Archiv 29. Juli 2008

Yippie!

29. Juli 2008 - 12:50 Uhr

Es geht doch nichts darüber, in einem Bundesland zu leben, dass ganz weit vorne liegen will. Jedenfalls im Bereich Online-Durchsuchung. So viel Innovation im Sommerloch. Wofür und wieso weshalb weiß man (oder sagt man) noch nicht so genau, aber Hauptsache Fakten schaffen.

Ich wage mal die Prognose, dass da in Karlsruhe mal wieder Sonderschichten fällig sind.

Irgendwie fühle ich mich an die Selbstbeweihräucherungskampagne “Wir fangen schon mal an – Das Saarland” erinnert. Im Kopf kann man sich den Nachsatz “Noodenke dun mir spääder” ergänzen.

Die armen Parteien

29. Juli 2008 - 2:15 Uhr

Die Parteien in Deutschland – jedenfalls die, die sich Stühle im Bundestag ergattert haben – leiden an schwindenden Mitgliederzahlen. In dem Artikel werden allerdings zu Unrecht die “kleinen Parteien” als Gewinner dargestellt. Nimmt man die langfristigen Zahlen der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) als Maßstab, erkennt man, das im Vergleich zu 2005 lediglich die “Linke” deutlich ihren Abwärtstrend gebrochen hat und ein klein wenig gegen 2005 zugelegt hat. Ich wage zu bezweifeln, dass diese Zahl “Neuankömmlinge” sind, sondern eher Migrationsbewegungen aus der SPD. Die FDP hat nicht hinzugewonnen sondern Verluste ausgeglichen.

Summiert man die Mitgliederzahl aller vertretener Parteien auf, und setzt sie ins Verhältnis zur Gesamtbevölkerung, wird deutlich, dass sich der Schwund schon seit spätestens 1981 andeutet. Damals waren es immerhin 3,24 % der Bevölkerung, die ein “Parteibuch” besaßen, danach ging es nach einer langsamen Stagnation bergab auf nunmehr 1,76 %. Wohlgemerkt zu Anfang auf drei Parteien (CSU ist für mich persönlich mit CDU gleichzusetzen, wer mag, kann auch vier Parteien rechnen) jetzt auf fünf Parteien (sechs, siehe vorn).

Geht man davon aus, dass eine Partei umso erfolgreicher ist, als sie den Durchschnittsbürger repräsentiert, ist dies kaum verwunderlich. Der Durchschnittspolitiker ist eher ein alter Sack. Gemessen an der Bevölkerung, gibt es 44 % Parteimitglieder über 60 Lenze gegen 31 % in der Bevölkerung über 20 (Jaaaa -eigentlich müsste hier 18 stehen, da man ab diesem Punkt wählen darf. Aber in der Statistik scheint dezimal über legal zu gehen ;-) ). Und 73 % davon sind Männer, gegen ca. 51 % in der Bevölkerung, weil Y-Chromosom tragende Spermien eben im Schnitt einen kleinen Tick schneller schwimmen ;-).

Ein wenig schwierig wird es bei der Aufschlüsselung nach sozialen Schichten. Sorry, ich habe es nicht nachrecherchiert, wie denn da die Bestandsaufnahme in der Republik ist und welches Gehalt pro Person denn nun Mittelschicht, untere Mittelschicht, obere und Unterschicht ist. Deutlich ist jedoch, dass die beiden “Volksparteien” in der Mittleren bis oberen Mittelschicht verankert sind. Geht das Niveau nach unten, dann … .

Es scheint, als sei das Konstrukt Partei demographisch in der Bevölkerung schwindend verankert.

Mit Ursache-Wirkung habe ich da ein Problem. Entsteht die Drift durch Abwanderung oder erfolgt keine Zuwanderung wegen zu geringer Identifikation?

Was sollte sich ändern, um diesen Trend umzukehren? Ganz naiv betrachtet, müsste sich das schwächste Glied in der Kette, das gerade 1,76 % der Bevölkerung ausmacht, bewegen. Hurtig.