Archiviert in der Kategorie "Seltsames"

Recherchekünstler

25. Juni 2009 - 14:19 Uhr

Es liest sich ja ganz gut, wenn von vielen Seiten behauptet wird, dass die Regierung eine Studie mit dem Titel “Demografischer Wandel – Ein Politikvorschlag unter besonderer Berücksichtigung der Neuen Länder” verschwinden lässt, deren Ergebnis ihr nicht in den Kram passt.

Man könnte aber auch den Titel der Studie in Google eingeben und feststellen, dass die Studie mit einer Stellungnahme beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung verfügbar ist. Übrigens nicht erst seit heute, sondern sie war schon da, bevor die ersten Meldungen hochpoppten.

Mittlerweile weißt auch das beauftragte Berlin-Institut auf der eigenen Seite darauf hin.

Ab und zu sollte man auch mal die Fakten suchen und anerkennen, auch wenn sie journalistisch nicht so ganz in den Kram passen.

Update: heute.de relativiert die Meldung (Änderung natürlich nicht erkennbar):

Mit etwas Mühe findet man das Gutachten nun doch noch Internet, und zwar auf den Seiten des Ministeriums. Wer den Link öffnen will, muss aber vorher an ein paar Zeilen des Ministeriums vorbei: Das Gutachten sei nicht gedacht “als ein vom Ministerium akzeptierter Leitfaden für politische Handlungen”, sondern als “Ausgangspunkt für eine Debatte” über die Gestaltung des demografischen Wandels. Ungeschickter kann man eine Debatte wohl nicht eröffnen.

Mal abgesehen davon, dass im Eifer des Gefechts ein “im” bei “doch noch Internet” abhanden gekommen ist, frage ich mich, wie die “Mit etwas Mühe” definieren.

Seltsam

7. August 2008 - 14:22 Uhr

Wenn Bush die Menschenrechtslage in China kritisiert, hört sich das für mich so an, als würde ein Kokser einem Junkie Drogenmissbrauch vorwerfen.

Mensch-Maschine-Maschinen-Menschen

22. Juli 2008 - 13:15 Uhr

Wenn echte Menschen mit Computern musizieren und dazu computeranimierte Maschinen kreieren, die vorgeben mechanisch auf echten Instrumenten zu spielen, dann legt sich die Logikabteilung im Gehirn ein wenig in die Kurve. Aber nett gemacht :-).

Eigentlich eine gute Idee – eigentlich

19. April 2008 - 22:17 Uhr

Ich habe da so ein kleines Fläschchen, in dem ist eine muntere Mixtur, die sich “Optikreiniger” nennt. Das ist reizend – ich meine hautreizend, so sagt es der Warnaufdruck. Über dieses Symbol ist ein Aufkleber angebracht, der ein Relief in Form eines Warndreiecks bildet. Der erste Gedanke war “aha, eine Warnung für Blinde und Sehbehinderte”. Aber bei einer Flüßigkeit, die nun mal zu 99,99% von Menschen verwendet wird, die gut sehen können? Zumal das Fläschlein eine Kindersicherung hat, die an sich schon eine Warnung ausstrahlt.

Es hätte ja eine neue, gut gemeinte Vorschrift sein können, aber nein, auf anderen Reinigern etc. fehlt dieser haptische Hinweis. Eigentlich mag ich diese Idee. Sollte überall drauf sein, wo eine Gefahr für die Gesundheit droht eben auch für optisch eingeschränkte Menschen, aber leider nein. Es muss ja nicht die ganze Beschreibung in Braille darauf stehen. Bei einer Warnung könnte ja ein Sehender zur genauen Bestimmung hinzugezogen werden.

Ach ja, zur Kindersicherung. Es sind zwei Bewegungen zu kombinieren: Erst drücken, dann drehen. Wie wird die “Aufklärung” realisiert? In einfachsten Piktogrammen, damit es auch jemand schafft, der nicht lesen kann. Wie viele Kinder mögen das verstehen, bevor sie lesen können? Viele?

Irgendwie scheint mir das Ganze wenig durchdacht.

Nichts geht über Bärenmarke

7. März 2008 - 18:20 Uhr

Es mutet schon ein wenig seltsam an, wenn der Nürnberger Zoo am Anfang so gar nicht auf die “Knut”-Schiene wollte und dann doch die putzige “Flocke” als Vermarktungsartikel benutzt wird. Sogar mit Markenschutz. Zumindest ein Kräuterbonbonhersteller hat jetzt das Nachsehen.

Ist das jetzt auch das Aus für Haferflocken und Flockenfutter? Muss es ab jetzt “Schneebröckchen, Weißröckchen” heißen, nur damit man keinen Stress mit Nürnberg hat?

Wann kontert Berlin mit einem Plagiatvorwurf gegen Nürnberg?

Rückblick

5. März 2008 - 12:22 Uhr

Irgendwann Anfang der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts gab es bei der Zeitschrift “AMIGA Magazin” einen Wettbewerb, bei dem man die Vision eines “AMIGA der Zukunft” einreichen sollte. Für die jüngeren Leser: Der AMIGA war zu seiner Zeit ein relativ genialer Computer, der auch an relativ schlechten Managemententscheidungen des Herstellers gescheitert ist.

Mein Vorschlag (der irgendwo unter “Ferner liefen” gelandet war) war ein “echter Desktop” (so nannte sich die Benutzeroberfläche damals). Ein Computer, dessen Oberfläche aus einem Flachbildschirm mit Touchscreen-Eigenschaften bestand, der wahlweise aufgestellt konventionell mit Maus und Tastatur bedient werden konnte oder liegend direkt mit den Fingern. Ich war darauf auch nicht sensationell stolz, denn es gab ja schon Flachbildschirme und Touchscreens – wenn auch beliebig teuer. Es war eher 1+1 zusammengezählt.

Es überrascht mich deshalb um so mehr, dass so etwas ähnliches heute so sensationell ist, dass es zur Eröffnung der CeBIT für Steve Balmer, Angela Merkel, August-Wilhelm Scheer und Nicolas Sarkozy gereicht. Mich wundert es eher, dass es so lange gedauert hat. Wow, ein iPhone im Tischformat.

[Video via Steamtalks]

Rosige Zeiten

26. Februar 2008 - 15:10 Uhr

Siemens streicht bis zu 2000 Stellen in Deutschland

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