Armut

6. Mai 2007 - 11:08 Uhr

Ich habe heute Morgen die Seite Poverty.com gefunden, die auf zwei Arten zumindest auf mich verstörend gewirkt hat.

In einer animierten Karte wird veranschaulicht, was die statistischen Daten denn bedeuten, wenn Menschen an Hunger, AIDS, Lungenentzündung, Diarrhoe, Tuberkulose, Malaria und Masern sterben. Sicher, dies sind keine „Echtdaten“ sondern nur eine Simulation – die gewählten Bilder wiederholen sich ständig. Aber es reicht für ein ungutes Gefühl.

Vor allem wenn Deutschland in der Spendenfreudigkeit gerade mal im unteren Mittelfeld landet.

Aber diese Karte verschweigt auch etwas. Es wird nicht gezeigt, wie viele Menschen dann auch in diesen Ländern geboren werden. Und gerade Überbevölkerung ist in diesen Ländern ein sehr ernstes Problem. Der Ansatz ist zwar gut gemeint, aber eben auf der anderen Seite extrem vereinfachend.

Die Situation, in der sich viele Länder heute befinden, ist auch durch kurzsichtige Entwicklungsprogramme gerade während des kalten Krieges entstanden, als Lebensmittel und Landmaschinen in diese Länder „gepumpt“ wurden, ohne darauf zu achten, was dies auf Dauer bedeutet. Letztenendes wurden mehr Lebensgrundlagen zerstört als geschaffen.

Zum Glück hat sich da ja mittlerweile einiges getan, und viele Programme zielen mehr auf eine nachhaltige Hilfe, die aus dieser Abhängigkeit herausführen soll. Ich meine, es geht nicht nur darum fröhlich vor sich hin zu spenden, sondern auch sehr genau darauf zu achten, was in diesen Ländern geschieht.

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