Kopfschütteln über Telekom

3. Mai 2007 - 20:55 Uhr

Ach ja, die Deutsche Telekom. René Obermann forderte heute eine

„noch ausgeprägtere Kultur des Verzichts“,

weil

„Wir werden hart darum kämpfen müssen, unsere Wettbewerbsfähigkeit und damit auch wirtschaftliche Arbeitsplätze im Konzern zu sichern“.

Er selbst geht dabei mit gutem Beispiel voran und verzichtet auf zwei seiner Monatsgehälter.

Ist das wirklich eine „Kultur des Verzichts“?

50000 Mitarbeiter, das sind fast ein Drittel der Belegschaft in Deutschland, sollen Anfang Juli in Service-Gesellschaften „ausgelagert“ werden (es läuft mir gerade kalt den Rücken runter wenn man Menschen auslagert – klingt irgendwie nach Stückgut). Bei weniger Lohn, versteht sich. Wie es dann um die Arbeitsplatzsicherheit steht, mag man abwarten, aber irgendwie muss ich da auch an BenQ denken.

Dass dies dann Mitarbeiter sind, die ohnehin nicht gerade im Hochlohnsektor angesiedelt sind, wird viele hart in ihrem Lebensstil treffen. In der Summe bedeutet eine Anhebung der Arbeitszeit von 34 auf 38 Stunden bei einer Lohnkürzung um 9% einen realen Verlust von 20,7 %. Das entspricht 2,7 Monatsgehältern (unter Annahme eines 13. Gehalts – bei 12 Gehältern 2,5)

Da wirkt das „Opfer“ von Herrn Obermann auf einmal gar nicht mehr so selbstlos. 2006 hat Herr Obermann bescheidene 1 728 934,37 € von der Telekom bezogen. Er wurde allerdings auch erst im November Vorstandsvorsitzender, das diesjährige Einkommen dürfte wohl deutlich darüberliegen. Sein Vorgänger, Kai-Uwe Ricke bezog jedenfalls 40% mehr. Im allerschlimmsten Fall muss Herr Obermann wohl in der Summe mit seinem Vorjahresgehalt kärglich auskommen. Ich hoffe, es wird noch zu einer warmen Mahlzeit am Tag reichen.
Quellen:

>> tagesschau.de : Obermann fordert „ausgeprägtere Kultur des Verzichts“

>> Deutsche Telekom : Vergütungsbericht des Vorstands

>> zdfheute.de : Bei der Telekom droht Streik

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