Buschwindröschen

13. April 2009 - 18:40 Uhr

Buschwindröschen

Das Buschwindröschen ist ein typischer Frühjahrsgeophyt, der die Krautschicht in Wäldern bildet, während die Bäume im Frühling noch kein Laub tragen. Da das Buschwindröschen hohe Lichtansprüche hat, findet der gesamte Lebenszyklus der Pflanze im Frühjahr statt. Oft werden große Flächen von der gesellig wachsenden Art eingenommen und mit einem weißen Blütenteppich bedeckt.

[Wikipedia]

Unter anderem auch hier zu finden.

Kleiner Insider ;-)

Frohe Ostern!

12. April 2009 - 11:06 Uhr

Ostern

Amaya – WYSIWYG Editor mit schönem Quellcode

9. April 2009 - 17:41 Uhr

Natürlich braucht der versnobte Webentwickler von Format nicht mehr als einen guten Quelltexteditor. Aber ab und an ist es doch mal ganz schön, wenn man in einer WYSIWYG (What you see is what you get) Umgebung arbeiten kann. Das ist allerdings nicht wirklich immer ein Quell der Freude, da diese häufig grausamen Quellcode produzieren oder teuer sind oder beides.

amaya

Amaya hingegen ist Open Source und für einen validen Quellcode bürgt schon, dass dies eine Entwicklung des World Wide Web Consortium (W3C) ist. Die Benutzerführung ist durchaus übersichtlich und intuitiv zu bedienen.

Amaya versteht sich nicht bloß als Editor sondern als komplexe Entwicklungsumgebung, die auch von mehreren Personen kollaborativ verwendet werden kann.

Denn sie wissen nicht, was sie tun

20. März 2009 - 14:21 Uhr

Eigentlich wollte ich mich nicht mehr zur Finanzkrise weiter äußern und mich auf verständnisloses Kopfschütteln beschränken. Allerdings bin ich heute bei einem Artikel im Manager-Magazin auf einen Satz gestoßen, der mich noch mehr am Sachverstand der Regierung zweifeln lässt.

Überlegungen des Wirtschaftsministeriums, mit dem neuen Instrument einer „eingeschränkten Insolvenz“ eine weitere Hürde vor der Enteignung einer Bank aufzubauen, kamen in dem Gesetz nicht mehr zum Tragen. Dieses Modell hätte die Möglichkeit beinhaltet, die Rechte von Gläubigern und Aktionären zeitweise auszusetzen, um die Sanierung der Gesellschaft schnell bewerkstelligen zu können.

Da gab es doch mal was … grübel … irgendwie klingt das bekannt. Ach ja, da gibt es doch so ein Gesetz:

Gesetz über das Kreditwesen

§ 47 Moratorium, Einstellung des Bank- und Börsenverkehrs

(1) Sind wirtschaftliche Schwierigkeiten bei Kreditinstituten zu befürchten, die schwerwiegende Gefahren für die Gesamtwirtschaft, insbesondere den geordneten Ablauf des allgemeinen Zahlungsverkehrs erwarten lassen, so kann die Bundesregierung durch Rechtsverordnung

  1. einem Kreditinstitut einen Aufschub für die Erfüllung seiner Verbindlichkeiten gewähren und anordnen, daß während der Dauer des Aufschubs Zwangsvollstreckungen, Arreste und einstweilige Verfügungen gegen das Kreditinstitut sowie das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Kreditinstituts nicht zulässig sind;
  2. anordnen, daß die Kreditinstitute für den Verkehr mit ihrer Kundschaft vorübergehend geschlossen bleiben und im Kundenverkehr Zahlungen und Überweisungen weder leisten noch entgegennehmen dürfen; sie kann diese Anordnung auf Arten oder Gruppen von Kreditinstituten sowie auf bestimmte Bankgeschäfte beschränken;
  3. anordnen, daß die Börsen im Sinne des Börsengesetzes vorübergehend geschlossen bleiben.

(2) Vor den Maßnahmen nach Absatz 1 hat die Bundesregierung die Deutsche Bundesbank zu hören.
(3) Trifft die Bundesregierung Maßnahmen nach Absatz 1, so hat sie durch Rechtsverordnung die Rechtsfolgen zu bestimmen, die sich hierdurch für Fristen und Termine auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts, des Handels-, Gesellschafts-, Wechsel-, Scheck- und Verfahrensrechts ergeben.

