Ich schalt dann mal ab

21. Oktober 2007 - 20:18 Uhr

Das hat man nun davon. Ich habe für einige Zeit meine Fernseh-Askese aufgegeben und ausprobiert, ob diese frühere Gewohnheit, den Abend vor der Flimmerkiste zuzubringen vielleicht doch ihren Reiz nicht vollkommen verloren hat. Also mal nicht nur ausgewählte Sendungen anschauen, sondern mehrstündige Berieselung. Klappt irgendwie nicht mehr. Entweder ist mein Anspruch gestiegen oder das Niveau gesunken – oder beides.

Gerade habe ich mir noch ein paar schwer verdauliche Häppchen einer anscheinend recht neuen Serie (man möge mir die Unkenntnis verzeihen) „Promi-Pilgern“ angetan. Ist es wirklich eine gute Idee, eine Handvoll B-Prominenz als Hape-Kerkeling-Adepten zusammen mit einem Aufnahmeteam auf den Camino de Santiago zu schicken? Kann sein, muss es aber nicht.

Aber wieso wirken dann Menschen, die ihr Geld als SchauspielerInnen verdienen plötzlich hölzern wie die nachmittägliche Laiendarstellertruppe, wenn es um ihre persönlichen Gedanken geht? Es wirkt jedenfalls so locker wie vom Teleprompter abgelesen. Muss sich denn jeder eine „Erkenntnis des Tages“ abringen, nur weil dies in Hapes Buch ein durchgehendes Element war? Oder ist dann doch alles nur nach Drehbuch gespielt?

Nun ja, Knopf gedrückt, abgeschaltet.

Ich bin dann mal wieder da ;-).

3 Kommentare zu “Ich schalt dann mal ab”

  1. Inishmore meint:

    Ganz schön tapfer, dieser Selbstversuch. Wenn ich irgendwo einen C-Promi (B ist da schon weit hergeholt) auch nur erahne, flüchte ich. Meistens schreiend.

    Mehrstündige Berieselung durch deutsches Fernsehen käme bei mir nur in Betracht, wenn der DVD-Player sowie die HiFi-Anlage kaputt wären, draußen Vulkane explodierten und ich spontan das Lesen verlernt hätte.


  2. Jekylla meint:

    Sie sind aber auch wirklich sehr verwegen. Ich weiss nicht, ob ich mich das trauen würde. Das liegt an den „guts“ ;-)


  3. Markus meint:

    Ich sag ja immer: immer Fernsehen kommt sehr viel Gutes und auch Hochinteressantes, aber eben auch echt viel Mist. Drauf verzichten möcht‘ ich trotzdem nicht – auf das Gute, Interessante wohlgemerkt. ;-)