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Andersweihnacht

24. Dezember 2011 - 15:00 Uhr

Das war wohl der anstrengendste und traurigste Advent, den ich bisher in meinem Leben hatte und von der Art, wie man ihn dem ärgsten Feind nicht an den Hals wünscht. Viele wissen es wohl schon, dass mein Vater am ersten Advent gestorben ist. Damit das Ganze besonders unverdaulich wird, stand ich arbeitstechnisch ziemlich allein in der Gegend, da sich mein Kollege und Freund die Achillessehne abgerissen hatte. Glücklicherweise habe ich jetzt wenigstens eine freie Woche vor mir, in der ich mal etwas zu mir kommen kann.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei den ganzen lieben Menschen im Leben 1.0 und 2.0 von Herzen bedanken, die mir in den letzten Wochen durch Worte und Taten das Leben ein klein wenig leichter gemacht haben und mir die kleine anstehende Auszeit freundlich mit gebastelt haben.

Ich wünsche Euch allen da draußen ein friedliches und freundliches Weihnachtsfest!

In Würde altern

5. Oktober 2010 - 19:24 Uhr

Wenn man wie ich gewohnt war, sein Leben ohne Sehhilfe zu verbringen, schmerzt die Einsicht schon ein wenig, dass so langsam aber sicher die Arme zu kurz werden. Heute kam dann die erste Lesebrille an. An die mittlerweile ungewohnte Schärfe im Nahbereich werde ich mich wohl schnell gewöhnen. Der Blick in den Spiegel ist allerdings noch etwas gewöhnungsbedürftig.

Muss aber sein, denn früher oder später gesellt sich zu der Lesebrille auch die für den alltäglichen Gebrauch. Die Uhr tickt ;-).

Stadiumausbau für Südafrika

30. Mai 2010 - 12:39 Uhr

Lange Zeit galt es als fraglich, ob der Ausbau des heimischen Fußballrunds tatsächlich noch vor der WM von Statten gehen könnte. Die Osttribüne genügte schon länger nicht mehr den internationalen Maßstäben für diese Veranstaltung. Ständige Abwägungen über Farbgebung, Sitzkomfort und auch die Budgetfrage machten die Entscheidung nicht leicht. Eins von den Dreien wollte partout nicht passen. Doch nun hatten die Jungs aus Schweden vor kurzer Zeit ein Einsehen und brachten neue Farbe ins Spiel und so musste nur noch die Logistik erfolgreich gelöst werden.

Ich gebe gerne zu, Samstag ist ein schlechter Tag für die Fahrt zum Möbelschweden – vor allem wenn dank Sperrung die Autobahn an einer Stelle im Schneckentempo umfahren werden will. Schwamm drüber.

Heute Morgen begannen die Umbauarbeiten plangemäß mit dem Abriss der alten Ostkurve.

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Wie versprochen war der Rohbau dank Vormontage und langjähriger Schwedenschraubererfahrung (irgendwann schreibe ich noch mein Lebenswerk „Auf Du und Du mit der Inbusschraube – wie echtes Werkzeug das Leben erleichtert“) schnell errichtet.

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Die Übergabe der neuen Fankurve laut Lieferumfang war dann auch schnell erledigt.

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Aber – da war doch noch etwas? Stimmt, es wird ja WM und außerdem fehlen die liebgewordenen Accessoires der alten Ostkurve.

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Jetzt noch die Spielfläche zurück und wehe, Jungs ihr stellt Euch komisch an – dann fliegen aber die Bälle Richtung Fernseher (Achtung! Nur für Röhrenfernseher geeignet. Don’t try this with your Flatscreen!! ).

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Dem aufmerksamen Beobachter mag übrigens aufgefallen sein, dass auf den Bildern irgend so etwas Grünes am oberen Bildrand hineinschaut, was für treue Leser seltsam bekannt scheint.
Tatsächlich handelt es sich bei dem Kopfbild dieses kleinen Blogs um einen „echten Quintus“ – Öl auf Leinwand aus dem Jahre 1993, der seinen Platz über dem Sofa hat. Spielkind halt, und ziemlich froh damit ;-).

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Kosmischer Rhythmus

5. November 2009 - 19:15 Uhr

Wenn man seinen Lebensunterhalt damit bestreitet, in den verschiedenen Winkeln des Internet-Kosmoses neue Sternchen hinzuzufügen oder älteren neuen Glanz zu geben, hat man häufig das Vergnügen netten und interessanten Menschen zu begegnen. So wie kürzlich der Künstlerin und Sprachdozentin Heike Laborenz, deren Webseite ich gestalten durfte.

Kosmischer Rhythmus

Es ist faszinierend, dass zum Beispiel die Maya-Kultur Zyklen und Rhythmen kannten, die weit über den tages- oder jahreszeitlichen Wechsel hinaus gehen – so erstreckt sich die lange Zählung auf 5125,36 mittlere Sonnenjahre. Und dass sich Sprachen durchaus leichter lernen lassen, wenn man dem eigenen Lernrhythmus folgen darf. Bedauerlich, dass wir in unserer Industriegesellschaft natürliche Rhythmen ohne Not zu oft gegen schnöden Arbeitstakt getauscht haben.

