Archiv 3. Februar 2008

Mal wieder Unterwasser-WG

3. Februar 2008 - 17:51 Uhr

kongosalmler.jpgVor einigen Tagen ist das Männchen (links) der beiden letzten verbliebenen Kongosalmler gestorben. Ziemlich plötzliches Bedürfnis, Rückenschwimmen zu lernen. Na ja, war ja schon recht betagt. Das Dumme an der Sache ist nur, dass das Weibchen (rechts) jetzt ziemlich kümmert. Es sind halt Schwarmfische, die sich alleine nicht so sonderlich wohl fühlen.

Es würde ja nahe liegen, der Dame wieder Gesellschaft zu verschaffen. Allerdings hat die Sache zwei Haken: Die Jüngelchen würden wohl reichlich durchs Becken gescheucht, da sie um Längen größer ist als das, was man beim Fachhändler erstehen kann. Auf der anderen Seite sind es eben auch Raubfische. Die alte Lady hält sich gegenüber kleineren Arten zurück, da sie mit denen aufgewachsen ist – aber Neuankömmlinge mit ungebremstem Jagdtrieb? Schwierig, schwierig.

Gut Ding braucht gut Weil – Wunschartikel Nr. 2

3. Februar 2008 - 14:51 Uhr

Der Wunschartikel, der beim letzten Quiz ausgelobt wurde, hatte noch eine kleine Schnitzeljagd nach sich gezogen. Die zehn Wörter wurden hier in diesem Blog und drüben bei Frau Jekylla in den Kommentaren versteckt. Und bei der Auswahl der Wörter ist es nicht unbedingt trivial, daraus eine durchgehende Geschichte zu basteln ;-).

  1. Kopfhautbrennen
  2. Blogblues
  3. Teletubbies
  4. Bubikopf
  5. Glückskeks
  6. Rauschgoldengel
  7. Bond
  8. Schlachtfest
  9. Tagebuch
  10. Clacqueureuse

Kerstin hatte den Blogblues. Seit Tagen fiel ihr schon nichts Vernünftiges mehr ein, was sie in ihr Blog schreiben konnte. Entweder schienen ihr die Dinge zu banal oder zu privat, um sie der Öffentlichkeit preiszugeben. Auch sonst bewegte sich ihre gute Laune auf der nach unten offenen Skala in ungeahnte Tiefen. Dazu zeichnete sich am Horizont der Horror schlechthin ab: Fasching! Karneval in Rio, ja, dafür könnte sie sich noch erwärmen, alleine schon wegen der angenehmeren Temperaturen; aber dieses Schlachtfest des Flachhumors, wie es hier zuweilen veranstaltet wird, dafür war sie nicht zuhause. Ihre beste Freundin Anja hatte es sich aber in den Kopf gesetzt, Kerstin aus ihrer Melancholie heraus zu zerren. Irgendwann gab Kerstin nach und ließ sich zum Besuch eines Maskenballs breitschlagen.

Das hatte sie nun davon. Sie saß da, ein als Rauschgoldengel verkleidetes Häufchen Elend. Anja redete immer noch auf sie ein; so unglaublich gut gelaunt und schon mit ein, zwei Gläschen Prosecco gedopt. Kerstin fand zunächst kein Wort für diesen Zustand, einigte sich innerlich dann auf den Begriff “Clacqueureuse“; zusammengezogen aus den Worten “Clacqueur” und “heureuse”. Zusammengezogen wie ihr Magen. “Na gut denn, gehen wir.”

Das einzig positive, das Kerstin finden konnte, war, dass sie sich nicht geirrt hatte. Und so langsam bekam sie Kopfhautbrennen von der Lockenperücke, die sie über ihrem Bubikopf trug. Und Flügel können lästig sein, wenn man damit nicht fliegen sondern nur anecken kann. Von Links waberte ein Alkoholfähnchen heran, das seinen Ursprung im Munde eines Mittvierzigers im maßlos geschneiderten Smoking hatte. “Gestatten – Bond – James Bond!” Kerstins Blick wanderte einmal an dem Herrn auf und ab. Er hatte so gar nichts von einem Geheimagenten im Auftrag ihrer Majestät. Und sie erinnerte sich, dass sie diese Person schon vor einer halben Stunde auf der Tanzfläche sah, auf der er sich mit der Eleganz eines Teletubbies bewegte. Er hatte mit Sicherheit die Lizenz zum Nervtöten. Sie war geschüttelt, nicht gerührt.

Endlich gab Kerstin ihrem Fluchtreflex nach. Sie wollte nur noch nach Hause. Ihr Sofa kam ihr wie der beste Platz der Welt vor, an dem man sein konnte. Kerstin fischte sich einen Glückskeks aus der Packung und öffnete ihn. “Den richtigen Weg lernt man schätzen, wenn man den falschen gegangen ist.” Oh ja. Sie nahm ihr Notebook zur Hand und öffnete ihr Blog. “Liebes Tagebuch …” Sie schrieb sich diesen Abend und ihren Frust von der Seele.

Am nächsten Morgen staunte sie über die vielen Kommentare von Blogbluesern und Faschingsverweigerern. Kerstin strahlte mit der Sonne, die sich nach den grauen Tagen auch mal wieder zeigte, um die Wette. La Vita è bella.