Eigentlich eine gute Idee – eigentlich

19. April 2008 - 22:17 Uhr

Ich habe da so ein kleines Fläschchen, in dem ist eine muntere Mixtur, die sich „Optikreiniger“ nennt. Das ist reizend – ich meine hautreizend, so sagt es der Warnaufdruck. Über dieses Symbol ist ein Aufkleber angebracht, der ein Relief in Form eines Warndreiecks bildet. Der erste Gedanke war „aha, eine Warnung für Blinde und Sehbehinderte“. Aber bei einer Flüßigkeit, die nun mal zu 99,99% von Menschen verwendet wird, die gut sehen können? Zumal das Fläschlein eine Kindersicherung hat, die an sich schon eine Warnung ausstrahlt.

Es hätte ja eine neue, gut gemeinte Vorschrift sein können, aber nein, auf anderen Reinigern etc. fehlt dieser haptische Hinweis. Eigentlich mag ich diese Idee. Sollte überall drauf sein, wo eine Gefahr für die Gesundheit droht eben auch für optisch eingeschränkte Menschen, aber leider nein. Es muss ja nicht die ganze Beschreibung in Braille darauf stehen. Bei einer Warnung könnte ja ein Sehender zur genauen Bestimmung hinzugezogen werden.

Ach ja, zur Kindersicherung. Es sind zwei Bewegungen zu kombinieren: Erst drücken, dann drehen. Wie wird die „Aufklärung“ realisiert? In einfachsten Piktogrammen, damit es auch jemand schafft, der nicht lesen kann. Wie viele Kinder mögen das verstehen, bevor sie lesen können? Viele?

Irgendwie scheint mir das Ganze wenig durchdacht.

Ein Kommentar zu “Eigentlich eine gute Idee – eigentlich”

  1. Pathologe meint:

    Diesen Hinweis habe ich auf Sprayflaschen fuer Impraegniermittel auch bereits festgestellt. Aber auch nur dort. Moeglicherweise ein versteckter Zusammenhang?