Herzlichen Glückwunsch!

23. Mai 2009 - 15:19 Uhr

Liebes Grundgesetz,

ich möchte Dir herzlich zum Geburtstag gratulieren. Für 60 Jahre hast Du Dich ganz gut gehalten. Es mag ja Leute geben, die Dich für unmodern halten und an Dir herumkritisieren, Du solltest Dich gefälligst an die moderne Zeit anpassen. Lass die nur reden; die meisten Leute mögen Dich so wie Du bist. Pass nur darauf auf, dass man Dich nicht in Rente schicken will, nur weil Du im Weg bist.

Viele Grüße, ein Freund

999 – Die Spannung wächst

7. Mai 2009 - 23:28 Uhr

Herr Markus schiebt sich auf der Zielgeraden vor Frau Jekylla. Herr Inishmore ist immer für eine Überraschung gut. Frau Elke sprintet unerwartet nach vorn …

Wer wird es schaffen? Vielleicht jemand ganz anderer? Die Leitungen sind geschaltet …

Online-Petition: Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten – Maßstäbe

5. Mai 2009 - 13:02 Uhr

Weitgehend unbeachtet von den Massenmedien ist gestern die Online-Petition gegen die von Frau von der Leyen initiierte Sperrung von Internetseiten angelaufen. Knapp einen Tag später (Stand heute 12:20 Uhr) haben bereits 17.500 Bürger diese Petition mitgezeichnet.

Dies ist schon ein erstaunliches Zwischenergebnis. Bisher haben es erst zwei Online-Petitionen zu starkem Zuspruch geschafft:

2008 schaffte die Petition zur Halbierung der Besteuerung von Diesel und Benzin innerhalb von drei Wochen einen Zuspruch von 76.855 Mitzeichnern und landete am Ende bei 128.193 Mitzeichnern.

Die Petition Reformvorschläge in der Sozialversicherung – Bedingungsloses Grundeinkommen im Februar diesen Jahres konnte “in der Verlängerung” noch rund 27.000 Mitzeichner innerhalb einer Woche für sich verbuchen und somit die wichtige Hürde von 50.000 Mitzeichnern nehmen. Die Verlängerung war notwendig, da es kurz vor Ende der Frist aus technischen Gründen nicht möglich war mitzuzeichnen.

Die Grenze von 50.000 Mitzeichnern hat deshalb Bedeutung, da ab dieser Zahl eine öffentliche Anhörung des Petenten zwingend ist.

Vergleicht man diese beiden Petitionen mit der gerade laufenden, so liegt der Schnitt pro Tag bei der Spritsteuer-Petition in den ersten drei Wochen bei 3670, die Bürgergeld-Petition konnte in der medienwirksamen letzten Woche 3860 Mitzeichner pro Tag gewinnen.

Da darf man wohl gespannt sein, bei wie vielen Mitzeichnern diese Petition landet.

Während ich dieses schrub, kletterte die Zahl der Mitzeichner auf über 18.000 (Stand 13:00 Uhr).

Maiwanderung

1. Mai 2009 - 18:20 Uhr

Der diesjährige Maiausflug war tatsächlich als Wanderung ausgelegt und vollzog sich ohne den obligaten Bollerwagen. Es zog uns zu dem heute eröffneten Blies-Grenz-Weg, der sich zwischen Kleinblittersdorf und Sitterswald auf einer Strecke von 15,6 Kilometern hinzieht. Allerdings nahmen wir nur den südlichen Teil in Angriff, da wir keine geschlossene Wanderrattengruppe waren. Also machten wir uns bei Auersmacher auf den Weg.

Auersmacher

Das hatte auch den Vorteil, dass wir der zur Eröffnung versammelten Lokalprominenz nicht begegnen mussten. Allerdings war es unvermeidlich der lokalen Bollerwagen-Promillenz zu begegnen ;-).

Nur wenige Schritte vom Startpunkt öffnet sich diese wunderbare Aussicht über das Bliestal in das benachbarte Frankreich.

Blies Guersviller

Bei Sitterswald, wo sich der Weg hinunter zur Blies wendet, kann man mit einem Fuß in Deutschland und dem anderen in Frankreich stehend die “Moulin de la Blies” oder “Bliesmühle” betrachten.

