Recherchekünstler
25. Juni 2009 - 14:19 UhrEs liest sich ja ganz gut, wenn von vielen Seiten behauptet wird, dass die Regierung eine Studie mit dem Titel “Demografischer Wandel – Ein Politikvorschlag unter besonderer Berücksichtigung der Neuen Länder” verschwinden lässt, deren Ergebnis ihr nicht in den Kram passt.
Man könnte aber auch den Titel der Studie in Google eingeben und feststellen, dass die Studie mit einer Stellungnahme beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung verfügbar ist. Übrigens nicht erst seit heute, sondern sie war schon da, bevor die ersten Meldungen hochpoppten.
Mittlerweile weißt auch das beauftragte Berlin-Institut auf der eigenen Seite darauf hin.
Ab und zu sollte man auch mal die Fakten suchen und anerkennen, auch wenn sie journalistisch nicht so ganz in den Kram passen.
Update: heute.de relativiert die Meldung (Änderung natürlich nicht erkennbar):
Mit etwas Mühe findet man das Gutachten nun doch noch Internet, und zwar auf den Seiten des Ministeriums. Wer den Link öffnen will, muss aber vorher an ein paar Zeilen des Ministeriums vorbei: Das Gutachten sei nicht gedacht “als ein vom Ministerium akzeptierter Leitfaden für politische Handlungen”, sondern als “Ausgangspunkt für eine Debatte” über die Gestaltung des demografischen Wandels. Ungeschickter kann man eine Debatte wohl nicht eröffnen.
Mal abgesehen davon, dass im Eifer des Gefechts ein “im” bei “doch noch Internet” abhanden gekommen ist, frage ich mich, wie die “Mit etwas Mühe” definieren.




