Etwas zu zurückhaltend

20. Oktober 2008 - 15:13 Uhr

Es ist ja schon gemein, wenn Studien zu Ergebnissen kommen, die so gar nicht ins Konzept passen. Aber die Ergebnisse dann einfach unter den Tisch fallen zu lassen oder zu verstecken ist schon ein wenig bemerkenswert.

Wir machen uns die Welt Widdewidde wie sie uns gefällt.

Das macht doch irgendwie neugierig, von was die Damen und Herren noch so alles wissen, was sie gerne für sich behalten würden.

Wo war noch mal das Copyright?

19. Oktober 2008 - 17:30 Uhr

Ob in Cachaça, Ångström oder einfach © – es gibt Sonderzeichen, die man vergeblich auf der Tastatur sucht und doch ab und zu benötigt. Entweder man hat ein Elefantengedächtnis für Zeichencodes und Tastaturkürzel oder kopiert diese mühsam aus der Zeichentabelle.

Oder man benutzt Copy Paste Character. Einfach Zeichen anklicken und schon ist es in der Zwischenablage. Praktischerweise kann man sogar zwischen Textausgabe und HTML-Entitäten wählen.

Abteilung: Kleine Ideen, die das Leben manchmal leichter machen.

[via neunetz.com]

Weder noch

18. Oktober 2008 - 0:50 Uhr

Ich kann es nicht anders sagen. Ich bin tief enttäuscht. Es gibt zwei Beweggründe, die bisher mein Leben geführt haben: Der Verstand und Mitgefühl. Beides scheint gerade auf eine harte Probe gestellt zu werden. Dort wo Verstand gebraucht wäre, in der harten Welt der Zahl, herrscht vollkommenes, gefühlsduseliges Chaos, in der anderen Welt, wo Mitgefühl und emotionaler Beistand gefragt sind, herrscht der scharf gespitzte Rotstift.

Lasst doch die fiese Gesippschaft, die sich Analysten, Investment-Banker oder sonstwie schimpft gelassen vor die Wand fahren. Ungebremst. Die haben nichts mit dem Leben zu tun. Im Sudan – nur als Beispiel – schlagen die Leute sich wegen ein paar Liter Wasser die Köpfe ein. Können wir es uns leisten, dort zu helfen? Müssen wir erst mal rechnen. Während wir über Banken reden, sterben Menschen. Geht’s noch?

Sorry für den Gefühlsausbruch, aber von dem, was derzeit in den Medien serviert wird, möchte ich nicht so viel essen, wie ich kotzen kann.

Ach du liebe Zeit!

17. Oktober 2008 - 20:27 Uhr

Armer Michael. Nach der Wade jetzt die Vorderfüße. Ich glaub, das wird nix mit Galopper des Jahres …

Freitagstexter: And the Winner is …

15. Oktober 2008 - 1:47 Uhr

Ich werfe den Preis nun von mir. Aber nicht zu Poten, sondern in das nächste Blog. Die Wahl war nicht leicht. Mögen mir die unangesprochenen Nominierten verzeihen.


[Verhaltener Applaus, ein älterer Herr in der ersten Reihe schaut auf die Uhr. Showeinlage der Stepptanzgruppe Fechingen-Süd]

Doch zuerst zu den Nebenpreisen:
Der Literaturnobelpreis geht an Herrn Markus:

Nach dem Anruf aus Stockholm machten sich die Tauben auf der Veranda von Jean-Marie Gustave Le Clézio breit.

[hymnische Musik, Applaus]

[Vorstellung der Ehrengäste; Oskar Lafontaine und Peter Müller können nur von den Saalordnern getrennt werden. Beide sind nur leicht verletzt.]

Der Golden Globe für die beste Nebenrolle geht an Tippi Hedren Herrn sofastar:

Nach 45 Jahren gehört Bodega Bay noch immer den Vögeln.

[Fanfare, Applaus]

[Moderator: Die fliegen auch erst dann weg, wenn die US of A Guantanamo Bay zurückgeben. Gequälte Lacher aus dem Publikum; Oskar Lafontaine springt auf und schmettert inbrünstig "Commandante Che Guevara". Seine Frau Christa ist sichtlich peinlich berührt.]

