In Nachreiche

13. März 2009 - 16:07 Uhr

Es sieht fast so aus, als hätten die Wetterfrösche mit der Prognose eines Vorfrühlingssamstags recht. Jedenfalls wird hier die Wolkenschicht dünner und dünner während das Thermometer in den zweistelligen Bereich klettert. Vielleicht kommt ja der ein oder andere auf die Idee, dieses Ereignis für das erste Grillen im Jahr zu nutzen (was ich natürlich schon seit Ende Januar hinter mir habe ;-)).

Ein zu Unrecht von der Weltliteratur geschmähtes Ereignis, das noch nicht besungen war. Dann halt so …

Ode an den Schwenker

Durch die kühle, klare Luft
weht heute ein besond’rer Duft
von Buchenholz und leck’rem Braten,
auf den wir schon so lange warten.

Des Feuers heller, warmer Schein
lädt Menschen zum verweilen ein,
im Auge Leuchten, Flackern, Funken
vom kühlen Bier leicht angetrunken.

Die Leute werden aufgeregt,
endlich wird nun aufgelegt.
Und zu dem Zischen auf der Glut
das Bier so seine Wirkung tut.

Nur eines führt zur Herzensenge:
Ob denn der Braten auch gelänge?
Im Zustand zwischen Bang und Hoffen
sind die Ersten schon besoffen.

Doch Freude packt die ganze Schar,
die Schwenker sind nun wirklich gar!
Endlich ist es jetzt soweit!
So mancher ist schon ziemlich breit.

Auf Tellern dampft die Leckerei,
für Mädchen auch Salat dabei.
Glücklich, wem so viel geschenkt,
höret, es ist angeschwenkt!

Epilog

Wer nie im Saarland weilen durfte oder wollte
und diesen Brauch nicht kennen sollte,
dem sei gesagt: Landauf, landab
es immer solche Bräuche gab,
wo auf Feuer oder Glut
man leck’re Dinge grillen tut.

Wer je mit Buche, Kohle, Gas
Dinge grillte oder aß,
für alle diese Menschen gilt:
Heissa, es ist angegrillt!

Nanotechnologie goes Sesamstraße

12. März 2009 - 22:00 Uhr

Wissenschaft muss nicht immer trocken sein ;-)

Same Procedure as Last Amoklauf

12. März 2009 - 14:43 Uhr

Es mag bitter klingen, aber nun hat der “Amokläufer von Winnenden” sein Ziel erreicht. Alle Zeitungen überschlagen sich über seine Tat zu berichten und einen Wikipediaeintrag hat er auch. Er hat die ungeteilte Aufmerksamkeit, wenn auch nur in handelsüblichem Betroffenheitsjournalismus.

Die üblichen Verdächtigen sind auch schon gestellt: Internet, Killerspiele, zu laxe Waffengesetze. Das reicht für wochenlange Diskussionen, aber es bleiben doch Fragen offen.

Vielleicht darf man die Frage nach der Mitschuld des Schulwesens einfach nicht stellen. Tatsächlich hat sich doch synchron zu der Entwicklung des Internets und der Perfektionierung so genannter Killerspiele auch in den Schulen einiges getan.

Die politisch vorgegebene Zielsetzung richtet sich doch mittlerweile an drei Eckpfeilern aus:

1) Ein möglichst gutes Ranking in der PISA-Studie

2) Wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Schulabgänger

3) Kosteneinsparung auch auf Kosten viel zu großer Klassen

Ob dies auch im Interesse der Schüler und Schulen ist, bleibt weitgehend unberücksichtigt. In der Motivliste dieses und vorangegangener Ereignisse liest man immer wieder über Ausgrenzung, gemindertes Selbstwertgefühl, verbaute Berufsaussichten. Meines Erachtens sollte man eher da hin schauen und die Ursachen suchen.

Wenn ein durch Killerspiele angeheizter Gewalttrieb verantwortlich wäre, der sich in die Realität Bahn bricht, kämen auch andere Orte mit großer Publikumsdichte in Frage. Warum immer wieder Schulen?

Frühling wird’s …

12. März 2009 - 12:00 Uhr

Es gehört zwar noch ein wenig Vorstellungskraft dazu bei grauem Himmel und kuscheligen 6° Celsius an den nahenden Frühling zu denken, aber alleine der Gedanke an zwitschernde Vögel hat jetzt dann doch meinen Widerstand bei Twitter mitzuzwitschern gebrochen. Mal schauen, ob mir das gefällt. Versuch macht kluch.