Na ja, immerhin wird damit klar, warum von Anfang an von einem „Plan B“ gesprochen wurde. Zur Erinnerung: Herr Guttenberg ist von Hause aus Jurist.

Fasse den Tag

19. März 2009 - 17:47 Uhr

Irgendwie hat es sich in diesem Jahr noch nicht so recht ergeben, dass freie Zeit und Sonnenschein auf den selben Tag fallen. Heute schon :-)

Tristesse 2.0

19. März 2009 - 0:12 Uhr

Die schönsten Momente in Björns Leben waren die, in denen seine Frau die Klappe hielt. Diesen Augenblick der Ruhe und der Gewissheit, dass dies nun sein Moment war. Konzentriert aber dennoch gelassen versuchte er, genau das herüberzubringen, was ihm wichtig war und am Herzen lag. Manchmal gelang ihm das nicht so recht. Dann musste Roswita erneut die Klappe halten und die Einstellung wurde wiederholt.

Das waren die Augenblicke, in denen Björn ab und an zögerlich wurde. Wurde es denn seinem Anspruch auf Authentizität nicht kompromittieren, wenn die Realität durch mehrere Anläufe, die dem Zuschauer verborgen bleiben, verbogen würde? Die Selbstzweifel waren für ihn der Preis für seine hoch gesteckten Ziele. Er wollte nicht weniger, als den langweiligsten Monumentalfilm aller Zeiten drehen. „Mein Leben auf dem Sofa“ sollte nur ihn auf dem Sofa in den Fernseher starrend zeigen und die vorbeistreichende Zeit als eigentlichen Hauptdarsteller herausarbeiten.

Selbst die Szene, als er sich aus Versehen ein Glas Wein über die Hose goß, fiel der Schere zum Opfer. Obwohl er dabei vollkommen stoisch reagierte, fürchtete er, dass dies eine Einstellung war, die von irgendwem als lustig empfunden werden könnte. So zogen sich die Dreharbeiten wie zäher Brei über die Jahre, aber Björn wusste im Herzen, dass es sich am Ende lohnen würde.

Alle seine Träume zerbarsten in nur einem einzigen Augenblick, als er während der Dreharbeiten im Fernseher sah, dass ein Kollege in Amerika mit einem epochalen Werk auf sich aufmerksam machte. Der fünfstündige Film „Moss on a Stone“ zeigte einen Stein, der langsam von Moos überzogen wurde. Unter Kunstlicht, so dass noch nicht einmal Lichtwechsel das Auge irritieren konnten.

Roswita war leichenblass. „Und jetzt?“ Sie war sichtlich besorgt aufgrund der neuen Situation. „Was jetzt?“ Björn machte ein kurze aber dennoch langsame Handbewegung und schaltete zum nächsten Programm und schwieg. Da wurde es Roswita bewusst, dass Björns Rolle nun sein Leben war. Wenige Tage später verließ sie ihn. Björn vermisste noch nicht einmal die Klappe.

Von Verhüterlis und Tünche

18. März 2009 - 16:06 Uhr

Ich mag mich nicht an der Diskussion über Sinn und Unsinn von Kondomen und der Haltung der katholischen Kirche zu diesem Thema beteiligen. Weniger aus dem Umstand, dass ich dazu keine Meinung hätte, aber mir scheint, als sei dazu schon lange fast alles gesagt. Die Diskussion ermüdet nur noch und wird wohl auf längere Sicht fruchtlos bleiben.

Immerhin auf tagesschau.de gibt es einen kleinen Hinweis, dass der Papstbesuch in Kamerun auch einen anderen Aspekt hat, über den man in der deutschen Presse recht wenig berichtet. In Yaoundé wurde pünktlich zum Papstbesuch ein „Frühjahrsputz“ durchgeführt, bei dem kleine Läden, Barracken und Häuser eingerissen und beseitigt wurden, die dem ästhetischen Empfinden abträglich waren. Da wird sich die Hoffnung des Händlers Francis kaum erfüllen:

„Wenn der Papst sehen würde, in welchen Bedingungen wir leben, würde er viel verstehen“, sagt der Händler Francis. „Er wird viel mehr verstehen, als wenn er sich nur das Theater anschaut, dass die Politiker für ihn veranstalten werden.“

Warum darüber nicht mehr berichtet wird, weiß ich nicht. Schließlich meldete Reuters dies schon ausführlich am 10. März. Plötzlich einsetzende Copy-Paste-Hemmung?