Die paralympische Medaille für Hörgeschädigte mit Untertiteln geht an die Weltregierung:

Im Lande der Tauben sind die Einohrigen Koenige.

[Nationalhymne, Preisträger verdrückt eine Träne]

[Oskar Lafontaine hat sich mit Edding "Peter ist doof" auf die Stirn geschrieben. Peter Müller kontert mit dem Lippenstift seiner Frau "Selber doof!"]

Der Ehrenpreis der Stifter fällt aus wegen zu erwartender Schmähung. ;-P

[leichte Irritation im Publikum, Gemurmel. Das Schalmeienorchester Dillingen füllt die Lücke bravurös, die Stimmung steigt.]

[Peter Müller lässt sich die Bisswunde am Arm desinfizieren, stellt sich dabei aber extrem zimperlich an. Seine Frau Astrid verlässt mit Oskar Lafontaines Frau den Saal um sich schick einen anzutrinken.]

Aber nun zum Hauptpreis, dem Freitagstexter:

[Dreiminütiger Einspieler ... dumdidumdidum ...]

stilhäschen für das doppelbödige

Nach dem Blind Date sind die Tauben dran.

Dort geht es dann am Freitag weiter.

[Schlussmusik und Abspann. Weit in der Ferne erschallt ein hysterischer Schrei, als Marcel Reich-Ranicki realisiert, dass er zur Vorbereitung seiner Sendung in die tiefsten Abgründe der Fernsehunterhaltung abtauchen muss. Oskar und Peter schauen wie zwei begossene Zwergpudel ihrer Gardinenpredigt entgegen.]

Freitagstexter

10. Oktober 2008 - 0:03 Uhr

Meine Damen und Herren, ich danke der Jury für den wunderbaren Wanderpreis “Freitagstexter”. *Räusper* Bevor dies nun in eine oscarmäßig tränenrührende Eigenlobhudelei ausartet ganz kurz und knackig:

Die Spielregeln sind wohl den meisten bekannt: Wem zu dem Bildchen eine lustige, freche, hintergründige oder sonst wie passende Überschrift oder ein Untertitel einfällt, der möge sein hoch willkommenes Gedankengut in den Kommentaren verewigen. Der Sieger wird gewohnt subjektiv unter vollständiger Auslassung des Rechtsweges am kommenden Mittwoch verkündet und darf den folgenden Freitagstexter ausrichten.

Undankbares Völkchen

2. Oktober 2008 - 22:39 Uhr

Da gibt sich Umweltengel Gabriel solche Mühe, die deutsche Automobilindustrie zu schützen und vor bösen Klimaauflagen zu bewahren. Eigentlich der Job von Wirtschaftsminister Glos, aber Schwamm drüber.

Und jetzt, ausgerechnet die Deutschen selbst fallen dieser heroischen Tat in den Rücken und kaufen lieber kleine Spritsparer, die die deutschen Hersteller nicht können ignorieren mit Sicherheit irgendwann später entwickeln. Aber einfach unzeitgemäße Vehikel Glanzpunkte deutscher Ingenieurskunst zu Recht zu verschmähen nicht zu würdigen? Böse! Böse!

Das sind doch nur Ausflüchte, schmaler Geldbeutel und Spritpreise und so. Verantwortung ist gefragt. Man muss sich auch mal von so genannten Sachzwängen befreien. Umweltschutz, Wirtschaftskrise, Peak Oil sind doch nichts gegen den nominellen Erhalt von Arbeitsplätzen. Ja, gut – Leiharbeiter ersetzen für weniger Geld Stammpersonal. Was soll die Diskussion? Die Quote muss stimmen. Es geht darum, optimistische Zahlen zu produzieren. Glauben sie mir, es gibt kein Problem, das man sich nicht aus der Welt rechnen kann.

Vertrauen sie endlich in Politiker, die bis zum Hüftansatz im Hintern der Lobby stecken nur ihr Bestes wollen. Vertrauen sie in die deutsche Automobilindustrie, die schlicht und simpel den Trend verpennt hat innovativ am Puls der Zeit ist.

Alles wird gut, fragt sich nur, ob wir das noch erleben.