Auch mal das Großgedruckte lesen

6. September 2008 - 12:55 Uhr

Umfragen sind ja sowas von wichtig. Es gibt ja kaum noch eine Sendung, die, wenn sie auch nur noch so peripher politische Themen streift, ohne irgendwelche Umfragewerte auskommt. Manchmal wäre es schon ganz schön, wenn sich die Befragten zu dem äußern würden, was gefragt wird und nicht zu dem, was sie denken, was gemeint sein könnte.

Wie letztens bei Maybritt Illner, der Sendung mit den lustigen Einspielern, die den folgenden Redner auf sein schwaches Bein stellen sollen. Diesmal als Präludium für Christian Wulff. Ihm wurde folgendes Schaubild unter die Nase gehalten:

Grafik

Ich wäre nicht so spontan für eine “Abschaffung der Rente mit 67″. Zwei Rentenjahre jetzt und ab Jahrgang ‘64 keine Rente mehr? Will das wirklich jemand? Gemeint ist wahrscheinlich das Renteneintrittsalter mit 67. Wurde aber nicht gefragt. Soll sich bloß keiner wundern, wenn der “Wählerwille” erhört wird ;-).

Hypersensibel?

5. September 2008 - 15:11 Uhr

Wenn ein öffentlich-rechtlicher Sender einer “Quizsendung” den vollmundigen Titel “Wie deutsch bist du wirklich?” gibt, rollen sich bei mir reflexartig die Fußnägel auf.

Kundendienst

22. August 2008 - 18:57 Uhr

Mimimimi” hält sich richtig tapfer bei den Suchanfragen über Google. Hätte ich nicht gedacht. Das schreit doch nach Zugabe von Freund Beaker.

Was Paul Potts kann, kann Beaker schon lange. Lassen sie sich in die Welt der Oper entführen. Bitte keine Tränen in die Tastatur laufen lassen.

Und Waldorf und Statler haben auch die Zeichen der Zeit erkannt:

Google ist doof!

21. August 2008 - 2:20 Uhr

Ich mag es ja, wenn ich über Google gefunden werde.

Aber muss es gleich “Zeichen des Älterwerdens” auf Seite 1 sein? Pfffffffff !!!!

Ist das eine gute Idee?

20. August 2008 - 23:20 Uhr

Ich als naturveranlagter Angsthase würde vor einem wütenden Bären erstmal flüchten und hoffen, dass er sich beruhigt. Etwas mutigere würden sich wohl entgegenstellen und versuchen ihn zu besänftigen um Schaden abzuwenden. Aber mit Nadeln piksen würde wohl nur ein geistig Unterbelichteter oder einer, der ihn schon immer gern über seinen eigenen Haufen schießen wollte. Einfach nur mit dem guten Grund “siehste, er hat Hühnchen platt gemacht”. Wie damals Problembär Bruno.

Problembär Russland hat aber nicht nur Tatzen und Zähne im Repertoire, sondern auch noch ein paar Kernwaffen. Die tun richtig weh. Problembären haben ein Problem, wenn ihnen nassforsche “lupenreine” Demokraten, die eigene Landsleute über den Haufen schießen, in den Vorgarten pinkeln. Problembären möchten nicht in Käfige gesperrt werden. Problembären lassen sich nicht am Nasenring durch die Manege führen.

Vor allem sind Problembären nicht zu blöd den Braten zu riechen, wenn man ihnen ans Fell will.

Problembären würden sich gerne totlachen, wenn Problembär-Abwehrwaffen neben ihnen installiert werden und die dummen Westler tatsächlich glauben es seien Problemkaninchen-Abwehrwaffen. Aber es sind halt Problembär-Abwehrwaffen.

Problembären sind altmodisch. Sie manipulieren die Meinung mit Zensur. Problembärenmöchtegernjäger schreien “Hühnerdieb” und wissen sich in der sicheren Position, dass niemand den Ursprung von Chicken-Wings und Chicken-Nuggets kennt, deren Fasern noch während des Aufschreis zwischen ihren Zähnen hängen.

Ich weiß es momentan nicht, vor wem ich mehr Angst haben soll: Bären oder Bärentötern.

Erleuchtung

15. August 2008 - 20:29 Uhr

Neulich auf dem Rollsteig

13. August 2008 - 14:59 Uhr

Rollsteige sind eine tolle Erfindung. Den Einkaufswagen bis zum Zusammenbrechen vollgepackt kommt man unbeschwert zwischen den Stockwerken und den Parkdecks dahin, ohne seine Zeit in muffeligen Aufzügen zu verbringen.

Gänzlich unbelastet von den noch zu tätigenden Einkäufen kann man das Hinuntergleiten vom Parkdeck in die Einkaufsmaschine noch für einige Sekunden Kontemplation nutzen.

Da kann einem die mürrisch ein tiefes Loch in die Atmosphäre starrende, ein wenig zu figurbetont überkorpulente Frau auffallen, die mit ihrem Einkaufswageninhalt ein sinniges Ganzes ergibt und nur die Frage offen lässt, was nun Ursache und was Wirkung ist.

Ein Mann bahnt sich an den dahinter in die Rollbahn eingerasteten Wagen vorbei bis er die Frau erreicht und ihr aufgeregt etwas mitteilt. Was, das lässt sich in dem Moment nur erahnen, da sich mein Rollsteigband unaufhaltsam an der Frau vorbeischiebt und das Auge etwas neues fixiert.

Am Ende des anderen Rollsteigs steht ein Zweikäsehoch und wird von drei Menschen umsorgt, da ihm die Tränen kullern und er nach seiner Mama schreit. Eine Dame kniet vor ihm und blickt untersuchend auf seinen sandalierten Fuß.

Etwas figurbetont Überkorpulentes rempelt an mir vorbei. Sie greift Zweikäsehoch am Arm und zieht ihn auf den nach oben führenden Rollsteig. Die kniende Frau ruft noch ein “Ihr Sohn hat sich am Fuß verletzt!” hinterher, ohne Antwort, starrer, leerer Blick. Zweikäsehoch weint noch immer. “Sei jetzt still!” Zweikäsehoch wird still, er schluchzt nur noch. Ungläubiges, fassungsloses Schweigen, bevor jeder wieder seinen Weg geht. Nur ein Gefühl der Kälte bleibt zurück.