Archiviert in der Kategorie "Reingeworfen"

Mich fragt ja keiner ;-)

6. Januar 2012 - 13:56 Uhr

… aber was dann heute mit der Landesregierung passiert ist, war doch abzusehen.

Wie schrub ich dazu:

Was haben wir jetzt für einen Salat: Große (hüstel) Koalition aus purem Pragmatismus. Vielleicht sogar mit einem Rücktritt von Peter Müller, so als letzte große Tat um seiner Partei und der SPD den vollständigen Gesichtsverlust zu ersparen. Was sonst? Es wird doch wohl niemand Rot-Rot-Grün oder “Jamaika” mit diesen geringen Mehrheiten als dauerhafte Alternativen in Betracht ziehen. Das Verfallsdatum liegt doch weit vor dem nächsten Wahltermin. Da muss man doch kein Prophet sein, sondern nur mal kurz die ideologische Brille abnehmen.

Tageskarte

15. April 2011 - 12:58 Uhr

Als heutigen Augenschmaus empfiehlt der Küchenchef Fritillarie an Anemone …

… oder umgekehrt.

Für Gewohnheitsmenschen gibt es natürlich auch wieder Tülpchen.

Neuankömmlinge

7. April 2011 - 13:57 Uhr

Nachdem ich letzten Herbst im elterlichen Garten geschätzt mittlere Unmengen neuer Blumenzwiebeln verbuddelt habe, recken die kleinen Racker sich jetzt so langsam um die Wette in die Sonne. Frühling ist etwas tolles.

Frohen Advent!

28. November 2010 - 18:28 Uhr

Wenn Wichte wichtig werden wollen

3. September 2010 - 15:03 Uhr

Eigentlich hat es ja schon auch etwas Lustiges, wenn ich mich hier ein wenig rar gemacht habe und mich dann zu einem Thema zurückmelde, das mir eigentlich kein Wort wert wäre, wenn es nur nicht so unerträglich viel Raum einnehmen würde.

Da steht bildlich gesprochen so ein kleiner Wicht vor mir, der einen lustig arabisch klingenden Namen trägt. Das ist ja nichts Schlimmes, der Wicht hat sich ja nur zum Teil selbst gebastelt. Dieser Wicht rechnet mir in arabischen Zahlen vor, dass der Islam eigentlich ganz schön böse ist. Dann schau ich ihn kurz an und frage mich, ob das als Witz gemeint war, lächle kurz und gehe weiter, weil es wichtigere Dinge in dieser Welt gibt.

Doch dieser kleine Wicht kommt dann noch mal zurück und schwurbelt mir etwas von Genen und Intelligenz vor und kommt dann zu dem Schluss, dass das ja irgendwie ganz eng zusammenhängt. Da müsse man sich auch mal drum kümmern. Das wäre wichtig. Dann überlege ich mal ganz kurz und entdecke, dass ich da mal so eine Zeit lang an einer Universität um diese Themen gekreist bin und es eigentlich ganz anders ist, als mir dieser kleine Wicht sagt. Da werde ich schon ein wenig ungehaltener und sage zu dem Wicht: „Du redest wirr, ordne deine Gedanken und lass mich bitte damit in Ruhe.“

