Archiviert in der Kategorie "Natur"

Story of Stuff

13. Juni 2009 - 19:46 Uhr

Zugegeben, in 21 Minuten kann man nicht die Welt erklären. Aber vielleicht hilft das Filmchen ein wenig darüber nachzudenken, ob es wirklich so ungeheuer sinnvoll ist, den Konsum auf Biegen und Brechen anzukurbeln, um aus der Krise heraus zu kommen. Das könnte ein ziemlicher Schuss in den Ofen werden.

Home

4. Juni 2009 - 22:21 Uhr

Mensch, wie konnte mir das entgehen? Heute Nacht um 00:00 Uhr startet der Film “Home” von Yann Arthus-Bertrand. Dabei hat es mir schon das Projekt “6 Billion Others” angetan.

Der Film startet in 50 Ländern gleichzeitig und ist auch auf Youtube zu sehen.

home

Zitat:

Hymne auf die Erde

HOME ist eine Ode auf unseren Planeten und ein zerbrechliches Gleichgewicht. Mit Bildern aus der Vogelperspektive nimmt uns Yann Arthus-Bertrand auf seine Reise rund um die Welt in über 50 Länder mit zu einem bisher unveröffentlichten Blick auf unsere Erde, damit wir sie von oben betrachten und verstehen können. Doch HOME ist kein engagierter Dokumentarfilm, sondern ein wunderbares Werk der Filmkunst. Jede Einstellung ist atemberaubend und zeigt uns die Erde – unsere Erde, wie wir sie noch nie gesehen haben. Jedes Bild führt uns das vor Augen, was wir gerade zerstören, und alle die Wunderwerke, die wir noch erhalten können. „Wenn man es von oben betrachtet, erklärt sich vieles von selbst“. Der Eindruck, den man gewinnt, ist direkter, intuitiver und emotionaler. HOME packt jeden von uns direkt bei seinen Gefühlen. Der Film macht uns bewusst, dass wir unseren Blick auf diese Welt ändern müssen. HOME behandelt die großen ökologischen Fragen, denen wir uns stellen müssen, und zeigt uns, wie alles auf unserem Planeten zusammenspielt.

Story:

In den 200.000 Jahren seiner Existenz hat der Mensch ein Gleichgewicht gestört, das sich in 4 Milliarden Jahren entwickelt hat. Der Preis dafür ist hoch, doch es ist zu spät, um sich Pessimismus leisten zu können. Es bleiben der Menschheit kaum noch 10 Jahre, um den Trend umzukehren: Wir müssen Schluss machen mit der maßlosen Ausbeutung der Reichtümer dieser Erde und müssen unsere Konsumgewohnheiten ändern.

Update 01:35 Uhr: Gerade zu Ende geschaut. Faszinierende, atemberaubende Bilder. Wer 93 Minuten seiner Zeit in einen wunderbaren, nachdenklich stimmenden Film investieren will, sollte sich dies anschauen.

Maiwanderung

1. Mai 2009 - 18:20 Uhr

Der diesjährige Maiausflug war tatsächlich als Wanderung ausgelegt und vollzog sich ohne den obligaten Bollerwagen. Es zog uns zu dem heute eröffneten Blies-Grenz-Weg, der sich zwischen Kleinblittersdorf und Sitterswald auf einer Strecke von 15,6 Kilometern hinzieht. Allerdings nahmen wir nur den südlichen Teil in Angriff, da wir keine geschlossene Wanderrattengruppe waren. Also machten wir uns bei Auersmacher auf den Weg.

Auersmacher

Das hatte auch den Vorteil, dass wir der zur Eröffnung versammelten Lokalprominenz nicht begegnen mussten. Allerdings war es unvermeidlich der lokalen Bollerwagen-Promillenz zu begegnen ;-).

Nur wenige Schritte vom Startpunkt öffnet sich diese wunderbare Aussicht über das Bliestal in das benachbarte Frankreich.

Blies Guersviller

Bei Sitterswald, wo sich der Weg hinunter zur Blies wendet, kann man mit einem Fuß in Deutschland und dem anderen in Frankreich stehend die “Moulin de la Blies” oder “Bliesmühle” betrachten.

Moulin de la Blies

Beim Einkehrschwung am Mühlenwaldweiher konnten wir sehen, dass nicht nur für das leibliche Wohl der Gäste beim Maifest des Angelsportvereins gesorgt war, sondern dass auch die Fische in nächster Zeit Kaulquappen-All-You-Can-Eat haben werden.

Kaulquappen

Blog-Karneval-Beitrag Malaria

25. April 2009 - 0:01 Uhr

Herr Fischer hat zum Blogkarneval gerufen, um am Welt-Malaria-Tag (heute!) für Roll Back Malaria Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dem möchte ich doch gerne folgen.