Aschermittwochszug

25. Februar 2009 - 18:36 Uhr

Ich habe es ja nicht so mit Fasching. Darum bleibe ich Faschingsumzügen auch so gerne fern. Heute gab es hier in Schafbrücke einen Zug durch die Gemeinde, dem ich mich gerne angeschlossen habe. Warum? Darum!

Klack!

23. Februar 2009 - 11:09 Uhr

Es ist schon eine sonderbare Angewohnheit, besondere Zählerstände mit besonderem Augenmerk zu betrachten. Wenn sich zum Beispiel der Kilometerzähler im Auto mal wieder einer Schnapszahl oder einer Zahl mit erheblichen Nullen nähert. Eigentlich kaum anders als all die unauffälligen Zählerstände zwischendurch.

Mein persönlicher Stundentagejahreszähler klappt heute auf die nette Zahl 43. Nicht gerade sensationell aber ich freu mich :-).

Was soll man denn sagen?

12. Februar 2009 - 13:59 Uhr

Ja, hier ist es – sogar für meine Verhältnisse – etwas zu still geworden.

Ich würde gerne ein wenig Optimismus versprühen, aber unter den derzeitigen Umständen gestaltet sich das ein wenig schwierig. Es sagt sich so leicht hin, dass in jeder Krise auch eine Chance steckt. Frau Merkel hat ja einen guten Teil dazu beigetragen, das Wort “Chance” so trefflich abzunutzen wie so viele, die sinnentleert und -entstellt zurückbleiben, wenn sie von Politikern oder Managern missbraucht werden. Nur noch Munition in Wortkriegen, die leere Hülsen und getroffene Menschen zurücklassen.

Es fällt leicht, dem mit fürchterlichem Schimpfen zu begegnen oder mit Geplapper zu entfliehen. Es fällt mir sogar noch relativ leicht etwas genauer hinzuschauen und festzustellen, dass der Reichtum dieser so genannten westlichen Welt im Grunde nur auf einer Jahrhunderte langen Plünderung fußt, die in früheren Zeiten sehr offen vollzogen wurde und heute etwas verbrämter als “Globalisierung” daher kommt. Ich kann die Wut derer verstehen, die dadurch um ihren Teil gebracht wurden.

Ich empfinde es als schmerzhaft, mich als Teil eben dessen zu sehen. Es ist nun leider faktisch so, dass ich aber eben ein Teil bin. Selbst bei dem Bemühen, ein wenig anständiger mit den Ressourcen umzugehen, die dieser Planet bietet, müsste es etwas mehr als zwei Erden geben, damit jedem Einzelnen die gleichen Möglichkeiten wie mir geboten würden. Daran ist auch derzeit nicht so sehr viel zu ändern, da ein erheblicher Teil des Ressourcenverbrauchs in öffentliche Einrichtungen, Infrastruktur und so weiter fällt, den ich eben nur wenig beeinflussen kann.

Was soll ich denn einer kommenden Generation oder denen, die jetzt schon um ihren Teil betrogen sind, sagen? Vielleicht wäre ein leises, ehrliches “Es tut mir leid” eine der besseren Antworten. Ich habe keine gültige Lösung für die Probleme die sich stellen. Aber vielleicht liegt ja der Schlüssel gerade darin, sich erst ein mal als Teil des Problems zu fühlen um Teil der Lösung zu werden. Ich nehme an, dass Zuhören und Hinsehen dienlicher sind als laute Worte.

Ich fürchte, dass es gerade diejenigen sein werden, die wie laute wütende Kinder hinter ihren Rednerpulten stehen, die weiterhin den Ton angeben und ihre Machtspielchen um der Macht willen spielen.

Ich fürchte, dass im lauten Getöse noch nicht einmal die Chancen erkannt werden, die sich bieten könnten.

In diesem Jahr stehen zumindest hier im Saarland gleich zwei Wahlen an. Wem sollte ich denn guten Gewissens meine Stimme geben? Aus Überzeugung habe ich das letzte Mal mit achtzehn Jahren gewählt. Danach war ich nur noch bemüht, das geringste Übel zu wählen. Wahrscheinlich werde ich dieses Jahr meine Stimme in stummem Protest für mich behalten.