Es “lebt”
6. Juli 2008 - 19:58 Uhr
Bei der gestern ausgetragenen Grillgutverköstigung gab es unter anderem ein Gastgeschenk der dritten Art. Ein guter Freund, bekannt für die Schenkung skurriler Musterware eines Handelsunternehmens saarländischen Ursprungs, bedachte mich mit einem “Test Tube Alien”. Geeignet ab sieben Jahre und für in die Jahre gekommene Spielkinder. Wer wollte denn nicht schon mal ein Alien züchten?
Erste Vermutungen ergaben, dass es sich hierbei wohl um eine Variante des Themas Tamagotchi handelt, und wie auf der Packung zu lesen war “interaktiv mit dem Internet”.
Die aufwändig gestaltete Verpackung gab eine Plastikröhre einen Zuchtinkubator, drei Tütchen Tapetenkleister gefriergetrocknete Aliennahrung, eine Gebrauchsanweisung eine Aufzuchthilfe und ein Wackelbildchen einen Alienausweis frei.
Das Auflösen der Brausetablettenhülle Ausbrüten des Kokons war eine überschäumende Angelegenheit. Da hat auch jemand daran gedacht, noch ein paar schleimige Substanzen mit hinzu zu geben, damit der ganze “Geburtsvorgang” auch möglichst schön eklig schaurig von der Hand geht.
Und endlich lag das kleine Etwas von seiner Hülle befreit in seinem Reagenzglas und blinkte mich vorwurfsvoll grün an. Also schnell den Tapetenkleister dazugegeben die Nährlösung eingefüllt. So kann es jetzt langsam aufquellen wachsen.
Damit das Ganze auch einen “Kümmer-Dich-Faktor” hat, sind in den Antennen Flüßigkeitssensoren angebracht, die nur eine knappe Füllstandtoleranz zulassen und ein Photosensor, der einen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus erzwingen möchte.
Über diesen Photosensor erfolgt auch die Interaktion mit dem Internet. Durch Vorgabe einer Blinksequenz der Flashanimation aufwändige Untersuchungsmethoden gibt die Leuchtdiode eine Statusmeldung zurück wird der Gesundheitszustand ermittelt.
Immerhin hat hier jemand daran gedacht, das Dingelchen über ein solches Blinksignal auch vorübergehend abschalten in Stase versetzen zu können.
Allerdings bin ich mir noch uneins, wie lange dieses Alien überleben soll, denn es ist ganz schön evil. Ein richtig fieser, kleiner Fratz. Vielleicht versuche ich es mal mit gutem Zureden ;-).