Moulin de la Blies

Beim Einkehrschwung am Mühlenwaldweiher konnten wir sehen, dass nicht nur für das leibliche Wohl der Gäste beim Maifest des Angelsportvereins gesorgt war, sondern dass auch die Fische in nächster Zeit Kaulquappen-All-You-Can-Eat haben werden.

Kaulquappen

Don’t Panic!

29. April 2009 - 21:08 Uhr

Dieses Blog beteiligt sich an der Protestaktion stopp-seite.de. Keine Angst, hier gibt es nichts illegales, sondern nur ab und an aufmüpfige Meinung. Damit das auch so bleiben kann, ist es wichtig, Zensur dort zu stoppen, wo sie entsteht.

Wenn Cookies akzeptiert werden, erscheint der Hinweis auch nur ein einziges Mal und sollte ansonsten nicht nerven :-).

Grandioses Scheitern

27. April 2009 - 23:32 Uhr

Wer hätte es gedacht? Der feine Herr Sommermärchen-Klinsmann ist in München gescheitert. Ähm – na ja – ich. Nicht, weil ich Klinsi nicht mag. Ich mag Klinsi vor allem deshalb, weil er die Eier hat, der Springer-Presse die Stirn zu bieten. Risiken und Nebenwirkungen mit inbegriffen. “Grinsi-Klinsi” hatte nie eine echte Chance außer dem Tripple. BILD nicht mögen, langfristig denken und beim FC Bayern anheuern – das sind gleich drei Sachen, die gehen nur bei Kinderüberraschung.

Das eigentliche Problem sind einige Spieler, die sich geschickt hinter einem Trainer verstecken, der vorsätzlich unter Beschuss gebracht wird. Da muss man sich schon ernsthaft fragen: Können die nicht oder wollen die nicht? In den ganz fiesen Spielen hatte ich den Eindruck, dass ein paar wirklich versuchten etwas zu tun (Lahm, Ribéry, van Bommel, Sosa) und andere lieber das Leiden Christi als bajuwarisches Passionsspiel gaben (Podolski, Toni, Klose und auch Schweini). Spieler, die erst bei 3:0 einsteigen braucht kein Verein. Punkt. Nochmal Punkt.

Ich hoffe, Jupp Heynckes holt keine Kartoffeln aus dem Feuer. Das wäre das Beste. Warum? Weil das etwas gibt, was unbezahlbar ist: Bodenhaftung.

Und jetzt meldet sich auch, wie nicht anders zu erwarten, direkt Lodda zu Wort. Eine ernsthafte Warnung eines Alteingesessenen: Wenn DER kommt, bin ICH weg.

Blog-Karneval-Beitrag Malaria

25. April 2009 - 0:01 Uhr

Herr Fischer hat zum Blogkarneval gerufen, um am Welt-Malaria-Tag (heute!) für Roll Back Malaria Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dem möchte ich doch gerne folgen.

Malaria scheint für wohl die meisten sehr weit weg, wenn nicht eine Reise in ein fernes Land ansteht, in dem diese Krankheit noch fröhliche Urstände feiert. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass auch hier in Europa diese Krankheit heimisch war. Auch hier in Deutschland, wo es 1783 Friedrich Schiller als vielleicht Prominentesten traf. Aber auch noch bis 1946 im Emsland, und Italien wurde erst 1970 als malariafrei eingestuft. Ich möchte mich nicht so sehr mit dem Lebenszyklus der Plasmodien mit ihrem Generationswechsel aufhalten, da dies an anderer Stelle schon gut beschrieben ist. Wer dem Link nicht folgen mag – ich frage das später ab ;-). Insgesamt ist das Thema so weit zu fassen, dass es bei Weitem nicht in einem einzelnen Blogpost abzuhandeln ist. Ich kann daher nur Facetten beleuchten. Die einfachste Lösung des Problems wäre eine Schutzimpfung, aber die gibt es bisher nicht. Also müssen bis auf Weiteres alternative Wege beschritten werden.