Malaria scheint für wohl die meisten sehr weit weg, wenn nicht eine Reise in ein fernes Land ansteht, in dem diese Krankheit noch fröhliche Urstände feiert. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass auch hier in Europa diese Krankheit heimisch war. Auch hier in Deutschland, wo es 1783 Friedrich Schiller als vielleicht Prominentesten traf. Aber auch noch bis 1946 im Emsland, und Italien wurde erst 1970 als malariafrei eingestuft. Ich möchte mich nicht so sehr mit dem Lebenszyklus der Plasmodien mit ihrem Generationswechsel aufhalten, da dies an anderer Stelle schon gut beschrieben ist. Wer dem Link nicht folgen mag – ich frage das später ab ;-). Insgesamt ist das Thema so weit zu fassen, dass es bei Weitem nicht in einem einzelnen Blogpost abzuhandeln ist. Ich kann daher nur Facetten beleuchten. Die einfachste Lösung des Problems wäre eine Schutzimpfung, aber die gibt es bisher nicht. Also müssen bis auf Weiteres alternative Wege beschritten werden.

Eindämmung

Da der Hauptüberträger die Anopheles Mücke ist, bietet es sich an, hier den Hebel anzusetzen. Es wäre vergeblich sich zum Ziel zu setzen diese vollständig auszurotten, sondern es geht in erster Linie darum Anopheles plasmodienfrei zu bekommen. Nichtsdestotrotz wurde versucht, das Massenvorkommen einzudämmen; in Europa erfolgreich, in den tropischen Gebieten kam nach anfänglichen Erfolgen (so hatte man gute Hoffnung, in Indien und Sri Lanka die Malaria fast besiegt zu haben, als die Zahl in Sri Lanka nur noch bei 20 Fällen lag und in Indien die Zahl von 75 Millionen in den 1950ern auf 50.000 1961 zurückging) die Malaria wieder zurück. Bereits 1971 lag die Zahl für Indien wieder bei 1,3 Millionen und Sri Lanka hatte eine Epedimie mit 500.000 Fällen Ende der 1960er zu verzeichnen.

Tötet die Brut!

Der Hauptansatzpunkt bei der Bekämpfung der Anopheles in Europa richtete sich gegen ihre Larven. Diese wachsen im Wasser auf. Auch wenn sich Anopheles in der Auswahl des “Gewässers” ausgesprochen genügsam zeigt – es genügt eine Pfütze oder Wasseransammlung in einer Astgabel, vorausgesetzt sie fällt über die Entwicklungszeit nicht trocken – so mag sie es jedoch ganz gerne rundum feucht um sich massenhaft zu vermehren. So hat die Trockenlegung ehemaliger Sumpfgebiete Anopheles einigen Lebensraum gekostet, und da wo die Trockenlegung nicht hinkommt wurden Öle versprüht, die der Anopheleslarve die Luft zum atmen nahm und damit die Population dezimierte. Ein weiterer Verbündeter im Kampf gegen die Larven – wenn auch erst in neuerer Zeit – ist der Bacillus thuringiensis israelensis, der durch seine Endotoxine die Larven mächtig dezimiert.

Kollateralschaden in der Camargue

Nun kann man nicht alle Sumpfgebiete trocken legen oder mit Öl besprühen, vor allem, wenn es sich um ein Naturschutzgebiet wie die Camargue in Südfrankreich handelt. Dort und an anderen Orten wurde Anopheles mit einem an sich liebenswerten kleinen Fischlein namens Koboldkärpfling oder vornehm Gambusia affinis zu Leibe gerückt. Diese kleinen Burschen haben zwei große Hobbies: Mückenlarven fressen und sich vermehren. Wo das erste Hobby durchaus erwünscht ist, hat das zweite jedoch Auswirkung auf einen unbeteiligten Verwandten, nämlich Aphanius fasciatus. Diese heimische Art legt Eier, während Gambusia lebendgebärend ist und somit einen klaren Vorteil bei der Vermehrung hat. Uwe Römer untersuchte dort 1990 den besorgniserregenden Rückgang von Aphanius fasciatus [1]. Nur zwei Jahre später konnten wir während einer Exkursion auch in einem von Römer als gambusenfrei beschriebenen Gewässer bei Cacharel massenhaft Gambusia finden, aber keine Spur mehr von Aphanius [2]. Auch wenn dies den Gesamtbestand dieser Art nicht in Gefahr bringt, liegt doch der Verdacht nahe, dass sie sich aus der Camargue verabschiedet hat, genau wie die Malaria.

