerpauschale kann er es sich nicht sparen auch mal moralisierend den Finger zu heben um damit eine Deckelung der Entfernung zu untermauern.

„Unsere Eltern sind auch irgendwann der Arbeit nachgezogen und haben vom Staat nicht verlangt, dass er eine tägliche Heimfahrt von mehr als 200 Kilometern subventioniert.“

Warum muss ich dabei direkt an Koksheizungen und dicke Pullis denken?

Vordergründig spricht doch auch ökologisch gedacht einiges für kurze Arbeitswege. Und ich bezweifle, dass die Mehrzahl gern solche Strecken hin und her schaukelt.

Es könnte unter Umständen sein, dass diese zitierte Elterngeneration im Zuge der Existenzgründung einen Ortswechsel vollzogen hat. Es macht auch einen erheblichen Unterschied, ob gerade von Herrn Gabriels Partei im Zuge des „Fördern und Forderns“ örtliche Flexibilität einfach vorausgesetzt und hoch gehalten wird. Das betrifft doch nicht nur junge Menschen, die sich leicht „verpflanzen“ lassen, sondern auch Familien, die bereits sozial verwurzelt sind. Das fordert doch auch die Sicherheit, über Jahre an diesem Ort arbeiten zu können, um den Schritt des Umzugs zu gehen. Ist diese Voraussetzung denn so gegeben?

Wenn wir hier nochmal Wirtschaftswunderland haben, dann passen solche Vergleiche vielleicht. Bis dahin sind es Äpfel und Birnen.

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