Eindämmung

Da der Hauptüberträger die Anopheles Mücke ist, bietet es sich an, hier den Hebel anzusetzen. Es wäre vergeblich sich zum Ziel zu setzen diese vollständig auszurotten, sondern es geht in erster Linie darum Anopheles plasmodienfrei zu bekommen. Nichtsdestotrotz wurde versucht, das Massenvorkommen einzudämmen; in Europa erfolgreich, in den tropischen Gebieten kam nach anfänglichen Erfolgen (so hatte man gute Hoffnung, in Indien und Sri Lanka die Malaria fast besiegt zu haben, als die Zahl in Sri Lanka nur noch bei 20 Fällen lag und in Indien die Zahl von 75 Millionen in den 1950ern auf 50.000 1961 zurückging) die Malaria wieder zurück. Bereits 1971 lag die Zahl für Indien wieder bei 1,3 Millionen und Sri Lanka hatte eine Epedimie mit 500.000 Fällen Ende der 1960er zu verzeichnen.

Tötet die Brut!

Der Hauptansatzpunkt bei der Bekämpfung der Anopheles in Europa richtete sich gegen ihre Larven. Diese wachsen im Wasser auf. Auch wenn sich Anopheles in der Auswahl des “Gewässers” ausgesprochen genügsam zeigt – es genügt eine Pfütze oder Wasseransammlung in einer Astgabel, vorausgesetzt sie fällt über die Entwicklungszeit nicht trocken – so mag sie es jedoch ganz gerne rundum feucht um sich massenhaft zu vermehren. So hat die Trockenlegung ehemaliger Sumpfgebiete Anopheles einigen Lebensraum gekostet, und da wo die Trockenlegung nicht hinkommt wurden Öle versprüht, die der Anopheleslarve die Luft zum atmen nahm und damit die Population dezimierte. Ein weiterer Verbündeter im Kampf gegen die Larven – wenn auch erst in neuerer Zeit – ist der Bacillus thuringiensis israelensis, der durch seine Endotoxine die Larven mächtig dezimiert.

Kollateralschaden in der Camargue

Nun kann man nicht alle Sumpfgebiete trocken legen oder mit Öl besprühen, vor allem, wenn es sich um ein Naturschutzgebiet wie die Camargue in Südfrankreich handelt. Dort und an anderen Orten wurde Anopheles mit einem an sich liebenswerten kleinen Fischlein namens Koboldkärpfling oder vornehm Gambusia affinis zu Leibe gerückt. Diese kleinen Burschen haben zwei große Hobbies: Mückenlarven fressen und sich vermehren. Wo das erste Hobby durchaus erwünscht ist, hat das zweite jedoch Auswirkung auf einen unbeteiligten Verwandten, nämlich Aphanius fasciatus. Diese heimische Art legt Eier, während Gambusia lebendgebärend ist und somit einen klaren Vorteil bei der Vermehrung hat. Uwe Römer untersuchte dort 1990 den besorgniserregenden Rückgang von Aphanius fasciatus [1]. Nur zwei Jahre später konnten wir während einer Exkursion auch in einem von Römer als gambusenfrei beschriebenen Gewässer bei Cacharel massenhaft Gambusia finden, aber keine Spur mehr von Aphanius [2]. Auch wenn dies den Gesamtbestand dieser Art nicht in Gefahr bringt, liegt doch der Verdacht nahe, dass sie sich aus der Camargue verabschiedet hat, genau wie die Malaria.

Dead on First Sting

Auch den adulten Mücken wird nachgestellt. Nun ist es müssig, allen Mücken mit der Klatsche hinterher zu laufen. Wesentlich bei der Bekämpfung von Malaria ist es, den Übertragungsweg zu blockieren. Ein Stich an sich ist harmlos, so lange keine Plasmodien in der Mücke vorkommen [3]. So macht man sich eine Angewohnheit von Anopheles zu Nutze, sich nach einer Blutmahlzeit zuerst einmal einer ausgiebigen Siesta hinzugeben. Dazu nimmt sie gerne an Wänden oder sonstigen Gegenständen Platz und verdaut erst einmal. Da liegt es nahe, diese Wände mit DDT zu besprühen und somit den Kreislauf zu brechen. Jetzt mögen diese Mücken blöd sein, gemessen an menschlichen Maßstäben, aber auch sehr fertil. Das heißt, mit der Zeit züchtet man resistente Stämme und das Ganze wird in vielen Regionen unwirksam.