Dead on First Sting

Auch den adulten Mücken wird nachgestellt. Nun ist es müssig, allen Mücken mit der Klatsche hinterher zu laufen. Wesentlich bei der Bekämpfung von Malaria ist es, den Übertragungsweg zu blockieren. Ein Stich an sich ist harmlos, so lange keine Plasmodien in der Mücke vorkommen [3]. So macht man sich eine Angewohnheit von Anopheles zu Nutze, sich nach einer Blutmahlzeit zuerst einmal einer ausgiebigen Siesta hinzugeben. Dazu nimmt sie gerne an Wänden oder sonstigen Gegenständen Platz und verdaut erst einmal. Da liegt es nahe, diese Wände mit DDT zu besprühen und somit den Kreislauf zu brechen. Jetzt mögen diese Mücken blöd sein, gemessen an menschlichen Maßstäben, aber auch sehr fertil. Das heißt, mit der Zeit züchtet man resistente Stämme und das Ganze wird in vielen Regionen unwirksam.

Prophylaxe und Behandlung – kurz gefasst

Wie Eingangs bereits erwähnt, können in einem einzigen Artikel nicht alle Dinge abgehandelt werden. Dieser Teil daher nur angerissen; schließlich bin ich auch kein Mediziner ;-). Am besten ist es wohl, man lässt sich erst gar nicht stechen. Dabei kann es hilfreich sein, die Haut bedeckt zu halten, mückenabschreckende Mittel zu verwenden und unter Insektizid-behandelten Moskitonetzen zu nächtigen. Wenn es schon nicht komplett vermeidbar ist, von Anopheles gestochen zu werden und sich damit die Erreger einzufangen, sollte man wenigstens verhindern, dass die Krankheit ausbricht. In vielen Gebieten wird eine Chemoprophylaxe empfohlen, die allerdings auf gebietsspezifische Resistenzen abgestimmt sein sollte. Trifft einen die Krankheit doch, war lange Zeit Chloroquin das Mittel erster Wahl. Nach anfänglich guten Erfolgen mit Chloroquin traten bereits in den 1960ern Resistenzen gegen dieses Mittel auf. Aus heutiger Sicht werden vor allem Artemisinin-haltige Präparate empfohlen.

Armut, Politik und Malaria

Es gibt schon zu denken, warum Malaria gerade in den ärmeren Gebieten wieder auf dem Vormarsch ist. Bei der Versorgung mit Medikamenten und prophylaktischen Maßnahmen wie die Insektizid-behandelte Moskitonetze stößt man schnell auf zwei einschränkende Faktoren: Das eine ist die Kostenfrage, denn das Ganze kostet ja auch Geld und genau das ist in diesen Ländern Mangelware. Auf der anderen Seite wiederum drückt eine hohe Zahl an Malaria Erkrankten ganz erheblich auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Spätestens da beißt sich die Katze in den Schwanz. Hinzu kommt, das gerade inden am stärksten betroffenen Gebieten human gefestigte politische Systeme auch Mangelware sind, die eine ausreichende und nachhaltige Versorgung gewährleisten könnten.

Bodycount

Ich persönlich finde die Zahlenfuchserei, wie viele Menschen einer Krankheit, einer Naturkatastrophe oder Krieg zum Opfer fallen schon ein wenig morbide. Unterm Strich sind es dann doch letztendlich “zu viele”. Und hier macht es Malaria dem Statistiker eben auch nicht leicht. Da Malaria nicht per se tödlich ist, aber den Gesamtorganismus erheblich schwächt, ist es gerade dann schwierig, wenn Begleiterkrankungen hinzukommen, die ihrerseits eben auch nicht zwangsweise mit dem Tode enden. Was soll man dann auf den Zettel an der großen Zehe schreiben? Roll Back Malaria beziffert die Sterbefälle pro Jahr auf 881.000.

Return on Investment

Zugegeben, diese Überschrift entbehrt nicht eines gewissen Sarkasmus. Aber wem die humanitäre Herausforderung nicht ausreicht und lieber in Kosten und Nutzen denkt, dem sollte dieses Thema auch von dieser Seite lohnenswert erscheinen. Alleine in Afrika schmälert Malaria das ökonomische Einkommen pro Jahr um 12 Milliarden US-Dollar. Dem stehen allerdings – nach Zahlen von Roll Back Malaria – lediglich Kosten von 4,2 Milliarden US-Dollar jährlich für eine effektive Malariabekämpfung weltweit gegenüber.

Vor einem Jahr hätte man vielleicht bei einer Summe von 4,2 Milliarden Dollar noch weiche Knie bekommen und sich gefragt wer denn das bezahlen soll, aber bei den Summen, die momentan durch alle Winde geschossen werden scheint mir das ein guter Deal zu sein.

