Energiesparen für Bequeme und Einsteiger

9. Dezember 2007 - 22:33 Uhr

Na, am Samstag um 20:00 Uhr das Licht ausgemacht? Ist ja eigentlich auch egal. Was mich persönlich ein wenig geärgert hat, war, dass darauf verzichtet wurde, im gleichen Atemzug auch konkrete Maßnahmen zu erwähnen, wie jeder für sich Energie sparen kann. Dabei kann man es sich fast beliebig schwer oder teuer machen. Ich möchte mich aber hier auf das beschränken, was zum einen nur geringe Kosten verursacht, den Komfort nicht einschränkt und fast in jedem Haushalt praktikabel ist.

Licht: Energiesparlampen dürften den meisten wohl schon ein Begriff sein. Weniger bekannt ist wohl, dass sich hier die Welt in den letzten Jahren weitergedreht hat. Die neuste Generation hat nur noch wenig mit den sich träge erhellenden, kalt und fahl leuchtenden Lampen zu tun. Neue Lampen erreichen bereits kurz nach dem Einschalten 75% ihrer Leuchtkraft und haben auch ein wesentlich angenehmeres Farbspektrum. Sie sind daher auch durchaus im „gemütlichen“ Teil der Wohnung einsetzbar oder dort, wo nur für eine kurze Zeit Licht brennen soll. Mittlerweile findet man auch für fast jede Bauform der „klassichen Glühbirne“ ein Äquivalent als Sparlampe. Selbst Spotstrahler werden angeboten. Diese findet man allerdings noch selten im Sortiment des Discounters um die Ecke, aber gut sortierte Fachhändler führen diese.
Ein entscheidender Faktor ist häufig der Preis. Dieser skaliert von etwa 3 bis 16 Euro für augenscheinlich gleiche Leistung. Allerdings findet man im unterem Preissegment eben verstärkt die veralteten Modelle mit langer Einschaltphase und zum Teil unangenehmen Licht. Wer sich im mittleren Preissegment von etwa 7 Euro ein Markenprodukt gönnt, wird zunächst mit einer Lichtqualität belohnt, die der Glühbirne kaum noch nachsteht. Auch das obere Segment hat seine Berechtigung durch wirklich hervorragende Eigenschaften, aber hier wollen wir ja erst einmal auch den Geldbeutel schonen ;-).

Funktionsbedingt enthalten Energiesparlampen Quecksilber. Gerade im No-Name-Bereich stammen viele Lampen aus veralteten Produktionsstätten mit eher lasch gehandhabten Umweltrichtlinien. Es ist ja auch nicht unbedeutend, ob das erkaufte gute Gewissen in China die Landschaft vergiftet. Und auf jeden Fall gehört eine defekte Sparlampe nicht in den Hausmüll!

Unterhaltungselektronik: Einen steten Quell der Freude bieten die Gerätschaften, die sich rund um den Fernseher oder Computer gruppieren. Hier sparen die Hersteller häufig für den Endkunden am falschen Ende und bescheren Geräte, die vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche Energie verbrauchen, obwohl sie nur wenige Stunde wirklich genutzt werden. Einen echten Netzschalter sucht man oft vergeblich oder er ist unzugänglich auf der Geräterückseite zu finden. Stand-By kostet unnötigen Strom. Natürlich kann man alle Stecker und Steckernetzteile bei Unbenutzung ziehen und zuerst einmal um die Computerecke oder den Fernseher tanzen, bis alle Gerätschaft im Bedarfsfall wieder eingestöpselt und betriebsbereit ist. Oder wenigstens eine schaltbare Steckerleiste verwenden. Dann muss man aber immer noch daran denken, diese auch wirklich an- und auszuschalten. Wir wollen es aber bequem. Auch hier gibt es für wenige Euro mehr Alternativen. So genannte „Master/Slave“ Steckdosenleisten. Im Fachhandel sind diese für etwa 20 € erhältlich. Der Trick bei der Sache: Ein Hauptgerät – sei es der Fernseher oder der Computer – schaltet die gesamten Geräte, die ohne dieses Gerät überhaupt keinen Sinn erfüllen (DVD-Spieler, Drucker, Monitor, Satelliten- oder Kabelempfänger, Scanner etc., etc.), nur bei Benutzung an. Dies ist natürlich keine optimierte Lösung, manche Geräte stehen dann immer noch eine gewisse Zeit im Wartezustand ohne wirklich genutzt zu werden, aber nicht mehr permanent.

Natürlich kann jeder viel, viel mehr tun. Hier ging es mir aber darum, herauszustreichen, was ohne Mühe erreichbar ist. Der Ersatz von etwa 8 Glühlampen und die Verwendung von 2 „Master/Slave“ Steckdosenleisten schlägt mit rund 100 € zu Buche. Alleine aus ökonomischer Sicht rechnet sich dies bereits im ersten Jahr. Ohne Zugeständnisse. Ohne Komfortverlust.

5 Kommentare zu “Energiesparen für Bequeme und Einsteiger”

  1. Christian meint:

    Also ich stimme dir zu, dass man mit der Aktion auch gleich mal Alternativen erwähnen hätte sollen, so wie du es machst.
    Das mit den Master/Slave Steckdosenleisten ist nicht so gut, wie du denkst.
    Ich habe schon an mehreren Stellen gelesen, dass der Betrieb über diese Leiste zwar weniger verbraucht als normaler Standby-Betrieb, aber noch lange nicht so wenig verbraucht wie eine normale Steckdosenleiste. Denn die Master/Slave-Leiste braucht selber ein wenig Standby Strom um die Eigenschaften zu gewährleisten.

    Also wenn ihr wirklich Energiekosten sparen wollt, dann greift zu den normalen Steckdosenleisten mit Netzschalter und legt diese so das ihr auch gut ran kommt. Und außerdem ist der Anschaffungspreis einer Master/Slave-Leiste höher.
    MfG


  2. Quintus meint:

    Vielen Dank für die Ergänzung. Ich habe den Link oben etwas gerade gerückt. Du hast hier sicher Recht. Ich habe dies ja auch selbst als „nicht optimiert“ bezeichnet. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich zuerst auch eine schaltbare Steckerleiste benutzt habe, aber ständig vergessen habe, die auch brav abzuschalten. Meine derzeitige ist auch etwas „getunt“ und hat an Stelle des normalen Steckers auch einen Schalter um wirklich komplett abzuschalten – wenn ich dran denke ;-).


  3. Markus meint:

    Sehr vorbildliche Information und besser als jede Symbolik.
    Jetzt krieg ich ein richtig schlechtes Gewissen, weil ich auch so eine Master/Slave-Steckerleiste hab. Da ist wohl Handlungsbedarf angesagt. Danke für den Hinweis.


  4. Quintus meint:

    Wie Christian bereits bemerkt hat: Das ist die suboptimale Lösung für Bequeme ;-).


  5. r|ob meint:

    Ich habe auch (fast) alle Glühlampen gegen Energiesparlampen ausgetauscht und spare so auf Anhieb ca. 500 Watt – der einzige Nachteil ist, dass die meisten E-Lampen noch groß und ein wenig klobig sind und so nicht immer in die Lampe passen…