Dieser kleine nervige Wicht kommt dann aber wieder zurück und faselt mir etwas von einem Land vor. Und dass dieses Land doch wichtig sei und das es ihm um eben dieses Land gehe. Dann fahre ich gedanklich als so genannter Saarländer mit meinem Auto auf der Autobahn Richtung Forbach, einem kleinen Fleckchen in einem anderen Land, kaum zwei Steinwürfe entfernt, wenn ich denn Steine werfen wollte. Da komme ich dann an einer Stelle vorbei, an der ich langsamer fahren soll. Da gab es nämlich früher einmal eine Grenze, an der sich Menschen spinnefeind gegenüberstanden, weil da so ein paar Wichte meinten, sie müssten sich wegen dieser Grenze und deren Verlauf die Köpfe einschlagen. Dann fahre ich auch ganz bewusst langsam und denke an die vielen Menschen, die sinnlos für diese Wichte gestorben sind. Dass dies heute anders ist, finde ich ganz schön schön. Ansonsten bedeutet mir diese Grenze nicht mehr viel. Es ist eine Verwaltungskrimskramsabtrennung.
Dann muss ich auch daran denken, dass wir, bevor sich dieser kleine dumme Wicht so groß zu Wort gemeldet hat, über ein Land geredet haben, um das früher einmal wichtige Engländer Grenzen gezogen haben und in dem gerade Menschen sterben, weil ihnen eine Flut das Wenige, das sie zum Leben brauchten, weg gespült hat. Die geraten gerade aus dem Blick, weil vor allem über diesen Wicht gesprochen wird. Dann werde ich wütend auf die Wichte, die diesem kleinen dummen Wicht in den so genannten Massenmedien so viel Raum bieten und wirklich wichtige Dinge einfach liegen lassen. Mich kümmern eben Menschen und keine Grenzen und Wichte. Und ich weiß, dass ich da nicht alleine bin.

Und deshalb stelle ich mich vor diesen Wicht und sage ihm: „Kleiner dummer Wicht, du bist ein Störenfried, weil du den Frieden störst. Halt die Klappe!“

Es gibt wirklich wichtigere Dinge in der Welt als diesen Wicht. Das muss auch mal gesagt werden.

Ach wie schön!

19. April 2010 - 12:58 Uhr

Seit Tagen freue ich mir einen Ast über einen blauen, streifenfreien Himmel. Kein Lärm von anfliegenden oder startenden Flugzeugen vom nahen Flughafen Ensheim. Um das Ganze noch zu krönen, war hier die Bahnstrecke wegen Arbeiten gestern außer Betrieb. Nur ein paar Jungs von der Bahn werkelten an den Gleisen. Was für eine Ruhe. Ich konnte die kleine diebische Freude darüber, dass unser Merkelchen irgendwo in der Weltgeschichte herum irrt, in vollen Zügen genießen. Wie viele Tonnen Kerosin da wohl unverbrannt geblieben sind?

Ja, ich weiß, es gibt Leute, die durch den Vulkanausbruch Ungemach erfahren. Aber manchmal kann ich auch ganz furchtbar egoistisch sein ;-).

Wertloses Plastik – oder neulich im Getränkemarkt

13. April 2010 - 23:24 Uhr

Vor Kurzem stand ich bei meinem Reorganisationsprogramm zur Auffrischung des Getränkebestands in der Kassenschlange. Es hatte im Getränkemarkt meines Vertrauens nur eine Kasse geöffnet, was bei einem geringen Ansturm auch durchaus verständlich ist. Trotzdem kam es zu einem erheblichen Rückstau.

Naturgemäß kam es zu einigem murrigem Gemurmel, weil es eben nicht weiterging. Dieses erstarb allerdings, als es immer offensichtlicher war, dass der Kunde an der Kasse ein Stück Plastik nach dem anderen der Kassiererin zuschob und immer nur ein betretenes Kopfschütteln erntende.

Beim letzten Stück Plastik und dem letzten Kopfschütteln angekommen, blickte die Partnerin des Kunden entsetzt, fassungslos, ungläubig den armen Mann an und zog ihn aus der Schlange um den anderen Konsumsklaven Platz zu geben. Sie verließ in schnellem Schritt, den Blick gesenkt, den Laden. Er, mit einem hochroten Kopf, der auf keinen gesunden Blutdruckzustand schließen lässt, schiebt seinen Wagen mit gesenktem Blick zurück in den Markt und stellt das, was er kaufen wollte, zurück an den Platz für andere Kunden.

Sein Weg nach draußen, mit seinem leeren Wagen, ist geprägt von einem „Danke“ und „Bitte“, als er sich an der wartenden Schlange vorbei schob, gesäumt von Blicken, die in der Ansicht der eigenen Schuhspitzen eine Lösung suchen. Kein arroganter Blick „mir kann das nicht passieren“.

Als es dann an meiner Reihe war, das Gewünschte auch zu bezahlen, blickt mich die Kassiererin gequält lächelnd an und fragt, ob ich Treuepunkte sammle. Heute, ja.

Willkommen in der Krise.