Prophylaxe und Behandlung – kurz gefasst

Wie Eingangs bereits erwähnt, können in einem einzigen Artikel nicht alle Dinge abgehandelt werden. Dieser Teil daher nur angerissen; schließlich bin ich auch kein Mediziner ;-). Am besten ist es wohl, man lässt sich erst gar nicht stechen. Dabei kann es hilfreich sein, die Haut bedeckt zu halten, mückenabschreckende Mittel zu verwenden und unter Insektizid-behandelten Moskitonetzen zu nächtigen. Wenn es schon nicht komplett vermeidbar ist, von Anopheles gestochen zu werden und sich damit die Erreger einzufangen, sollte man wenigstens verhindern, dass die Krankheit ausbricht. In vielen Gebieten wird eine Chemoprophylaxe empfohlen, die allerdings auf gebietsspezifische Resistenzen abgestimmt sein sollte. Trifft einen die Krankheit doch, war lange Zeit Chloroquin das Mittel erster Wahl. Nach anfänglich guten Erfolgen mit Chloroquin traten bereits in den 1960ern Resistenzen gegen dieses Mittel auf. Aus heutiger Sicht werden vor allem Artemisinin-haltige Präparate empfohlen.

Armut, Politik und Malaria

Es gibt schon zu denken, warum Malaria gerade in den ärmeren Gebieten wieder auf dem Vormarsch ist. Bei der Versorgung mit Medikamenten und prophylaktischen Maßnahmen wie die Insektizid-behandelte Moskitonetze stößt man schnell auf zwei einschränkende Faktoren: Das eine ist die Kostenfrage, denn das Ganze kostet ja auch Geld und genau das ist in diesen Ländern Mangelware. Auf der anderen Seite wiederum drückt eine hohe Zahl an Malaria Erkrankten ganz erheblich auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Spätestens da beißt sich die Katze in den Schwanz. Hinzu kommt, das gerade inden am stärksten betroffenen Gebieten human gefestigte politische Systeme auch Mangelware sind, die eine ausreichende und nachhaltige Versorgung gewährleisten könnten.

Bodycount

Ich persönlich finde die Zahlenfuchserei, wie viele Menschen einer Krankheit, einer Naturkatastrophe oder Krieg zum Opfer fallen schon ein wenig morbide. Unterm Strich sind es dann doch letztendlich “zu viele”. Und hier macht es Malaria dem Statistiker eben auch nicht leicht. Da Malaria nicht per se tödlich ist, aber den Gesamtorganismus erheblich schwächt, ist es gerade dann schwierig, wenn Begleiterkrankungen hinzukommen, die ihrerseits eben auch nicht zwangsweise mit dem Tode enden. Was soll man dann auf den Zettel an der großen Zehe schreiben? Roll Back Malaria beziffert die Sterbefälle pro Jahr auf 881.000.

Return on Investment

Zugegeben, diese Überschrift entbehrt nicht eines gewissen Sarkasmus. Aber wem die humanitäre Herausforderung nicht ausreicht und lieber in Kosten und Nutzen denkt, dem sollte dieses Thema auch von dieser Seite lohnenswert erscheinen. Alleine in Afrika schmälert Malaria das ökonomische Einkommen pro Jahr um 12 Milliarden US-Dollar. Dem stehen allerdings – nach Zahlen von Roll Back Malaria – lediglich Kosten von 4,2 Milliarden US-Dollar jährlich für eine effektive Malariabekämpfung weltweit gegenüber.

Vor einem Jahr hätte man vielleicht bei einer Summe von 4,2 Milliarden Dollar noch weiche Knie bekommen und sich gefragt wer denn das bezahlen soll, aber bei den Summen, die momentan durch alle Winde geschossen werden scheint mir das ein guter Deal zu sein.

[1] Römer, U. (1991k): Zur Situation von Aphanius fasciatus in der Camargue. DATZ Aquarien Terrarien 44 (12): 802 – 804

[2] Bericht über die Meersbiologische Exkursion der Fachrichtung Zoologie der Universität des Saarlandes zur Côte d’Azur und in die Camargue 1992

[3] Ich habs gesagt: Ich frage ab! ;-)