Ich wünsche viel Vergnügen beim stöbern und entdecken.

Apportiertes Fotoblogstöckchen

31. Oktober 2009 - 16:24 Uhr

Wenn man schon im Leben 1.0 von so mancher Seite angeknufft wird, wann es hier mal wieder etwas zum lesen oder anschauen gibt, dann wird es wohl doch mal wieder Zeit. Praktischerweise lag drüben bei Frau Creezy gerade ein Stöckchen herum, dass einen ausgesprochenen Charme versprüht.

Dinge in meinem Haushalt zu fotografieren, die mich an meine Kindheit erinnern, ist eigentlich eine Übung, die leichter scheint als sie ist. Weniger, weil ich mich an meine Kindheit nicht erinnere oder erinnern möchte, sondern dem Umstand geschuldet, dass ich wohl kein allzu großes Bestreben verspüre, Dinge mit Erinnerungen zu verknüpfen und so an mein Leben zu binden und auf Ewigkeit in meinem Besitz zu halten.

Aber es gibt sie dann eben doch, diese Kleinigkeiten, die ihre Bedeutung mitbringen. Fangen wir in der Zeit an, in der Klein-Quintus überwiegend mit der Aufnahme von Nahrung und brabbelnden Lautäußerungen beschäftigt war.

zwerg

Dieser kleine Wichtel war eines meiner ersten Spielzeuge und hat die Zeit durchaus gut überstanden. Neben seiner Hauptaufgabe, unter Druckeinwirkung zu quietschen und die Aufmerksamkeit des aufgeweckten Kindes zu testen, muss er wohl auch bei der Bezahnung des kindlichen Plappermäulchens seinen Dienst getan haben, was zu einigen Abnutzungserscheinungen geführt hat. Ich möchte an dieser Stelle nicht daran erinnert werden, dass die Richtlinien zur Unbedenklichkeit von Kinderspielzeug wohl erst später in Angriff genommen wurden.

rastafari

Diese vier kleine Herren entspringen augenfällig den frühen siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts und wurden bei der Gründung des eigenen Hausstandes aus dem elterlichen Küchenschrank entführt. Man sollte nicht auf den Gedanken kommen, dass es sich hier um frühe Rastafari handelt. Die Kleinen dienten meinem Bruder und mir mehr der Bespaßung des Frühstückseigenusses.

eieiei

Natürlich gab es da Farbvorlieben, wer denn nun welchen Becher bevorzugt hat. Es darf geraten werden :-). Ich würde natürlich den Spaß verderben, hätte ich an dieser Stelle meinen Favoriten beim Fotoshooting bevorzugt *hint*.

Einige Dinge, die mich an schöne Besuche bei meiner Oma (respektive Tante und Onkel, die den gleichen Haushalt teilten) erinnern, haben erst letztes Jahr nach dem Tod meines Onkels zu mir gefunden. Mit dem Wohnzimmerschrank meiner Oma haben noch einige andere Dinge Platz in meiner Wohnung gefunden.
Fangen wir in der Abteilung „nur anschauen, nicht anfassen“ an.

service

Dieses hübsche japanische Teegeschirr erhielt einst in den fünfziger Jahren meine Tante als Geschenk ihrer Meisterin. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich dies oft bestaunt hatte. Dass es sich hier wirklich nicht um kinderhändekompatible Gegenstände handelt, wird erst im Gegenlicht deutlich, das die Zartheit des Porzellans viel besser erahnen lässt.

tasse_gegenlicht

Lange Zeit thronte auf dem Schrank eine Uhr, die einen Vorteil und einen Nachteil hatte.

uhr

Der Nachteil war, dass sie schon früh aufhörte, ihren eigentlichen Dienst zu tun. Der Vorteil war, dass sie schon früh aufhörte, ihren eigentlichen Dienst zu tun und uns Kindern zur neugierigen Erkundung diente. Es ist erstaunlich, wie hektisch ein Westminsterschlag werden kann, wenn durch Kinderhände jede Hemmung ausgebaut wird. Weniger erstaunlich ist hingegen, dass jede Hoffnung auf Reparatur somit gegen Null geht. Darum wird das Gehäuse schon seit vielen Jahren von einem schnöden Quarzwerk bewohnt.

kelche

Diese Kelche wurden des öfteren gerade von den Tanten zum Genuss der ein oder anderen Bowle benutzt. Da hat Klein-Quintus das ein oder andere Früchtchen heimlich genascht. Pst! Nicht weiter sagen! War doch nur Obst.

Eigenlob stinkt

1. September 2009 - 16:00 Uhr

Aber ich finde die neue Website des Entsorgungszweckverbands Friedrichsthal gar nicht mal so hässlich ;-).

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Update aus dem Sommerloch

11. August 2009 - 17:41 Uhr

Als Blogger hat man es ja richtig gut. Man darf sich am Sommerloch beteiligen, muss es aber nicht. Ich muss mich noch nicht mal darüber beklagen. Hach, diese Freiheit sich ins kuschelige Leben 1.0 zurückziehen und eine kleine Geschichte bis zur Pointe reifen lassen zu können.

