Kein Grund zur Sorge

4. August 2008 - 13:02 Uhr

Wenn der Verbraucherpreisindex bei 3,3 % im Juni steht, dann sorgt das irgendwie so gar nicht für ein wohliges Bauchgefühl. Aber das ist ja nur der Teil des Eisbergs, der aus dem Wasser ragt. Schaut man sich die Gesamtstatistik des Statistischen Bundesamtes an, kann einem schon ein wenig bange werden, auch ohne Ökonom oder Prophet zu sein.

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Die Erzeuger- und Einfuhrpreise zeigen dort schon ein ausgesprochen unbehagliches Bild. Immerhin 6,7 bzw. 8,9 %. Das dies eine direkte Wirkung auf die Großhandelspreise haben muss, ist verständlich und dieser Index liegt dann auch bei satten 8,9 %. Es ist kaum vorstellbar, dass dies sich nicht auch auf Einzelhandel-, Ausfuhr- und Verbraucherpreise auswirkt. Zum Teil wohl verzögert und auch durch andere Faktoren gedämpft. Wie wird diese Dämpfung denn aussehen, wenn diese Preissteigerung nicht 1:1 durchgereicht wird? Wird der Handel dies als Belastung der Marge einfach so als Kröte schlucken oder wird dann die Effizienz gesteigert um den Verlust auszugleichen? Immerhin sind die großen Spieler im Einzelhandel börsennotiert und Aktionäre sind ein undankbares Völkchen. Effizienzsteigerung geht ja meist auch mit Verzicht auf Arbeitsplätze einher.

Wenn Erzeugerpreise schneller ansteigen als die Ausfuhrpreise, mache ich mir auch Gedanken über die Marge des Außenhandels. Exportweltmeistern bringt halt nur dann ein wohliges Gefühl, wenn am Ende auch die Kasse stimmt.

Es ist vielleicht unangebracht in wilde Panik auszubrechen, aber man sollte sich doch schon mal so langsam ein mentales Lesezeichen setzen, dass Frau Merkel derzeit noch keinen Grund zur Veranlassung sieht.

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