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Frohe Weihnachten!

24. Dezember 2010 - 16:29 Uhr

Es war einmal ein kleines Engelchen. Das kleine Engelchen hatte gerade erst gelernt, was man denn so als Engelchen macht und tun kann und war ganz stolz auf seine Flügelchen, die es für seine guten Leistungen in der Engelschule verliehen bekommen hat. Eines Tages rief Petrus es zu sich und sagte zu ihm: „Kleines Engelchen, ich habe da eine schöne Aufgabe für Dich. Du darfst in diesem Jahr das Weihnachtswetter machen.“

Da hüpfte das Engelchen ganz stolz auf und ab. Es wollte etwas ganz besonderes machen, das, wonach sich doch so viele Menschen oft vergeblich sehnten: Weiße Weihnachten!

Es ackerte und schob Wolken, kühlte die Luft so dass es ein rotes Näschen von der Anstrengung und der Kälte bekam. Als es mit seiner Arbeit fertig war, freute es sich und war ganz neugierig, wie schön die Menschen das finden würden und schwebte durch die verschneiten Straßen.

Als es dann aber merkte, dass die Menschen nur schimpften und sich ärgerten und von „Winterchaos“, „Horrorwinter“ und ähnlichem sprachen, war es zuerst ganz verwundert und dann so traurig, dass ihm die Flügelchen herunterhingen. „Aber das wolltet ihr doch immer.“ schluchzte es und wollte wieder in den Himmel fliegen, konnte es aber nicht, weil seine Flügel so schlaff herunterhingen. Da musste es weinen und setzte sich auf eine Treppe.

Ein kleines Kind kam vorbei und fragte es, warum es so traurig war. Da erzählte das Engelchen seine Geschichte und das Kind meinte: „Ach Engelchen, also mir gefällt das, was du getan hast. Vielen lieben Dank!“

Das Engelchen merkte, wie wieder etwas Kraft in seine Flügelchen kam und wenn es noch ein paar mehr Menschen gibt, die das so sehen, dann kann es auch bestimmt bald wieder fliegen.

Fröhliche weiße Weihnacht und passt mir auf, wenn ihr doch auf den Straßen unterwegs sein müsst.

Schlafes Hüter

23. Dezember 2009 - 19:48 Uhr

Hab so viel Dunkel schon gesehn,
dass mich die Nacht nicht mehr erschreckt.
Schwarz scheint mir in hundert Farben,
wenn Bruder Mond sich sanft bedeckt.

Willst du dich mir anvertrauen,
wenn Morpheus Arm dich sanft umfängt?
Ich will in der Stille wachen
mit Liedern, die dein Atem schenkt.

Wie soll ich dir zu Diensten sein,
wenn niemals wirklich Ruhe ist
und in nächtlich hellen Städten
der Mensch den Sinn der Nacht vergisst?

Dem Schlaf ist seine Zeit geraubt
und so dem Hüter seine Pflicht.
Und durch des Tages Mühlentrott
dringt leise nur: vergiss mich nicht.

Santa 2008

8. Dezember 2008 - 16:05 Uhr

„Rudi, du hast mal wieder recht gehabt.“ Santa blickte von seinem Laptop auf und goss sich einen Whisky ein. „Das Geschäft lief doch besser als erwartet. Die Leute haben Geschenke gekauft, als gäbe es kein nächstes Weihnachten.“ „Vielleicht ist das ja auch so.“ Rudi grinste seinen Chef schief an. „Manchmal macht es mir Angst, wenn du so dreinschaust.“ Santa wusste genau, wie eiskalt kalkulierend Rudi war. Aber er war nun mal sein bester Stratege. Er hatte es weit gebracht. Während seine Kollegen immer noch den Schlitten zogen, schmiedete Rudi Kampagnen zur Umsatzsteigerung.

„Weißt du noch, damals, als wir mit dem Laden anfingen? Hätte nicht gedacht, dass wir es soweit bringen.“ Santa schaute versonnen in das Kaminfeuer. „Oh ja, dieses elende Äpfel und Nüsse schleppen. Schrecklich.“ „Immerhin hast du es ja dann geschafft, den Leuten beizubringen, dass es auf die Größe und den Preis der Geschenke ankommt. Erinnerst du dich noch an letztes Jahr, als dieses verzogene Gör seinem Vater die Holzlokomotive an den Kopf geworfen hat, weil es keine elektrische Marken-Eisenbahn bekommen hat?“ – „Klar doch, das war ganz großes Kino.“

Rudis Blick verfinsterte sich. „Chef, wir müssen über das nächste Jahr reden. Das wird trübe aussehen. Das mit den riesigen Geschenken können wir uns da abschminken. Aus einem trockenen Schwamm kann man kein Wasser pressen.“ „Und du hast natürlich wie immer einen Plan – stimmt’s?“ „Erst mal setzen wir die halbe Belegschaft an die Luft. Seit wir in den Online-Versand eingestiegen sind, füttern wir die ja ohnehin nur noch aus Nostalgiegründen durch. Wer braucht heute noch Elfen und dieses Rentierpack? – Es sei denn sie haben rote Nasen.“ Rudi grinste kalt. „Und wir beide? Was machen wir?“ „Das, was ich schon immer mal machen wollte: Weihnachtsferien. Wir lassen es uns irgendwo in der Karibik mal so richtig gut gehen.“

„Na ja, das hat schon was für sich; aber was sollen dann die ganzen Leute machen?“ Santa strich sich nachdenklich durch den Bart. „Das ist mir doch egal. Irgendwas mit ‚Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen‘ oder so.“

6. Januar 2008 - 0:40 Uhr

Törichter,
hör die laute Stimme,
die deinen Körper erschüttert,
dich in deinen Festen wanken lässt.
Gib ihr nach und folge.

Mensch,
hör die leise Stimme,
die dein Herz bewegt,
dich groß werden lässt.
Bewahre sie und führe.

Kiwi!

28. Juni 2007 - 23:55 Uhr

Bitte um Beherzigung: Dies ist kein lustiges Video, sondern ein trauriges, auch wenn es am Anfang nicht so aussieht.

Luft aus Blei

13. Juni 2007 - 22:36 Uhr

Zeit, den heiteren Sommer zu erwarten.
Doch er schickt seinen drückenden Bruder.
Luft, so schwer,
dass sie Gedanken leicht erdrückt
im vorbeigehen
wie Blumen am Weg
unter dem Schuh des
unachtsamen Wanderers.

Leichtfertig gibt der Abend
ein Versprechen auf Linderung.
Hält er es heute?

Oder verhüllt er den tröstenden Mond
mit einer dunklen Decke
grollend
und lässt die Wut des Tages
am müden Schläfer aus?

Der Tiefe des Schlafs beraubt,
schwindet die Hoffnung auf die
Höhen des Tages.
Zäh verkleben sich die die Tage
und hoffen.

Worte

13. Juni 2007 - 17:59 Uhr

Worte
vergeblich gesprochen
sind Blätter im Wind.
Fallen taumelnd treibend
bis sie
an stiller
Stelle gesammelt
neuer Grund
für Träume werden,
die wachsen,
blühen,
reifen.