[1] Römer, U. (1991k): Zur Situation von Aphanius fasciatus in der Camargue. DATZ Aquarien Terrarien 44 (12): 802 – 804

[2] Bericht über die Meersbiologische Exkursion der Fachrichtung Zoologie der Universität des Saarlandes zur Côte d’Azur und in die Camargue 1992

[3] Ich habs gesagt: Ich frage ab! ;-)

Buschwindröschen

13. April 2009 - 18:40 Uhr

Buschwindröschen

Das Buschwindröschen ist ein typischer Frühjahrsgeophyt, der die Krautschicht in Wäldern bildet, während die Bäume im Frühling noch kein Laub tragen. Da das Buschwindröschen hohe Lichtansprüche hat, findet der gesamte Lebenszyklus der Pflanze im Frühjahr statt. Oft werden große Flächen von der gesellig wachsenden Art eingenommen und mit einem weißen Blütenteppich bedeckt.

[Wikipedia]

Unter anderem auch hier zu finden.

Kleiner Insider ;-)

Was soll man denn sagen?

12. Februar 2009 - 13:59 Uhr

Ja, hier ist es – sogar für meine Verhältnisse – etwas zu still geworden.

Ich würde gerne ein wenig Optimismus versprühen, aber unter den derzeitigen Umständen gestaltet sich das ein wenig schwierig. Es sagt sich so leicht hin, dass in jeder Krise auch eine Chance steckt. Frau Merkel hat ja einen guten Teil dazu beigetragen, das Wort “Chance” so trefflich abzunutzen wie so viele, die sinnentleert und -entstellt zurückbleiben, wenn sie von Politikern oder Managern missbraucht werden. Nur noch Munition in Wortkriegen, die leere Hülsen und getroffene Menschen zurücklassen.

Es fällt leicht, dem mit fürchterlichem Schimpfen zu begegnen oder mit Geplapper zu entfliehen. Es fällt mir sogar noch relativ leicht etwas genauer hinzuschauen und festzustellen, dass der Reichtum dieser so genannten westlichen Welt im Grunde nur auf einer Jahrhunderte langen Plünderung fußt, die in früheren Zeiten sehr offen vollzogen wurde und heute etwas verbrämter als “Globalisierung” daher kommt. Ich kann die Wut derer verstehen, die dadurch um ihren Teil gebracht wurden.

Ich empfinde es als schmerzhaft, mich als Teil eben dessen zu sehen. Es ist nun leider faktisch so, dass ich aber eben ein Teil bin. Selbst bei dem Bemühen, ein wenig anständiger mit den Ressourcen umzugehen, die dieser Planet bietet, müsste es etwas mehr als zwei Erden geben, damit jedem Einzelnen die gleichen Möglichkeiten wie mir geboten würden. Daran ist auch derzeit nicht so sehr viel zu ändern, da ein erheblicher Teil des Ressourcenverbrauchs in öffentliche Einrichtungen, Infrastruktur und so weiter fällt, den ich eben nur wenig beeinflussen kann.

Was soll ich denn einer kommenden Generation oder denen, die jetzt schon um ihren Teil betrogen sind, sagen? Vielleicht wäre ein leises, ehrliches “Es tut mir leid” eine der besseren Antworten. Ich habe keine gültige Lösung für die Probleme die sich stellen. Aber vielleicht liegt ja der Schlüssel gerade darin, sich erst ein mal als Teil des Problems zu fühlen um Teil der Lösung zu werden. Ich nehme an, dass Zuhören und Hinsehen dienlicher sind als laute Worte.

Ich fürchte, dass es gerade diejenigen sein werden, die wie laute wütende Kinder hinter ihren Rednerpulten stehen, die weiterhin den Ton angeben und ihre Machtspielchen um der Macht willen spielen.

Ich fürchte, dass im lauten Getöse noch nicht einmal die Chancen erkannt werden, die sich bieten könnten.

In diesem Jahr stehen zumindest hier im Saarland gleich zwei Wahlen an. Wem sollte ich denn guten Gewissens meine Stimme geben? Aus Überzeugung habe ich das letzte Mal mit achtzehn Jahren gewählt. Danach war ich nur noch bemüht, das geringste Übel zu wählen. Wahrscheinlich werde ich dieses Jahr meine Stimme in stummem Protest für mich behalten.

Aquarium-Tsunami und die Ursachen

24. Februar 2008 - 15:18 Uhr

Als gestern um etwa 16:30 plötzlich die Zimmertüren in den Zargen knarrten und sich eine zwei Zentimeter hohe Welle durch das Aquarium schwappte, dachte ich mir schon, dass dies um einiges über das hinausgeht, was die Baustelle vor der Tür oder ein voll beladener Güterzug auf der nahen Bahnstrecke normalerweise an Erschütterungen vollbringen können.

Tatsächlich war es die Wirkung eines Erdbebens, das das 25 Kilometer entfernte Saarwellingen erschütterte.