Geht man über Global Voices ein wenig mehr in die Tiefe, ergibt sich ein wesentlich differenzierteres Bild.

Griet, Thorsten, Jara and Lisa in Cameroon entlarven die Aussage von Tonye Bakot, Erzbischof von Jaunde, dass diese Maßnahmen in keinem Zusammenhang mit dem Papstbesuch stehen, sehr schnell und geben einen Einblick, welche negativen Folgen für die Leute in der Stadt entstehen.

As a consequence – or should I say precursor – of this visit, some dramatic measures have been taken.
1 All small shops, houses, vendor’s stalls that don’t look nice enough are being destroyed with a large caterpillar. The truck comes by, looks at your stall/house/whatever and if the driver doesn’t like, he just destroys it with all its content. It all started about a week ago in the city centre. Suddenly the streets did not house streetvendors anymore, all the local shops at the post office disappeared etc. Now it’s been extended all the way to the airport.
2 The road to the airport has brand new streetlights. But then ONLY the way from the airport to the town centre.
3 Tuesday (for sure, other days to be confirmed) the road between airport and town centre will be blocked. Note: the pope arrives in the evening, but the road needs to be blocked from EARLY MORNING. Hence nobody can get to/from work, school etc.
4 It has been announced on the radio that all shops and houses on the road to the airport etc need to keep all windows and doors closed on Tuesday – police will patrol to make sure orders are followed.
5 As a result of all this, tension has risen in town centre among street vendors and shop owners and riots cannot be ruled out… Keep indoors I would say.
6 As said before, the Pope will do a mass on Thursday in the Stadium. It’s open for the public but tickets are 1000 FCFA (almost 2 Euro) and people will have to walk kilometers to get there as the roads will be blocked, obviously.

Eine sehr heftige Diskussion wird auch bei „Our Man in Cameroon geführt“. Ein Spannungspunkt dabei ist, dass die Gebäude rein rechtlich betrachtet illegal errichtet wurden, auf der anderen Seite aber die einzige Lebensgrundlage für die betroffenen Menschen waren. Daran entzündet sich eine Diskussion, ob Hilfsorganisationen religöser oder weltlicher Prägung „besser“ sind.

Mir scheint, dieses Vorgehen und die Situation vor Ort böten genügend Grundlagen für eine fruchtbare Diskussion, wenn man sie denn führen wollte.

In dem Diskurs bei Our Man in Cameroon wird auch auf eine Studie der OECD zum Stand der Entwicklungshilfe verwiesen. Die referenzierte Studie ist von 2004 und liegt mittlerweile auf dem Stand 2007 vor. Im Überblick wird bereits die Brisanz durch die derzeitige Wirtschaftslage deutlich:

Aid continued to increase in 2007, once exceptional debt relief is excluded from the figures. But the increase was only 2% on 2006. This is much too slow if donors are to meet their commitments to increase aid by 2010. In particular, most G8 countries will need to rapidly expand their aid if they are to meet the commitments they undertook at the Gleneagles summit in 2005.
The current financial crisis will increase pressure on donor aid budgets. But to avoid further harming the countries that have already suffered most from soaring food and oil prices, the OECD is urging governments to take an Aid Pledge to stick by their existing aid commitments.

Ein Chart daraus verdeutlicht dies recht gut:

Die Graphen zeigen den Verlauf der geleisteten Entwicklungshilfe bis 2007 zum einen in prozentualem Bezug zum Bruttonationaleinkommen (blau, linke Achse) wie auch in der Gesamthöhe (magenta, rechte Achse in Milliarden Dollar) und den Anteil für Afrika (grün, rechte Achse). Der zunächst optimistisch anmutende Knick nach oben in 2005 und 2006 ist der Entschuldung des Iraks und Nigerias zu verdanken. Darüber hinaus wird bis zum Jahr 2010 extrapoliert auf den Wert, zu dem sich die DAC Mitgliedsstaaten verpflichtet haben. Da muss sich noch einiges bewegen und das in einer ausgesprochen ungünstigen Zeit.