Überleben im Sommerloch in drei einfachen Lektionen

7. Juli 2007 - 14:51 Uhr

Eine der schwersten Zeiten für Journalisten ist wohl der Sommer, wenn die gute Schlagzeile einfach keine Lust hat und lieber faul am Strand rumhängt. Aber irgendwie muss halt die Zeitung, Website oder die Sendezeit gefüllt werden. Dabei gibt es doch ein paar Möglichkeiten, auch diese harte Zeit zu meistern.

Lektion 1:Abschreiben
Man nehme eine Agenturmeldung, schreibe noch ein paar eigene Sätze hinzu und verkaufe sie als eigene Meldung. Blöd nur, wenn man Fehler mit abschreibt oder sich das Ganze wie beim Möllemann-Video als Karteileiche entpuppt.

Lektion 2: Recycling
Ist das einfache Abschreiben ja noch sehr schnell vom Leser nachvollziehbar, braucht man hier schon ein wenig länger um dahinter zu kommen. Geht natürlich nicht mit Nachrichten, die im Aufmerksamkeitsfokus liegen. Aber was so am Rande geschieht, kann man ja auch mal ein paar Wochen später wiederkäuen. Zum Beispiel hier und da oder da und dort. Man beachte die Zeitunterschiede.

Lektion 3: Cross-Selling
Ihr Thema schafft es nicht auf Seite 1? Zu wenig Sensation? Dann fehlt ihnen wohl ein kleiner Querbezug zur Klatschspalte. Man nehme den Verkauf einer Hotelkette. Nicht sonderlich aufregend. Oh, es ist die Hilton-Kette. Dann titeln wir doch mit „Wo schläft jetzt Paris?“ Ist ja auch eine berechtigte Frage, wenn Frau H. gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde.

So gewappnet kommt man dann leidlich gut durch den Sommer. Oder machen Sie einfach Urlaub.

Nachtrag: Kleiner Tipp für Blogger: Oder einfach einen Kommentar in einem Alpha-Blog hinterlassen, dann kommt sogar die dpa – sorry, muss mich gerade von einem Lachanfall erholen …

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