Alle Jahre begibt es sich wieder, dass man die Einkommenssteuererklärung dem Finanzamt zuteil werden lässt. Dieses Jahr sogar gerne, da eine Rückerstattung ins Haus steht. Ich weiß, ab und an bin ich etwas zu technophil und auf der anderen Seite bürokratisch blauäugig. Jedenfalls habe ich mich für die elektronische Übermittlung via ELSTER entschieden. Alleine der Name verheißt doch schon, dass es auch in Bürokratenkreisen einen Restfunken von Humor geben muss. Irgendwie dann doch sympathisch.

Nach kaum etwas mehr als einem Monat meldete sich dann Freitags per Telefon der zuständige Beamte und teilte mir mit, dass noch Unterlagen fehlen würden. Unter anderem die Umsatzsteuererklärung. Dieses war der leichteste Teil der Übung, da ich den Umsatzsteuerbescheid bereits erhalten hatte und dieses Fehlen wohl eher ein Fehler vom Amt war. Das Übertragungsprotokoll zeigte auch die anderen fehlenden Formulare als gesendet an. Nein, die hätte er nicht auf dem Schreibtisch. Nach kurzer Überlegung, ob es wirklich sinnvoll wäre, an dieser Stelle eine Diskussion über die Zuverlässigkeit der elektronischen Übermittlung zu führen, entschloss ich mich dem übrigens freundlichen Herrn die fehlenden Unterlagen per Schneckenpost zukommen zu lassen. Ich glaubte, den Fall nun abhaken zu können.

Sicherheitshalber rief ich dennoch eine Woche später an, ob denn nun alles seine Richtigkeit hätte. Ein ebenfalls sehr freundlicher Kollege teilte mir mit, dass Herr X derzeit – eben seit jenem Freitag – in Urlaub weilt. Über den Verbleib der Unterlagen könne er mir nichts sagen. Ob er denn wenigstens die über ELSTER übertragenen Daten noch mal prüfen könne (warum bin ich nicht schon vorher auf die Idee gekommen, dies zu fragen?), ob die denn wirklich unvollständig wären. Dies könne er bedauerlicherweise nicht, da diese zentral ausgedruckt und dann verteilt würden.

An dieser Stelle musste ich eine kurze Sprechpause einlegen. Ist „Internetausdrucker“ eigentlich schon Beamtenbeleidigung oder nur eine Feststellung? Und wenn es nur eine Feststellung ist, reicht es dennoch um langsam mahlende Mühlen noch einen Gang herunterzuschalten? Wie gesagt, ich erwarte ja eine Rückzahlung.

Ich müsse mich schon gedulden, bis der werte Kollege aus seinem dreieinhalbwöchigen Urlaub zurück käme. Es ist ja nicht so, dass ich jemandem seinen wohl wohlverdienten Urlaub missgönne, aber das Wort „Stellvertreter“ hüpfte ab und an in meinem Kopf auf und ab.

Aber Geduld ist mein zweiter Vorname, und so nahm ich es gelassen hin, dass der Kollege seinen Urlaub auf vier Wochen verlängert hat. Das fiel auch nicht sonderlich schwer, denn die (soll ich es nochmal betonen?) freundliche Kollegin des Kollegen hatte eine wunderbar angenehme Telefonstimme, die durchaus die Gesamtsituation ein wenig aufgeheitert hat.

Letzte Woche hatte ich nun das Vergnügen meinen Ansprechpartner Herrn X persönlich am Telefon zu haben. Es war natürlich nichts da. Diesmal nun die ultimative Lösung persönlich zum Finanzamt dackeln und die Formulare mit Vermerk „zu Händen Herr X“ bei der – jetzt kommt’s – nicht nur freundlichen, sondern auch ausgesprochen attraktiven Kollegin an der Rezeption abgegeben.

Heute dann die frohe Botschaft per Telefon, dass die Erklärung abgearbeitet sei. Keck und optimistisch wie ich nun mal bin, wagte ich die Prognose, dass wohl nun der Bescheid in den nächsten Tagen einginge. Leider musste der werte Herr X meinen Mut ein wenig mit den Worten kühlen: „Nein, das muss jetzt durch die maschinelle Verarbeitung, das kann so zwei bis drei Wochen dauern.“

Ich versuche mir seit heute Mittag Maschinenungetüme vorzustellen, die zyklisch Daten eintippen und ausdrucken bis am Ende etwas herauskommt, was dem Charme eines mit Schreibmaschine abgetippten Textes entspricht. Natürlich muss ständig geprüft werden, dass das Papier keinen Amtsschimmel ansetzt. Diese Maschine kann bestimmt auch „Bing“ machen.

Nächstes Jahr gebe ich garantiert meine Erklärung wieder persönlich ab. Die sind ja nett auf’m Amt. Neumodischer Schnickschnack. Pah!

Fortsetzung folgt hoffentlich nicht.